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«Denken wir an Jörg Kachelmann»

Seine Übergriffe lösten die #MeToo-Debatte aus: Hollywood-Produzent Harvey Weinstein, hier mit seiner damaligen Frau Georgina Chapman. (26. Februar 2017)
Beschuldigt Weinstein: Schauspielerin Heather Kerr (rechts) an einer Pressekonferenz. (20. Oktober 2017)
«Brechen wir gemeinsam das Schweigen»: Eine Frau in Marseille demonstriert gegen sexuelle Gewalt.
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Für Sie ist die #MeToo-Debatte «intellektuell wenig befriedigend». Haben Tausende weibliche Erfahrungsberichte Sie überhaupt nicht beeindruckt?

Es gibt neue Vorwürfe gegen weitere Berühmtheiten – Dustin Hofmann, Brett Ratner, Kevin Spacey. Die Debatte treibt offenbar Fälle ans Licht, die sonst verborgen geblieben wären. Das muss man doch gut finden.

Das wäre?

Was sagt uns das #MeToo-Phänomen über den Zustand der digitalen Debattenkultur?

Wenn jede und jeder twittern und auf Facebook posten kann, ist das immerhin urdemokratisch. Was wäre denn die Alternative?

Sie sagen in Ihrem Buch unverblümt, ein Shitstorm brauche viele Arschlöcher. Sollten wir bewusster posten und liken?

Wie sieht das bei Ihnen aus?

Können die technologischen Neuerungen die Debattenkultur unterstützen? Etwa durch einen Kooperationsbutton auf Facebook, der schüttelnde Hände zeigt: Man klickt ihn, wenn man einen Beitrag als konstruktiv wahrgenommen hat.

Wie erklären Sie sich das Phänomen Trump? An ihm türmen sich die grössten Shitstorms, aber das scheint ihm nichts anzuhaben.

Wir werden verlockt, Dinge zu posten, die in der Filterblase auf Anklang stossen, die uns Anerkennung und Bestätigung der Follower bringen. Erleben wir gerade eine stille, globale Homogenisierung des Geistes?