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Quartalszahlen der GrossbankCredit Suisse verdient weniger als im Vorjahr

Das Schweizer Bankengeschäft und die Vermögensverwaltung liegen hinter den Vorjahreswerten zurück, dafür lief es bei der Investmentbank besser.

Die Credit Suisse hat im dritten Quartal 546 Millionen Franken Gewinn geschrieben.
Die Credit Suisse hat im dritten Quartal 546 Millionen Franken Gewinn geschrieben.
Foto: Stephen Kelly (Getty Images)

Die Credit Suisse hat im dritten Quartal 2020 deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Das lag unter anderem an einem Verkauf im Vorjahr, der damals einen Extra-Gewinn in die Kassen gespült hatte. Mit dem Ergebnis wurden indes aber auch die bereits vorsichtigen Prognosen von Marktbeobachtern verfehlt.

Die Erträge sanken im Sommerquartal um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 5,20 Milliarden Franken. Der Reingewinn brach jedoch um 38 Prozent auf 546 Millionen Franken ein. Im dritten Quartal 2019 hatte der Verkauf der Fonds-Plattform InvestLab an Allfunds 327 Millionen Franken eingebracht.

Im Berichtsquartal fielen weitere Rückstellungen für Kreditrisiken in Höhe von 94 Millionen an, wie aus einer Mitteilung der Bank vom Donnerstag hervorging. Im ersten Quartal waren es 568 Millionen Franken und im zweiten Quartal 296 Millionen. Im ersten Quartal war es ausserdem noch zu Wertberichtigungen in der Höhe von 444 Millionen gekommen.

Hinzu kamen Kosten von 107 Millionen Franken wegen der laufenden Restrukturierung der Gruppe sowie Rückstellungen für bedeutende Rechtsstreitigkeiten von 152 Millionen.

Auswirkungen der Pandemie ungewiss

Vor Steuern lag der Gewinn bei 803 Millionen Franken und damit 30 Prozent tiefer als im Vorjahr. Hier belasteten auch die Wechselkurse, insbesondere die US-Dollar-Schwäche im Quartal. Den negativen Nettoeffekt auf den Vorsteuergewinn beziffert die CS mit 103 Millionen Franken.

Mit Blick nach vorne heisst es, es sei nach wie vor ungewiss, wie sich die Pandemie entwickeln werde. Man gehe aber davon aus, dass Transaktionsvolumen und Handelsaktivität im Vermögensverwaltungsgeschäft und Investment-Banking-Geschäft angesichts des vorherrschenden Umfelds weiterhin hoch bleiben werden, da die Kunden auf die makroökonomischen Unsicherheiten reagieren würden.

Derweil sollen die wegen der Coronakrise auf Eis gelegten Aktienrückkäufe im Januar 2021 wieder aufgenommen werden.

Zwei Britinnen für Verwaltungsrat vorgeschlagen

Bei der Credit Suisse sollen an der kommenden Generalversammlung Ende April 2021 mit Clare Brady und Blythe Masters zwei Britinnen als neue Mitglieder in den Verwaltungsrat gewählt werden. Die Nachfolgelösung für Präsident Urs Rohner soll derweil noch vor Jahresende kommuniziert werden.

Clare Brady war laut Mitteilung der Credit Suisse vom Donnerstag Director of Internal Audit beim Internationalen Währungsfonds und ist derzeit unter anderem Mitglied der Audit and Risk Commission der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) in der Schweiz. Früher war sie zudem in diversen Positionen bei der Deutschen Bank, der Bank of England und bei Barclays tätig.

Blythe Masters ihrerseits war den Angaben zufolge lange als Führungskraft bei J.P. Morgan Chase tätig und hatte dort während 27 Jahren verschiedene leitende Funktionen inne. Anschliessend arbeitete sie bei Digital Asset Holdings, einem Finanztechnologieunternehmen, dessen CEO sie bis 2018 war. Derzeit ist sie unter anderem Mitglied des Verwaltungsrats von A.P. Moller – Maersk.

Von den derzeitigen Mitgliedern des Verwaltungsrats treten laut Mitteilung Joaquin J. Ribeiro, John Tiner und Präsident Urs Rohner bei der Generalversammlung 2021 nicht mehr zur Wiederwahl an. Alle anderen Mitglieder des Verwaltungsrats stellen sich für eine weitere Amtszeit von einem Jahr zur Verfügung. Der Nachfolgeplanungsprozess für die Funktion des Verwaltungsratspräsidenten sei bereits weit fortgeschritten und die Nachfolge von Urs Rohner werde noch vor Jahresende bekannt gegeben, schreibt die CS.

SDA/oli