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Das liegende Pendant zum Messeturm

Er zerstöre eine Achse, er trenne das Kleinbasel in zwei Teile und er sei überdimensioniert: Die Opposition gegen den Messe-Neubau führt vor allem städtebauliche Überlegungen ins Feld.

Acht Schreiben sind bei der Verwaltung als Reaktion auf die Entwürfe zur Zonenplanänderung und den Bebauungsplan «Messe 2012» eingegangen. Vier davon erachtet die Regierung nach rechtlicher Prüfung als legitimierte Einsprachen -und beantragt deren Ablehnung. Gleich zu Beginn des Ratschlags versucht die Basler Regierung zunächst eine positive Definition des Messeprojekts «2012» zu finden: «Neben dem vertikalen Element des Messeturms bildet der neue Messekomplex ein horizontales städtebauliches Pendant», heisst es. Der Neubau von Herzog & de Meuron hebe sich gegenüber der Kleinbasler Stadtsilhouette ab und markiere den Standort der Messe Schweiz. Erst in unmittelbarer Nähe werde zudem die Gebäudehöhe der neuen Hallen spür- und erlebbar. Die Einsprachen, die dem Ratschlag der Regierung angehängt sind, widerspiegeln demgegenüber die bisherige Debatte um den geplanten Messe-Neubau. Neben spezifischen Fragen (Standort der Herbstmesse, Baumfällungen) werden vor allem städtebauliche Gründe zur Ablehnung des Baus der Architekten Herzog & de Meuron vorgebracht.

Keine Achse

Auf mehreren Seiten wischt die Regierung die Einwände vom Tisch. Die Achse Rheinbrücke-Claraplatz -Messeplatz-Badischer Bahnhof, so die wichtigste Argumentationslinie, sei gar keine existierende, sondern «lediglich eine gedachte» und höchstens «eine mehrfach geknickte», eine Abfolge von unterschiedlichen städtebaulichen Sequenzen. Also könne der Messe-Neubau gar keine solche Achse zerschneiden, wie es die Gegner vorbrächten.

Auch von einer Trennung Kleinbasels könne keine Rede sein. Den wirklichen Einschnitt im rechtsrheinischen Basel habe nämlich bereits die Einführung der Eisenbahn, insbesondere die deutsche Bahnlinie von der Erlenmatt bis zur Solitude, mit sich gebracht. «Eine solche einschneidende Zäsur stellt die geplante Platzüberdeckung bei Weitem nicht dar.» Dass es sich um eine - geringere - Zäsur handelt, widerlegt die Regierung nicht.

Mut zur GrÖsse

Mit dem 1993 gefällten Entscheid, die Messe in der Stadt zu behalten, habe man sich eben «zu dieser grossflächigen Baustruktur entlang dem Riehenring» bekannt.

Nichts wissen will die Regierung davon, dass das Projekt architektonisch überdimensioniert sei. Natürlich, räumt sie ein, erscheine die Gebäudehöhe von 36 Metern als «relativ hoch». Doch die Kritiker sollten in Betracht ziehen, dass der Kanton mit seinen beschränkten Baulandressourcen haushälterisch umgehen müsse. Diesem Argument folgt ein eigentliches Plädoyer für den Bau von Hochhäusern:«Das Mass der baulichen Ausdehnung in die Höhe» müsse neu definiert werden. Gescheitert

Bemerkenswert ist an den Antworten der Regierung auf die Einsprachen auch das Eingeständnis, dass verschiedene Aufwertungsmassnahmen im Kleinbasel gescheitert seien: So könne die «Einkaufs- und Erlebnismeile der Clarastrasse» als «nicht befriedigend» bezeichnet werden. Der Vorplatz des Badischen Bahnhofs sei «so gut wie inexistent» und habe keine einladende Wegführung zum Stadtzentrum -trotz der vor wenigen Jahren geänderten Verkehrsführung.

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