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Basel-CEO Roland HeriFCB steht vor «existenziellen Herausforderungen»

Roland Heri äussert sich zu den Auswirkungen der 1000er-Grenze. Der CEO des FCB spricht von gravierenden Folgen und stellt die Frage in den Raum, inwiefern der Club als Kulturgut förderungswürdig ist.

CEO Roland Heri sagt es ganz deutlich: Die Entscheidung des Kantons stelle den FCB vor «existenzielle Herausforderungen».
CEO Roland Heri sagt es ganz deutlich: Die Entscheidung des Kantons stelle den FCB vor «existenzielle Herausforderungen».
Foto: Toto Marti (Freshfocus)

Es dauerte nur ein paar Minuten, bis der FC Basel auf das kantonale Verbot von Veranstaltungen mit über 1000 Zuschauern reagierte. In einem ausführlichen und offenen Statement hat sich Roland Heri auf der Webseite der Basler zu Wort gemeldet und über die Auswirkungen für den Club gesprochen. Der CEO äusserte sich zu…

… den finanziellen Folgen

Heri gibt offen und ehrlich zu, welche Konsequenzen die Wieder-Einführung der 1000er-Grenze für den FCB hat: «Dieser Entscheid ist für den FC Basel 1893 gravierend und stellt den Club vor existenzielle Herausforderungen. Die Perspektive, bis Ende 2020 praktisch ohne Zuschauer spielen zu müssen und damit vor allem im Catering und Merchandising nicht von den einträglichen Spieltagen profitieren zu können, trifft uns hart.»

Mit dem ausgearbeiteten Schutzkonzept, wie es beim Heimspiel gegen Luzern zur Anwendung gekommen ist, hätte der FCB maximal rund 17’000 Zuschauer im St.-Jakob-Park begrüssen und so einen Teil der normalen Einnahmen generieren können. Dies fällt nun wieder weg und spitzt die ohnehin angespannte Finanzlage des Clubs zu.

Eine weitere Frage, die sich nun stellt, lautet: Wie viele Fans werden unter diesen Umständen eine Halbjahreskarte kaufen, wenn unklar ist, ob sie in den ersten Monaten des Jahres 2021 überhaupt ins Stadion dürfen? Auch darum trifft die Entscheidung den FCB härter als andere Clubs.

Eine Lösung, um an neue Gelder zu kommen, spricht Heri selbst an: «Seit Monaten arbeitet der FCB an alternativen Lösungen mit, beispielsweise in Form von Bundeskrediten zu Gunsten des Schweizer Sports. Gleichzeitig denke ich, dass die Frage gestellt werden darf, inwiefern der FC Basel – als eindeutiges Kulturgut dieser Stadt – seitens der Politik als förderungs- und unterstützungswürdig erklärt werden könnte.»

… der Entscheidung des Kantons

«Der heutige Entscheid ist ein Stich ins Herz aller Fussball- und Sportfreunde, er trifft uns sehr hart», wird Heri in der Mitteilung zitiert. Man sei sich zwar bewusst, dass beim Kanton nach besten Wissen und Gewissen gearbeitet werde. Und dass man den Verlauf der Pandemie nicht abschätzen könne. Doch der FCB bedauert den Entscheid «auch in Bezug auf die enormen Anstrengungen, die zur Erstellung des aktuellen Schutzkonzeptes notwendig waren.»

Beim Heimspiel gegen Luzern waren zum ersten Mal seit Monaten wieder mehr als 1000 Zuschauer erlaubt. Und die 9257 Fans hielten sich an die strengen Vorgaben. Wie auch in den anderen Stadien der Schweiz kam es zu keinen bekannten Infektionen.

… den Jahreskarten

Nach dem Entscheid des Kantons ist der FCB jetzt wieder dort angekommen, wo er bereits vor mehreren Monaten war: Er muss Spiel für Spiel auslosen, welche 1000 Zuschauer ins Stadion dürfen. Nachdem das Heimspiel gegen den FC Lausanne-Sport aufgrund der Quarantäne der 1. Mannschaft verschoben wurde, spielen die Basler ohnehin erst wieder am 8. November im St.-Jakob-Park.

Bis dahin wird der Club über das weitere Vorgehen informieren und bemüht bis dahin wieder das grosse Wort «Solidarität». Heri sagt: «Einmal mehr können wir uns aktuell und spontan nur bei diesen treusten FCB-Fans für ihre Geduld und das Verständnis dafür bedanken, dass wir nun in der Planung wieder über die Bücher müssen.»

… der Generalversammlung

Ebenfalls betroffen ist die Generalversammlung des Vereins, die am 9. November in der St.-Jakobshalle durchgeführt werden sollte. Da der Kanton Basel-Land entschieden hat, ab dem 1. November ebenfalls keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen zu bewilligen, kann die GV nicht wie geplant durchgeführt werden.

«Die FCB-Clubleitung wird sich nach diesem Entscheid schnellstmöglich austauschen, die entsprechenden Beschlüsse fassen und die Vereinsmitglieder über das weitere Vorgehen informieren», sagt Heri dazu.

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12 Kommentare
    Paul steiner

    Wenn ich mich nicht täusche, hab ich in dieser Zeitung vor kurzem gelesen, dass das Kader des FCB über 30 Spieler die einen (guten) Lohn beziehen umfasst, da frag ich mich schon ist das nötig, dann wurden noch Kloose und Kasami geholt sicher auch nicht die billigsten, aber Bescheidenheit ist beim FCB und CEO Heri ein Fremdwort, wie mancher Fan muss in dieser Zeit mit weniger auskommen, oder denken wir Mal jetzt wo Herbstlässt Zeit wäre, wie viele Schausteller oder Budenbetreiber vor dem Nichts stehen Herr Heri denken sie Mal etwas weiter als gleich zu jammern und nach Hilfe von Papa Staat zu rufen.