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Ferien in der SchweizDer Stadtsommer ruft

Die Corona-Pandemie trifft besonders Städte und Stadthotels hart. Diese reagieren mit attraktiven Programmen und Ideen. Das sind die besten Angebote.

«Lieber in Bern»: Damit wirbt die lokale Tourismusorganisation für Ferien in der Bundesstadt.
«Lieber in Bern»: Damit wirbt die lokale Tourismusorganisation für Ferien in der Bundesstadt.
Foto: Carole Jeng (Unsplash)

Über Jahre verzeichnete der Städtetourismus steigende Zahlen. Die Corona-Pandemie sorgte dann für einen noch nie gesehenen Einbruch: Die Logiernächte in Schweizer Stadthotels gingen im März gegenüber dem Vorjahr um 62, im April um 92 Prozent zurück und im Mai etwa in der gleichen Grössenordnung.

Dank Lockerungen der Restriktionen und der Öffnung einiger Grenzen hat sich die Situation etwas entspannt; Feriengebiete verzeichnen teilweise sogar Rekorde. Aber niemand glaubt, dass die verlorenen Monate kompensiert werden können, und in den Städten bleiben die Zahlen weit unter dem Vorjahr, mit gravierenden Folgen. In Genf z.B. sind sogar traditionelle Fünfsternehotels akut gefährdet: Das 150-jährige «Le Richemond» gab Anfang Juli seine Schliessung auf unbestimmte Zeit bekannt. Basel verzeichnete im Juni 30’000 Hotel-Übernachtungen – ein Rückgang um vier Fünftel gegenüber Juni 2019.

Was also tun, um nicht ganz unterzugehen? Städte und führende Stadthotels haben attraktive Angebote und Packages geschnürt, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Tanz- und Theaterstadt Basel

Lange musste man bangen; jetzt ist entschieden, dass das Theaterfestival Basel ab 26. August stattfinden kann. Das Spektrum an Genres und Formen soll wie immer breit und vielfältig sein. Welche Theater- und Tanzvorstellungen über die diversen Bühnen in und um Basel gehen werden, ist noch offen; das definitive Programm wird am 11. August publiziert. Die Veranstalter versprechen aber «zwölf pralle und spannende Festivaltage».

Ende August lockt Basel mit dem Theaterfestival.
Ende August lockt Basel mit dem Theaterfestival.
Foto: Theaterfestival.ch

Wer sich in Basels führendem Traditionshaus «Les trois Rois» einquartiert, kann von dort aus eine «Urban Art Experience» geniessen, die neben Sehenswürdigkeiten auch ein halbstündiges Rhein-Schwimmen umfasst. Oder man begibt sich mit Hotel-Mitarbeitenden auf eine «Tour des Rois», welche neben versteckten Innenhöfen, malerischen Altstadtgassen und dem Szeneviertel Klybeck auch einen Abstecher ins Vitra-Museum in Weil am Rhein vorsieht.

In Bern «wi deheime»

Den Charme der Bundesstadt vermarktet die Tourismusorganisation Bern Welcome mit der Werbeaktion «Lieber in Bern». Sie spielt mit Wörtern im «sympathischsten Dialekt der Schweiz», etwa «aareböötle», «habere» (essen) oder «löie» (ausruhen). Familien können bis 31. August 2020 in Berner Hotels «guet pfuuse», denn Kinder übernachten im Zimmer der Eltern kostenlos. An allen Samstagen bis Ende August ist zudem der Eintritt in 16 Berner Museen und Kulturinstitutionen gratis.

Für alle, die zum «Velöle» in die «Velostadt» kommen, bietet sich die Radwanderroute 888 an, auch «Grünes Band Bern» genannt. Der rund 60 Kilometer lange Rundweg bietet vor allem auch E-Bikern abwechslungsreiche Erlebnisse: Dörfer und Weiler, Schlösser und Landgasthöfe, Bauerngüter und Hofläden, die Ufer der Aare und des Wohlensees, schattige Wälder, epische Landschaften – und immer wieder grossartige Ausblicke auf die Berner Alpen.

