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Territorialreform in FrankreichDas Elsass wird wieder ein bisschen elsässischer

Es war ein langer Weg, zumindest für die Elsässer, die seit 2016 im Einheitsgebiet Grand Est zwangseingegliedert sind. Ab dem 2. Januar gibt es ein neues Regionalparlament – und ein klitzekleines Stück mehr Selbstbestimmung.

Das Elsass erfindet sich in seiner langen Geschichte wieder mal neu – mit der Collectivité Européenne d’Alsace soll mehr Eigenständigkeit und mehr Zweisprachigkeit kommen. Dennoch bleibt die Region Teil des französischen Grand Est.
Das Elsass erfindet sich in seiner langen Geschichte wieder mal neu – mit der Collectivité Européenne d’Alsace soll mehr Eigenständigkeit und mehr Zweisprachigkeit kommen. Dennoch bleibt die Region Teil des französischen Grand Est.

Von einer Autonomie, wie sie einige sich mit Blick auf Südtirol oder Korsika wünschen, ist das Elsass noch sehr weit entfernt – und was gerade passiert, ist auch keine Rückkehr zum regionalen Status, den das Elsass bis Ende 2015 innehatte. Doch zumindest kehrt der Name Alsace wieder zurück in die Landschaft der französischen Verwaltung, wie die Elsässer Zeitung «DNA» berichtet. Nachdem er im Verwaltungsmonstrum Grand Est, ein Konglomerat aus den Regionen Alsace, Champagne-Ardenne und Lorraine, verschwunden war.

Ab 2. Januar gibt es die Collectivité Européenne d’Alsace (Neues Europäisches Kollektiv Elsass, CEA). Sie verbindet die beiden Departemente Haut- und Bas-Rhin mit den Städten Mülhausen und Strassburg. Damit geht aber keine Verschmelzung der beiden Departemente einher, vielmehr bleiben diese formal bestehen. Ebenso bleibt das Elsass ein Teil des Grand Est. Allerdings werden die derzeitigen Verwaltungen von Bas-Rhin und Haut-Rhin zu einer einzigen Verwaltung zusammengelegt, samt den rund 6000 Angestellten. Ein Parlament (eine Vollversammlung) aus 80 gewählten Vertretern aus den 40 Kantonen von Haut- und Bas-Rhin bildet den Elsass-Rat und soll so 1,9 Millionen Einwohner repräsentieren. Das neue Elsässer Parlament verfügt für das Jahr 2021 über ein Budget von knapp zwei Milliarden Euro. Das Parlament tritt am 2. Januar zum ersten Mal zusammen, um einen Präsidenten und einen Vizepräsidenten zu wählen.

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