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TV-Landwirt ist FrauenschwarmDer begehrteste Bauer der Schweiz

Noch nie hatte ein Landwirt so viele Verehrerinnen wie Roland. Der aufgestellte Ackerbauer aus der TV-Kuppelshow ist der Liebling der Frauen. Sie stellen ihm sogar auf seinem Hof am Bielersee nach.

Bauer Roland hat zwei Büsi, vier Zwerggeisslein und sieben Hühner – zu Huhn Twixi hat er ein besonders inniges Verhältnis.
Bauer Roland hat zwei Büsi, vier Zwerggeisslein und sieben Hühner – zu Huhn Twixi hat er ein besonders inniges Verhältnis.
Foto: Oliver Oettli

«Chabis», sagt er aber man merkt, es schmeichelt ihm schon. Bauer Roland, 52, aus dem Berner Seeland, ist Kandidat der aktuellen Staffel der TV-Show «Bauer, ledig, sucht…», die jeweils Donnerstagabend auf 3+ läuft. Keiner ist so begehrt wie er.

Seit zwölf Jahren werden auf dem Privatsender alleinstehende Landwirte verkuppelt, momentan läuft die 16. Staffel. Über 800 Bauern und ein paar wenige Bäuerinnen, vor allem aus der Milchwirtschaft, haben ihr Glück im TV gesucht. Mit durchschlagendem Erfolg: 21 Hochzeiten und 26 Kinder hat «Bauer, ledig, sucht…» mittlerweile mitproduziert. Die bodenständigen Mannen sind die Quotenrenner. Auch Roland, man ist sofort per Du, schaut die Kuppelshow seit Jahren es seien allerdings vor allem die Betriebe, die ihn wundernehmen würden, behauptet er.

Doch er ärgert sich auch. Darüber, wie unbeholfen viele der Bauern rüberkommen, wie ungehobelt sie ihre Hofdamen behandeln – «Hofdame», so nennt man die Frau, die in der Sendung eine Woche lang probehalber auf dem Betrieb ihres Auserwählten lebt. Roland will zeigen, dass es auch anders geht. Dass ein Bauer sehr wohl weiss, wie man eine Frau hofiert. Kommunikativ und offen gibt er sich. Charmant und einfühlsam sorgt er für ihr Wohl. Mit Erfolg, wie sich zeigt.

Verehrerinnen fahren um seinen Hof

Über 100 Frauen haben sich bei 3+ für «Bauer Roland», 172 Zentimeter gross, braune Augen, schwarzgraues Haar, Sternzeichen Steinbock, beworben. Briefe mit Herzchen gespickt, Föteli und Videobotschaften hat er zur Auswahl bekommen. Das Rennen hat Sandra, 47, gemacht. Doch davon lässt sich das weibliche Publikum mitnichten abhalten: Seit der Ausstrahlung der Sendung bekommt Bauer Roland täglich Post und Anrufe von wildfremden Frauen, die seine Adresse und Festnetznummer ausfindig machten. Lange Briefe, endlose Telefonate, auch spätabends noch, «die Frauen reden und reden». Es sei gar nicht so einfach, sie freundlich abzuwimmeln, sagt Roland.

Auf Facebook wird er mit Freundschaftsanfragen eingedeckt. Er weiss von Verehrerinnen, die mit dem Auto um den Hof gefahren sind. Sich beklagten, dass er nicht zu Hause war. Das ist ihm alles zu viel, Bauer Roland fühlt sich überfordert und bedrängt.

Bauer Roland ist ein Geniesser, am liebsten chillt er im eigenen Whirlpool.
Bauer Roland ist ein Geniesser, am liebsten chillt er im eigenen Whirlpool.
Foto: Oliver Oettli

Wer ist dieser Mann in Latzhosen, der die Frauenherzen im Sturm erobert? Die Gmüetsmoore, die vieles «henne guet» oder «henne cool» findet. Seit drei Jahren ist der Ackerbauer geschieden, er ist Vater von drei erwachsenen Kindern, Tochter Alisha hat ihn für «Bauer, ledig, sucht…» angemeldet. Neben der Feldarbeit baut er Natursteinmauern und vermietet Gokarts, Pferdestallungen sowie fünf eigene Wohnungen. Bauer Roland muss nicht in aller Früh zum Melken raus er kümmert sich um zwei Büsi, vier Zwerggeissen und sieben Hühner, die keine Eier legen müssen. Ein besonders inniges Verhältnis hat er zu Huhn Twixi, das ihm Nüsschen aus dem Mund pickt.

Die Bibel auf dem Stubentisch

Trotz der Latzhosen, bei der Arbeit sieht man ihn im TV kaum. «Das täuscht», sagt er, gestern habe er den ganzen Tag Herdöpfel geerntet, heute muss er 35 Tonnen ausliefern. 200 Tonnen Rüebli habe er gelagert, die im Winter in die Läden kommen. Aber der gmögige Berner sucht keine Arbeitskraft. Sondern die Frau «fürs guet ha mitenand». Seine Hofdame dürfe zwar sehr gern mitarbeiten, auch auf dem Traktor, «sie darf auf alles steigen, wenn sie Lust hat», hat Roland in der ersten Folge von «Bauer, ledig, sucht…» gesagt. Natürlich dürfte sie Haus und Garten mitgestalten, der Garten mit selbst gebautem Schwimmbad und Whirlpool ist seine «Wohlfühloase», hier möchte er, der Geniesser, «einfach sein und chillen».

Roland ist ein Romantiker: Hofdame Sandra überrascht er mit einer Kutschenfahrt samt Picknick am schönen Bielersee sogar Bordeaux-Gläser hat er eingepackt. Bauer und Hofdame prosten sich zu und gestehen sich ihre Schwächen ein: Roland schnarcht! ​Der romantische Ausflug sei seine Idee gewesen, beteuert er, so was laufe nicht nach Drehbuch von 3+.

Sein Heim ist gemütlich eingerichtet, viel Holz, «eine angenehme Location», sagt er. Auf dem Stubentisch liegt prominent die Bibel, diese liege immer da, nicht bloss fürs Fernsehen. Der Glaube an Gott begleitet ihn durchs Leben Hofdame Sandra kommuniziert dagegen eher mit Engeln. Ob die beiden dennoch zusammenfinden oder ob die Frauenwelt weiter hoffen darf, wird selbstverständlich erst in den kommenden Folgen verraten.