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Interview mit Islamismus-Forscher«Der Hass des politischen Islam trifft auch die Schweiz»

Europa erlebt eine neue Welle von Terror. Attacken und Angreifer sind neuartig organisiert – ein Albtraum für die Polizei. Gilles Kepel erklärt, warum der neue Terrorismus schwer zu bekämpfen ist.

«Der Islam steckt in der Krise. Nur die Muslime selbst können ihn daraus befreien», sagt der französische Forscher Gilles Kepel.
«Der Islam steckt in der Krise. Nur die Muslime selbst können ihn daraus befreien», sagt der französische Forscher Gilles Kepel.
Foto: Romain Gaillard (Laif)

Paris, Nizza, Dresden, Wien, Lugano – kann man von einer neuen Welle des islamistischen Terrors in Europa sprechen?

Ich weiss nicht, ob es sich um eine neue Welle handelt. Sicher ist aber, dass der Terrorismus sein Gesicht gerade noch einmal deutlich verändert.

In welcher Art?

Der sogenannte Islamische Staat, diese extremistische Miliz, die sich nach 2014 in Syrien und dem Irak eingenistet hatte, verbreitete ihren Terror nach einem Modell, das ein wichtiger Theoretiker entwickelt hatte: Abu Musab al-Suri. Suri ging nicht, wie die alte al-Qaida, von einer Pyramide, sondern von einem Netzwerk aus: Die Befehle sollten nicht mehr von der Spitze kommen und von der Basis ausgeführt werden – wie beispielsweise die Anschläge vom 11. September 2001 auf New York und Washington.

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