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Vorverkauf läuftDas Prattler Autokino soll Tatsache werden

Vom 3. bis 25. Juli könnte mit etwas Glück auf dem Sprisse-Areal die elfte Auflage über die Bühne gehen.

Soll dieses Jahr trotz Corona-Pandemie stattfinden: das Autokino Pratteln.
Foto: Kevin Dennis Muri
Soll dieses Jahr trotz Corona-Pandemie stattfinden: das Autokino Pratteln.
Foto: Kevin Dennis Muri

Die Hoffnung vieler Kinofans, das Autokino Pratteln könne auch dieses Jahr sein Programm abspulen, ist gross. Zwar bleibt Daniel Dauwalder, Mediensprecher des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), betont nüchtern. «Bisher hat der Bundesrat zwei Lockerungsschritte kommuniziert, 27. April und 8. Mai», schreibt er auf Anfrage. «Die weiteren Schritte werden diskutiert und zu gegebener Zeit kommuniziert.» Demgegenüber dominiert in Giacun Caduffs Gefühlswelt die Vorfreude. Der Organisator und Filmemacher («Die Frau und der Schnellzug» mit Jane Birkin) glaubt, vom 3. bis 25. Juli die elfte Auflage des Autokinos durchführen zu können. «Man muss zuversichtlich sein», sagt er, «mit dem richtigen Schutzkonzept ist das möglich.»

Bis maximal 80 Autos haben Platz auf dem Sprisse-Areal. Im Programm sind Klassiker wie «Spiel mir das Lied vom Tod» oder «Manche mögens heiss». Zu den Autos vor der Leinwand – darunter einige Oldtimer – passen «American Graffiti» und natürlich der gruselige Streifen «Christine» aus der Küche von John Carpenter und Stephen King. Biss hat «Der weisse Hai». Der Ton wird über das Autoradio empfangen. Erstmals sind alle Filme in deutscher sowie in originaler Sprache zu hören. Wenn der Event denn Tatsache wird.

Die Unsicherheit bleibt

«Ich war selbst auch schon in Pratteln im Autokino und finde dies eine super Sache», sagt Prattelns Gemeindepräsident Stephan Burgunder. Bezüglich Corona sehe er im Autokino kein Problem. Schliesslich hielten die Autos genügend Abstand.

Rolf Wirz, Medienverantwortlicher der Baselbieter Gesundheitsdirektion, bremst die Euphorie ein wenig. Grundsätzlich seien im Moment Veranstaltungen untersagt und Freizeiteinrichtungen müssten geschlossen bleiben (Artikel 6 der Covid-19-Verordnung). «Eine gültige Aussage, was ab dem 27. April wieder möglich sein wird, lässt sich heute noch nicht machen», sagt Wirz.

Der Kanton richte sich nach den Vorgaben des Bundes und sei lediglich für den Vollzug der Bundesbestimmungen zuständig. «Da die Bestimmungen noch nicht bekannt sind, welche ab Juli gelten werden, können wir leider auch noch nicht sagen, nach welchen Kriterien allenfalls Veranstaltungen zugelassen werden können», erklärt er.

Rollergirls und Popcorn-Boys

Müsste die Veranstaltung auf 2021 verschoben werden, «wäre das vor allem ein emotionaler Verlust», so Giacun Caduff. Kann sie stattfinden, «ist das eine Erleichterung und wichtig für unsere Seele». Endlich wieder Kultur also. Kultur, an der ein paar Jobs hängen. Die der Rollergirls und Popcorn-Boys im Service.

Deren Sicherheit könne bereits heute gewährleistet werden, sagt Caduff. Indem nur elektronisch bezahlt oder das Essen und Trinken gleich ganz weggelassen würde. Der Organisator erhält Unterstützung von Stephan Burgunder, der die Bedienung auf Rollschuhen «super» findet. «Notfalls müsste man die Getränke und Esswaren neben die Autotür oder auf die Motorhaube stellen», denkt er laut, «ich bin überzeugt, dass man die notwendigen Massnahmen auch dort umsetzen kann».

Für ihn, Giacun Caduff, sei es nun wichtig, den Puls des Publikums zu spüren. Darum läuft der Vorverkauf. Caduff, der von sich und seinen Mitstreitern sagt, sie seien «improvisiert professionell», betont gleichzeitig die persönliche Note des Events. Er illustriert: In Pratteln wurde «Grease» gezeigt. Mit dem Smartphone nahmen er und das Publikum eine Grussbotschaft an Regisseur Randal Kleiser auf, einen Bekannten Caduffs. Nach der Vorführung hatte Kleiser prompt geantwortet, was dann auf die Leinwand projiziert wurde. Solche magischen Momente will Giacun Caduff wieder erleben. Nicht nur er.

2 Kommentare
    Ueli Keller

    Ein Autokino: passt das nicht wie eine Faust aufs Auge der Klimakrise?