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Das Märchen von Naisinyai

Ein armer Bergmann buddelt ein bisschen, findet drei riesige Edelsteine und wird Millionär: Diese Geschichte erzählten im Sommer viele Medien über Saniniu Laizer. Aber war es wirklich so? Ein Ortsbesuch in Tansania.

Saniniu Laizer präsentiert stolz seine beiden ersten Tansanit-Kristalle. (24. Juni 2020)
Saniniu Laizer präsentiert stolz seine beiden ersten Tansanit-Kristalle. (24. Juni 2020)
Foto: Filbert Rweyemamu (AFP)

Am Tag, nachdem er den Scheck erhalten hatte, kamen die Ersten in den frühen Morgenstunden. Sie legten ihre bunten Teppiche vor das Eisentor seines Anwesens und setzten erwartungsvolle Blicke auf. Saniniu Laizer wusste, was zu tun war. Er liess ein Dutzend Kühe schlachten, das Fleisch auf grossen Feuern rösten. Das Blut der Tiere vermischten sie mit Milch, eine Woche wurde auf den Teppichen getrunken und gegessen, bis alle satt waren. Vorerst zumindest. Denn manchmal fragt sich Saniniu Laizer, ob die Leute jemals genug haben.

Es ist ein Montagmorgen Ende Oktober. Laizer, 52, sitzt in dem kleinen Dorf Naisinyai im Norden Tansanias auf seinem Grundstück unter einer kleinen Kuppel. Um ihn herum ein gutes Dutzend Männer in den Farben der Massai, auf Plastikstühlen, mit gewebten Tüchern behängt.

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