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Belästigung bei Westschweizer SenderBriefe über «Liebesgefühle eines Kadermanns» gingen auch an TV-Chef

SRG-Chef Gilles Marchand betont, von konkreten Übergriffen beim Westschweizer Fernsehen nichts gewusst zu haben. Schriftstücke zeigen nun das Gegenteil.

Der SRG-Generaldirektor und ehemalige RTS-Direktor Gilles Marchand will über Mobbing- und Übergriffsvorwürfe beim Westschweizer Fernsehen nichts Konkretes gewusst haben. Doch interne Dokumente belasten ihn.
Der SRG-Generaldirektor und ehemalige RTS-Direktor Gilles Marchand will über Mobbing- und Übergriffsvorwürfe beim Westschweizer Fernsehen nichts Konkretes gewusst haben. Doch interne Dokumente belasten ihn.
Foto: Urs Jaudas

Die Zeit des Schweigens ist vorbei. Tabus brechen beim Westschweizer Fernsehen RTS im Tagesrhythmus. Medienberichte über Mobbing und sexuelle Übergriffe haben RTS-Mitarbeiterinnen die Angst genommen, über Belästigungen am Arbeitsplatz zu reden. Erlebnisse notierten die Frauen auf Dutzende Zettel, die sie in den Korridoren des Fernsehens aufhängten und unter dem Hashtag «swissmediatoo» in den sozialen Netzwerken veröffentlichten.

Da liest man nun dies: «Ein Kollege bemerkt, dass ich schwanger bin, und fragt: Hast du dich befruchten lassen? Derselbe Journalist sagte um fünf Uhr morgens bei der Fahrt im Lift: Mmmm… erste Morgenerektion.» Auf einem anderen Zettel schrieb eine Frau: «Während meines Studiums arbeitete ich als Hilfskraft bei der Tagesschau. Ein Kadermann versuchte, mich ständig gegen meinen Willen zu umarmen und zu küssen. Als ich einem Versuch wieder einmal entkommen war, traf ich per Zufall einen anderen Chef. Der sagte über seinen Kollegen: Ah, ja klar, das macht er die ganze Zeit.›»

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