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Schweizer Meisterschaften in BaselDas sind die grössten Medaillenhoffnungen aus der Region Basel

Gleich mehrere Athleten möchten den Heimvorteil zu Gold machen. Die BaZ zeigt, auf wen sich Basler Leichtathletik-Fans am Freitag und Samstag in der Schützenmatte besonders achten sollen.

Unterwegs zum Rekord: In Bern senkte Jason Joseph Ende Juli seine eigene Schweizer Bestmarke.
Unterwegs zum Rekord: In Bern senkte Jason Joseph Ende Juli seine eigene Schweizer Bestmarke.
Foto: Claudio De Capitani (Freshfocus)

Jason Joseph (110 Meter Hürden)

Auch die Corona-Saison war nicht sicher vor dem Hürdensprinter des LC Therwil: Seinen eigenen Schweizer Rekord senkte Jason Joseph Ende Juli in Bern auf 13,34 Sekunden. Dies verhalf dem U-23-Europameister zu einem Auftritt im Sportpanorama und einer Einladung zum Diamond-League-Meeting in Monaco. Dort bezahlte er zwar Lehrgeld, am Samstag muss jedoch schon einiges schiefgehen, damit sich der 21-Jährige nicht einen weiteren Titel sichern kann. Gemeldet ist Joseph auch für den 100-Meter-Sprint. Tritt er tatsächlich an, ist auch in dieser Disziplin eine Medaille möglich.

Silvan Wicki erlebte einen grossen Sommer, schlug sich zuletzt aber mit Verletzungen herum.
Silvan Wicki erlebte einen grossen Sommer, schlug sich zuletzt aber mit Verletzungen herum.
Foto: Urs Flüeler (Keystone)

Silvan Wicki (100 Meter, 200 Meter)

Grosser Abwesender dieser Schweizer Meisterschaften ist Alex Wilson. Der Basler liess sich an der Hüfte operieren, verzichtete auf die komplette Saison und verpasst damit auch den Auftritt vor dem Heimpublikum. Trotzdem ist es ein Basler, der über die Sprintdistanzen als grosser Favorit antritt: Silvan Wicki (25) kam in diesem Sommer bis auf drei Hundertstel an Wilsons Schweizer Rekord über 100 Meter (10,08 Sekunden) heran und wurde erstmals zu einem Rennen der Diamond League eingeladen. Zuletzt plagte sich der ehemalige Athlet der Old Boys, der inzwischen für den BTV Aarau antritt, jedoch mit Verletzungen herum. Wegen Schmerzen in der Kniesehne musste er am Dienstag in Dessau auf den Final verzichten. Ist er wieder fit, liegt Gold über 100 und 200 Meter bereit.

Auf einen starken Winter folgte ein durchschnittlicher Sommer. Doch zuletzt zeigte Salome Langs Formkurve wieder nach oben.
Auf einen starken Winter folgte ein durchschnittlicher Sommer. Doch zuletzt zeigte Salome Langs Formkurve wieder nach oben.
Foto: Helge Prang

Salome Lang (Hochsprung)

Ihren grossen Auftritt 2020 erlebte Salome Lang in einer Zeit, in der Masken, Schutzkonzepte und Lockdown noch kein Thema waren. 1,94 Meter überquerte die 22-jährige Hochspringerin der Old Boys während der Hallensaison im Winter, so hoch war noch nie eine Schweizerin durch die Luft gesegelt. Doch dann kam Corona und für Lang ein harziger Sommer. Trotz für ihre Verhältnisse eher bescheidenen Resultaten wurde sie Ende Juli erstmals zu einem internationalen Diamond-League-Meeting eingeladen. Seither zeigt die Formkurve wieder aufwärts – gerade rechtzeitig für einen goldenen Auftritt vor dem Heimpublikum.

Gregori Ott erkrankte an Corona, jetzt ist er wieder fit und will die Kugel zu Gold fliegen lassen.
Gregori Ott erkrankte an Corona, jetzt ist er wieder fit und will die Kugel zu Gold fliegen lassen.
Foto: Ulf Schiller (Freshfocus)

Gregori Ott (Kugelstossen, Diskuswerfen)

Schmerzende Gelenke, Schilddrüsenprobleme und nun auch noch Corona. Gregori Ott weiss inzwischen, wie er mit Rückschlägen umgehen muss. So konnte ihn auch eine Erkrankung mit Covid-19 im Frühling nicht aufhalten. Der OB-Kugelstosser hat sein Training umgestellt und fühlt sich so fit wie nie zuvor. Das könnte ihm an den Schweizer Meisterschaften gleich zu zwei Goldmedaillen verhelfen. Im Kugelstossen dürfte er einzig vom Berner Stefan Wieland gefordert werden. Und auch im Diskuswerfen tritt Ott mit der besten Weite aller Athleten an.

Weitere Medaillenhoffnungen

Neben den vier Goldanwärtern werden auch noch weitere Athleten aus der Region vor heimischem Publikum um Medaillen kämpfen. Mehrkämpfer Finley Gaio (SC Liestal) etwa ist gleich für drei Disziplinen gemeldet, grösste Chancen auf Edelmetall dürfte er aber über 110 Meter Hürden haben. Für Hochspringer Lino Wunderlin (LV Fricktal) sind Platz 2 oder 3 in Reichweite. Auch für Weitspringer Christopher Ullmann dürfte die Goldmedaille nur schwer zu erreichen sein, zu stark präsentierte sich zuletzt Simon Ehammer. Doch Silber liegt für den Athleten der Old Boys bereit. Der Basler Carlos Kouassi hingegen kann durchaus auf Platz 1 hoffen. Der frühere OB-Athlet, der seit diesem Frühling für CA Genève antritt, gehört im Dreisprung zu den Favoriten. Geht es nach Papierform, werden sich die OB-Stabhochspringerinnen Lea Bachmann und Pascale Stöcklin um Platz 3 duellieren. Die Bronzemedaille dürfte auch für Antje Pfüller über 1500 Meter eine realistische Zielsetzung sein. Für mehr braucht die Athletin des LC Fortuna Oberbaselbiet einen Exploit.