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Teure Rechtsstreitigkeiten in den USACredit Suisse schreibt Verluste

Die zweitgrösste Schweizer Bank muss für mehrere Rechtsfälle vorsorgen und erwartet deshalb für das vierte Quartal rote Zahlen.

Ein Rechtsfall drückt die Credit Suisse in die Verlustzone.
Ein Rechtsfall drückt die Credit Suisse in die Verlustzone.
Foto: Gianluca Colla (Bloomberg)

Die Rechtsstreitigkeiten im Nachgang zur US-Immobilienkrise ab 2007 kommen die Credit Suisse teuer zu stehen. Die zweitgrösste Schweizer Bank muss Geld für mögliche Bussen zurücklegen und rutscht deshalb im vierten Quartal 2020 in die roten Zahlen. Wie gross der Verlust ausfiel, gab das Institut am Freitag noch nicht bekannt. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank rechnen mit einem Minus zwischen 200 und 400 Millionen Franken. Das ist zwar ärgerlich, dürfte für die Bank aber dennoch verkraftbar sein: Denn zeitgleich mit dem Verlust kündigte die Credit Suisse an, im angelaufenen Jahr bis zu 1,5 Milliarden Franken für Aktienrückkäufe auszugeben.

Bei den Rechtsfällen in den USA geht es vor allem um einen Streit mit dem amerikanischen Versicherer MBIA. Dieser hatte Garantien für Wertpapiere abgegeben, die mit US-Immobilienkrediten besichert waren. Doch dann kollabierte der US-Wohnimmobilienmarkt, viele Papiere wurden quasi über Nacht wertlos. MBIA warf der Bank daraufhin vor, die Risiken in Zusammenhang mit den Wertpapieren verschwiegen zu haben. Die Credit Suisse setzte sich dagegen zur Wehr, hatte zunächst aber keinen Erfolg: Gemäss einem Urteil muss sie bis zu 680 Millionen Dollar an Schadenersatz zahlen.

Bank erhöht Rückstellungen auf über eine Milliarde

Das will die Bank jedoch nicht hinnehmen und geht in Berufung. Für diesen und andere ähnlich gelagerte Rechtsfälle hat die Bank ihre Rückstellungen nun um 850 Millionen Dollar erhöht. Sie betragen damit nun über eine Milliarde Dollar. Wieviel die Bank letztlich bezahlen muss, ist noch offen. Denn neben dem Streit mit MBIA gibt es noch diverse andere Rechtsstreitigkeiten: Auch einzelne Anleger haben Klage gegen die Bank eingereicht oder sich in Sammelklagen gegen das Institut verbündet.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Credit Suisse eine hohe Rechnung im Zusammenhang mit dem Kollaps des US-Immobilienmarktes präsentiert bekommt: Im Rechtsstreit mit dem amerikanischen Justizministerium musste die Bank bereits 2017 knapp 2,5 Milliarden Dollar bezahlen.

Auch andere Banken waren oder sind noch jahrelang mit der Aufarbeitung der Krise beschäftigt. Ihnen wurde vorgeworfen, die Konsumenten hinters Licht geführt und die Risiken bei den maroden Hypothekarkrediten verschwiegen zu haben.

10 Kommentare
    Philipp M. Rittermann

    verstehe ich das richtig. man nimmt rechtsfälle aus zweifelhaften deals in den usa bewusst in kauf und trägt dafür kosten die in verlusten resultieren - ehrlich?

    ...ich werde sie nie verstehen, die märchenwelt der globalisierten grossbanken.