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Rassismus im EishockeyDer alte weisse Mann ging, die Probleme blieben

Ein Jahr ist die Entlassung des berühmten kanadischen Experten Don Cherry (86) wegen einer Tirade gegen Immigranten im Live-TV her. ​​​​​​​Sie befeuerte die Diskussion, ob Eishockey wirklich ein Sport für alle sei.

Gewohnt schrill: Don Cherry 2015 in Aktion, als seine Sendung «Coach’s Corner» noch auf Sendung war.
Gewohnt schrill: Don Cherry 2015 in Aktion, als seine Sendung «Coach’s Corner» noch auf Sendung war.
Foto: Tom Szczerbowski (Getty Images)

Es war am Ende ein vergleichsweise harmloser Satz. Nicht einmal ein Satz, bloss zwei Worte. «You people!» – «Ihr Leute!» Sie kosteten Don Cherry den Job, Rogers Media, das grösste kanadische Medienunternehmen, setzte den damals 85-jährigen Kanadier am nächsten Tag ab. Fast 30 Jahre lang hatte Cherry in seiner Sendung «Coach’s Corner» seine Weisheiten in die Stuben der Eishockeyfans posaunt, in grellen Anzügen, laut und deutlich – weil er eben einer sei, der noch sage, was er denke.

«You people!» Wen er damit meinte, verriet Cherry an jenem denkwürdigen Abend zwar nicht explizit, nach seiner Absetzung sagte er bloss, er habe grundsätzlich «alle Leute» ansprechen wollen. Doch er adressierte mit «You people» eben jene Leute, die zwar «unseren Lebensstil lieben und, warum auch immer, in unser Land kommen für unser Milch und Honig», dann aber nicht einmal bereit seien, am «Remembrance Day» 2 Dollar für ein Abzeichen für Kanadas Kriegsveteranen auszugeben. Es liess sich darum relativ einfach ableiten: Dies war eine Tirade gegen Immigranten in Kanada und für Rogers Media der berühmte Tropfen zu viel.

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