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Grosseinsatz im Baselbiet«Das ist einer der grössten Brände der letzten Jahre»

In einem Industriegebiet in Laufen ist in der Nacht auf Freitag ein Feuer ausgebrochen. Der finanzielle Schaden ist riesig, Verletzte hat es aber nicht gegeben.

In der Nacht auf Freitag brach an der Wahlenstrasse in Laufen auf einem Industrieareal ein Brand aus.
In der Nacht auf Freitag brach an der Wahlenstrasse in Laufen auf einem Industrieareal ein Brand aus.
Foto: Kantonspolizei Basel-Landschaft

180 Einsatzkräfte kämpfen gegen das Feuer, rund 40 Firmen haben ihr Hab und Gut verloren: Der Grossbrand auf dem Laufener Industrieareal hat dramatische Dimensionen angenommen. Ausgebrochen war der Brand in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, kurz nach 3 Uhr. Die Flammen erstreckten sich weit in den Himmel hinaus, und über dem Gebäudekomplex bildete sich eine riesige Rauchwolke. Aufgrund des Westwindes konnten die dunklen Rauchschwaden des Grossbrands sogar am Flughafen in Kloten ZH beobachtet werden. Der Verkehr musste weiträumig umgeleitet werden. Anwohner meldeten der Zeitung «20 Minuten» am Morgen vereinzelte Explosionen auf dem Areal.

«Es ist einer der grössten Brände im Baselbiet der letzten Jahre», sagt Roland Walter, Mediensprecher der Baselbieter Kantonspolizei. Das betroffene Areal umspannt eine Fläche von rund drei Fussballfeldern. Die Feuerwehren der Kantone Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn mussten aufgeboten werden, um der Flammen Herr zu werden. «Anfangs hatten wir auch noch Probleme mit der Wasserversorgung», so Walter weiter. Man habe Wasser von der Nachbargemeinde Wahlen bis zur Brandstelle ableiten müssen. «Auch die Birs mussten wir anzapfen.»

Wie Katja Jutzi, Generalsekretärin der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion, gegenüber Keystone-SDA sagte, ist es zudem zu einem Fischsterben im nahen Wahlenbach gekommen. Dies aufgrund von kontaminiertem Löschwasser, das in den Bach floss. Weitere schädliche Folgen für Mensch und Umwelt seien aber bislang nicht festgestellt worden. Schadstoffmessungen der Luft hätten keine gefährlichen Werte hervorgebracht.

Schwieriger Zugang zu Brandherden

Am Freitagnachmittag waren noch einzelne Brandherde aktiv. Wegen der immer noch grossen Einsturzgefahr und der verschachtelten Gebäudestruktur gestalteten sich die Löscharbeiten als schwierig. Vor Ort war zu sehen, wie sich die Einsatzkräfte mit einem Bagger durch die Gebäude kämpften, um zu den Brandherden zu gelangen. «Durch die vielfältige Nutzung des Areals wissen wir auch gar nicht, worauf wir noch stossen werden, ob sich noch leicht entflammbare Materiale auf dem Areal befinden», sagt Polizeisprecher Walter. Im Gebäudekomplex an der Wahlenstrasse in Laufen waren viele verschiedene Firmen und auch Einzelpersonen eingemietet – von Autogaragen bis hin zu Künstlerateliers.

«Wir haben Verluste im Millionenbereich erlitten. Nichts steht mehr, alles ist verbrannt.»

Roger Schmutz, Geschäftsführer der Böhm Kabel AG

Der finanzielle Schaden könne zurzeit zwar noch nicht genau bemessen werden, doch er ist laut Walter «riesig». Allein einer der 40 betroffenen Mieter, die Böhm Kabel AG, hat Verluste im Millionenbereich erlitten. Geschäftsführer Roger Schmutz auf Anfrage der BaZ: «Büros, Lager, Maschinen – nichts steht mehr, alles ist verbrannt.» Das Familiengeschäft ist auf die Herstellung von Kabel spezialisiert.

Spurensicherung dauert mehrere Monate

Wie die Baselbieter Kantonspolizei weiter mitteilt, werden die Einsatzkräfte noch längere Zeit mit der Ereignisbewältigung beschäftigt sein. «Die Feuerwehren werden sicher bis morgen vor Ort sein», sagt Roland Walter von der Kantonspolizei Basel-Landschaft. Zwar sei das Feuer – Stand Freitagabend – unter Kontrolle, doch es bestehe die Gefahr, dass das Feuer stellenweise wieder auflodere.

Die Spurensicherung werde zudem noch mehrere Monate lang mit der Aufarbeitung des Ereignisses beschäftigt sein. Aufgrund der Einsturzgefahr habe am Freitag das Areal nicht betreten werden können, so Walter. Die Brandursache sei deshalb auch noch nicht geklärt. Eine gute Nachricht gibt es aber trotzdem in diesem Fall zu melden: Weder Privatpersonen noch Einsatzkräfte wurden verletzt.