Lebendiges Lausanne

Lausanne brüstet sich mit einem dichten sommerlichen Kulturprogramm. Zwei Beispiele: Jeden Samstag bis Ende August finden im Parc de Mon-Repos kostenlose Konzerte und Lesungen statt, gefolgt von Vorführungen von Zeichentrickfilmen, die unter dem Titel «Mangagaga» laufen und sich «10 Toiles sous les Etoiles» («Zehn Leinwände unter den Sternen») nennen. Und auf der Esplanade de Montbenon gibt es jeden Freitag- und Samstagabend Konzerte, Open-Air-Filme und Strassentheater. Lausanner Kulturschaffende wollen damit die künstlerische Vitalität der Stadt demonstrieren.

Wer einen physischen Drang verspürt, geht hinunter zum Hafen von Lausanne-Vidy. Die Stiftung für soziokulturelle Animation organisiert dort vom 12. bis 23. August jeweils von Mittwoch bis Sonntag ein Outdoor-Spektakel namens «Lausanne sur Mer». Man kann sich in Wassersportarten wie Stand up Paddeling, Wakeboard, Windsurfen einführen lassen. Badminton, Basketball, Pétanque und Ping-Pong sind nur einige der angebotenen Aktivitäten. Vom 12. bis 16. August findet zudem eine Tanzwoche statt.

Musikalisches Luzern

Wegen Corona sind einige der bekannten Luzerner Musikfestivals ins Wasser gefallen. Immerhin kann das Lucerne Festival vom 14. bis 23. August unter dem Motto «Live is Live» ein reduziertes Programm anbieten. Glanzlichter sind zwei Auftritte der weltberühmten Pianistin Martha Argerich und ein Abend mit der ebenso bekannten Mezzosopranistin Cecilia Bartoli. Vom 19. bis 23. August gibt es zudem auf verschiedenen Plätzen Gratis-Darbietungen von Strassenmusik.

Es muss nicht immer die Kapellbrücke sein. In Nottwil am Sempachersee kann man angeblich «den schönsten Sonnenuntergang ausserhalb der Karibik» erleben, und zwar in der «Caribbean Village». Bevor man sich mit einem Caipirinha oder Cuba Libre zurücklehnt, kann man sich im Stand up Paddeling üben oder einen Windsurfkurs belegen. Auch eine Salsa-Nacht (14.8.) und ein karibisches Streetfood-Festival (22.8.) sind geplant.

Süsses St. Gallen

Oberhalb der Altstadt von St. Gallen liegen die ländlichen, idyllischen Drei Weieren mit Panoramasicht auf die Stadt und den Bodensee. Was natürlich aussieht, wurde im 17. Jahrhundert zur Wasserversorgung der Textilindustrie und der Feuerwehr angelegt. Schon lange werden die Weiher, an deren Ufern historische Holzbauten im Jugendstil stehen, und ihre Umgebung zum Baden, zur Erholung, zum Spazieren und Picknicken genutzt.

Idyllisch und doch stadtnah: Die Drei Weieren in St. Gallen.
Idyllisch und doch stadtnah: Die Drei Weieren in St. Gallen.
Foto: Lisa Therese (Unsplash)

An Regentagen kann man sich in Maestranis Chocolarium in die Schoggi-Produktion einweihen lassen und die Herstellung der Schokoladenstängel Munz und Minor beobachten. Wer Lust hat, giesst seine eigene Schoggi-Tafel.

Mediterranes Zürich

Zürich liegt an einem See und zwei Flüssen; entsprechend hoch ist die Dichte an Badeanstalten. Dank ihnen und dank langen Seepromenaden und vielen Beizen am Wasser strahlt die Stadt im Sommer mediterranes Flair aus. Feriengefühl wollen auch die Fünfsternehäuser «Widder» und «Storchen» vermitteln, die zur exklusiven Kollektion «The Living Circle» gehören. Sie arrangieren Pedalofahrten, Wakeboard, Stand up Paddeling und andere sommerliche Erlebnisse. Abends werden romantische Candellight Diners an lauschigen Plätzen angeboten. Und in einem transparenten Iglu auf der Dachterrasse des «Widder» kann man bis 30. September hoch über den Altstadt-Dächern unter den Sternen schlafen.

Schlafen in einer Bubble: Diesen Sommer in Zürich möglich.
Schlafen in einer Bubble: Diesen Sommer in Zürich möglich.
Foto: Widder Hotel