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Schutz von RisikogruppenDas unnötige Sterben in den Heimen

Zwei Drittel aller Corona-Toten lebten in Altersheimen. Vor dieser Tragödie duckt man sich weg – auch aus falsch verstandener Pietät.

Illustration: Kornel Stadler

Schon wieder streiten sie über die Massnahmen, die Wirtschaftshilfe, die Verhältnismässigkeit. Das andauernde, sich meist wiederholende Gezänk verdeckt seit Beginn der Pandemie den Blick auf den eigentlichen Ort des Schreckens: die Alters- und Pflegeheime, in denen zwei Drittel aller Corona-Toten untergebracht waren. Hätte man diese Menschen von Anfang an besser schützen können, wären viel Leid, viele Einschränkungen und so manche Polemik darüber zu verhindern gewesen.

Tatsächlich hat sich seit letztem Frühjahr beim Schutz der Risikogruppen kaum etwas gebessert. Zwar gaben wir Milliarden für Firmen aus und führten endlose Debatten über die Gefährlichkeit des Virus aber in mögliche neue Schutzkonzepte für die Alten und Gebrechlichen wurden weder viel Geld noch besonders viele Gedanken investiert. Die stets neuen Meldungen, dass sich das Virus wieder in eines der Heime eingeschlichen und dort für zahlreiche Tote gesorgt hat, nimmt man mit einer Mischung aus Fatalismus, Ratlosigkeit und Gottergebenheit irgendwie hin.

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