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Graffiti-Kunst«Das Sprayen war für mich ein wichtiges Ventil»

Die Basler «Line» trug viel dazu bei, dass das Sprayen heute weltweit von Kunstschaffenden angewandt wird. Was damals ein Hobby und illegal war, ist nun anerkannte Kunst. Einer, der heute davon leben kann, ist «Dest».

Die Graffiti an der Basler «Line» waren für manchen Sprayer auch der Eintritt in die Kunstwelt. Der 2010 verstorbene Sigi von Koeding sprayte unter seinem Künstlernamen DARE Graffiti und erschuf als zeitgenössischer Künstler auch Werke auf Leinwand und mit Pinsel.
Die Graffiti an der Basler «Line» waren für manchen Sprayer auch der Eintritt in die Kunstwelt. Der 2010 verstorbene Sigi von Koeding sprayte unter seinem Künstlernamen DARE Graffiti und erschuf als zeitgenössischer Künstler auch Werke auf Leinwand und mit Pinsel.
Foto: Kostas Maros

«Dest» alias Philipp Tschanz malt soeben die Details am übergrossen Basilisken, der neuerdings von der Begrenzungsmauer der Liegenschaft an der Münchensteinerstrasse 4 auf die vorbeifahrenden Autos blickt. In den Tagen davor hat er auf einem schmaleren Teil der Mauer in Kleinstarbeit die Basler Stadtsilhouette an der Wand angebracht. Mit Pietro Del Sonno alias «g204», begutachtet er sein Werk. Del Sonno ist ein fachkundiger Kritiker führte er Tschanz doch in den 1980er-Jahren an der «Line», den Betonwänden an der Zugeinfahrt zum Bahnhof SBB, in die Kunst des Sprayens ein. Die Kombination einer illegalen Aktion mit der Möglichkeit, sich kreativ auszuleben und sein Werk einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, verschaffte Dest einen Kick, den er anderswo nicht fand: «In einer Gesellschaft, in der vieles verboten ist, war das Sprayen für mich ein wichtiges Ventil.»

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