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FCB-EinzelkritikDer Captain ist zurück

Ein Tor und viele Emotionen. Bei seinem ersten Einsatz nach der Corona-Pause zeigt Valentin Stocker, wie wichtig er für den FC Basel ist. Auch der Rest des Teams zeigt im Vergleich zur Niederlage in Luzern verbessert.

Kurz nach dem Rückstand erzielt Captain Valentin Stocker mit einem sehenswerten Distanzschuss den Ausgleich für die Basler.
Kurz nach dem Rückstand erzielt Captain Valentin Stocker mit einem sehenswerten Distanzschuss den Ausgleich für die Basler.
Foto: Urs Lindt (Freshfocus)

Jonas Omlin: 4

Seine erste – und so ziemlich einzige – wichtige Parade zeigt er in der 48. Minute, nachdem er in der ersten Hälfte genau einen einzigen Schuss auf sein Tor zukommen sieht. Das 1:0. Bei allem, was sonst in seine Nähe kommt, muss er entweder gar nicht oder zumindest nicht spektakulär eingreifen.

Silvan Widmer: 4,5

Hat nach zehn Minuten die erste gute Chance der Basler und zeigt, im Verbund mit Stocker, auch sonst viel Einsatz auf der rechten Seite. Dass er es ist, der das 2:1 durch Cabral mit seiner Flanke vorbereitet, ist kein Zufall: Er ist klar der beste Basler Abwehrspieler an diesem Tag.

Eray Cömert: 4

In seinem Kerngebiet, dem Verteidigen, kann man ihm nicht viel vorwerfen. Hier eine Unsicherheit, dort ein kleiner Wackler. Aber sonst? Im Spiel nach vorne ist aber noch Luft im Vergleich zu dem Cömert, den man in dieser Saison auch schon beobachten durfte.

Omar Alderete: 4

Welche Sportart er und Nuzzolo betreiben schwer zu sagen. Nach Fussball sieht es jedenfalls selten aus. Aber meist bleibt Alderete Sieger in den giftigen Duellen. Die Ironie der ganzen Geschichte: Die Gelbe Karte, dank der er im nächsten Spiel fehlen wird, holt er sich nach einem Foul an Ramizi.

Blas Riveros: 3,5

Nach seinem schwachen Auftritt in Luzern erhält er erneut die Chance auf der linken Abwehrseite. Zeigt sich zwar leicht verbessert, kann das 1:0 im Verbund mit Petretta aber nicht an dessen Entstehung hindern. Das Spiel ist für ihn nach 58 Minuten beendet – was aber wohl auch mit der Leistung von Petretta zu tun haben dürfte.

Taulant Xhaka: 4

Nach seinem Lattenschuss in Luzern versucht er es auch dieses Mal wieder aus der Distanz – und bereitet so fast das 2:1 vor (68.). Es ist seine auffälligste Aktion. Aber man wüsste schon gerne, warum genau er in der 41. Minute nicht verwarnt wird, als er den Ball nach einer Unterbrechung vor lauter Frust fast aus dem Stadion schiesst.

Samuele Campo: 3,5

Es ist keine besonders neue Erkenntnis, dass ihm oft die Körperlichkeit fehlt. Zu beobachten ist das zum Beispiel vor dem 1:0, als er Musa Araz als letzter verbliebener Basler nicht an dessen Tor hindern kann. Darum ist es gut, dass er dieses Mal Frei und Xhaka an seiner Seite hat, die immer wieder mal aushelfen.

Valentin Stocker: 5,5

Nach 104 Tagen ohne Fussball braucht er genau 19 Minuten, um seine Wichtigkeit zu unterstreichen. Sein herrliches Tor zum 1:1 bringt die Basler schnell wieder ins Spiel. In der 68. Minute trifft er fast nochmal und bringt auch sonst die Emotionen ins Spiel der Basler, die man gegen Luzern noch schmerzlich vermisst hat.

Fabian Frei: 4,5

Leitet mit seinem Ball auf Ademi das 1:1 ein und ist der auffälligste Basler auf den drei Positionen im Zentrum. Auch wenn er sich nicht mit einem Treffer oder einem Assist auf dem Matchblatt verewigt, zeigt sich erneut, wie wichtig der Routinier für das Team ist.

Raoul Petretta: 3,5

Nach seiner Sperre gegen Luzern beginnt er auf dem linken Flügel – und muss von dort mit ansehen, wie die meisten Basler Angriffe über die andere Seite entstehen. Da ist eine Flanke auf Widmer, ganz zu Beginn (10.). Sonst bleibt er aber unauffällig, ist vor dem 1:0 zu passiv und beendet das Spiel in der Viererkette.

Kemal Ademi: 4,5

Bekommt in seiner alten Heimat überraschend den Vorzug vor Cabral. Und er dankt es seinem Trainer, indem er das 1:1 vorbereitet. Hat noch eine gute Chance mit dem Kopf und hätte kurz nach der Halbzeit fast einen Elfmeter provoziert. Insgesamt ist es eine gute Leistung.

Afimico Pululu: 4

Kommt für Riveros in die Partie, ordnet sich erst auf dem linken Flügel ein, wechselt dann aber bald mal mit Stocker die Flanken. In der 80. Minute erzielt er um ein Haar mit dem Kopf das 3:1. Das ist aber auch der Höhepunkt seines Kurzeinsatzes gegen die ehemaligen Teamkollegen.

Arthur Cabral: 5

Kommt nach einer Stunde und braucht dann nur 15 Minuten, um sein viertes Tor in den letzten drei Spielen zu erzielen. Nicht, dass er sonst in allen Belangen besser gewesen wäre als Ademi vor ihm. Aber der grosse Unterschied ist, dass der Brasilianer das Tor trifft.

Jasper van der Werff: –

Kommt in der 80. Minute für Xhaka in die Partie und übernimmt auch gleich dessen Position im defensiven Mittelfeld. Für die letzten zehn Spielminuten hält er dagegen, als Xamax den Ausgleich sucht. Und er gewinnt viele wichtige Duelle im Zentrum.

Eric Ramires: –

Wieder nur ein paar Sekunden Einsatzzeit für den Brasilianer, von dem man gerne ein bisschen mehr sehen würde. Wobei: Viele Chancen gibt es – Stand heute – nicht mehr. Sein Leihvertrag läuft in wenigen Tagen aus.