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Coronavirus in der Schweiz+++ Polizei sperrt Passstrasse auf den Flüela +++ 822 Neuinfektionen in einem Tag

Die Bündner Kantonspolizei musste wegen zahlreicher Ausflügler ein Fahrverbot aufstellen, um das wilde Abstellen von Autos entlang der Strasse zu verhindern. Schweizer Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Bundesrat hat per Notrecht einschneidende Massnahmen für die gesamte Bevölkerung verordnet. Diese gelten seit 17. März und bis mindestens 19. April.
  • Die Regierung schnürt milliardenschwere Hilfspakete für die Wirtschaft.
  • Gruppen über fünf Personen sind verboten und werden gebüsst.

Wann und wie stark die Massnahmen wirken, zeigt der Vergleich des Schweizer Covid-19-Ausbruchs mit anderen Ländern.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur aktuellen Lage: Alles zum Ausbruch des Coronavirus.

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Zufahrt zum Flüelapass GR wegen Rekordandrangs gesperrt

Die Zufahrt zum Flüelapass GR ist am Samstag gesperrt worden. Ausflügler hatten auf einer Länge von zwei Kilometern rund hundert Fahrzeuge auf beiden Seiten der Strasse abgestellt. Die Kantonspolizei Graubünden spricht von einem Besucherrekord – trotz Aufforderung der Behörden, wegen des Coronavirus zu Hause zu bleiben.

Menschenmassen am Flüelapass
Freizeitsportler hielten sich am Samstag, 4. April 2020, nicht an die Anweisungen, zu Hause zu bleiben. Weil alle Parkplätze besetzt waren, stellten viele ihre Autos auf der Strasse ab.

Der Flüelapass, der wegen der Wintersperre derzeit noch geschlossen ist, konnte bisher von Davos her bis zur mittleren Station Tschuggen mit dem Auto befahren werden. Am Sonntag stellte die Polizei an der Talstation der Pischa-Bahn allerdings ein Fahrverbot auf, um das wilde Abstellen von Autos entlang der Strasse zu verhindern.

Am Samstag wurden noch keine Bussen verteilt, wie der Sprecher der Kantonspolizei, Markus Walser, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA gegenüber einen Bericht von «Blick online» bestätigte. Auch verzeigt worden sei niemand.

822 neue Covid-19-Fälle in der Schweiz innerhalb eines Tages

In der Schweiz ist die Zahl der nachgewiesenen Covid-19-Infektionen innerhalb eines Tages um 822 auf 21'100 Fälle gestiegen. Die Kantone meldeten insgesamt mindestens 621 Tote.

Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die sich auf die offiziellen Angaben der Kantone stützt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gab am Sonntag die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 mit 559 an. Es stützt sich auf Angaben der Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte.

Die neusten Fallzahlen zeigen, dass die Zahl der Infektionen weiterhin stetig ansteigt. Mittlerweile weist die Schweiz eine der höchsten Raten an Neuansteckungen in Europa auf. Die Inzidenzen belaufen sich auf 246 Fälle pro 100'000 Einwohner. Bezogen auf die Einwohnerzahl sind die Kantone Tessin, Genf, Waadt und Basel-Stadt weiterhin am stärksten von der Pandemie betroffen. Mindestens 2'354 Covid-19-Patienten wurden hospitalisiert.

Bei den Toten waren laut BAG 64 Prozent Männer. Die Altersspanne der verstorbenen Personen betrug 32 bis 101 Jahre. 97 Prozent der Toten litten zuvor an mindestens einer Vorerkrankung. Die drei am häufigsten genannten Vorerkrankungen waren Bluthochdruck (66 Prozent), Herz-Kreislauferkrankungen (55 Prozent) und Diabetes (28 Prozent).

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Covid-19 beläuft sich bisher insgesamt auf rund 158'000, davon fiel das Resultat bei 15 Prozent der Fälle positiv aus.

Dutzende Schweizer aus Australien nach Hause gebracht

Die Schweiz hat am Sonntag dutzende auf dem Kontinent Australien gestrandete Menschen repatriiert. Eine vom Aussendepartement gecharterte Maschine der Fluggesellschaft Edelweiss mit 177 Passagieren an Bord landete laut Angaben des Flughafens um 06.20 Uhr in Zürich.

Das Flugzeug war am Samstag in der australischen Ostküstenmetropole Sydney mit 193 Passagieren aus der Schweiz und elf weiteren Ländern an Bord gestartet, wie der für die Asien-Pazifik-Region zuständige Botschafter Raphael Nägeli im Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Die Maschine legte vor der Landung in Zürich einen Zwischenstopp auf der thailändischen Insel Phuket ein.

Es handelte sich um den neunzehnten Flug im Rahmen der Rückholaktion des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Insgesamt wurden bereits rund 2400 Schweizer Reisende zurückgebracht. Wegen der Coronavirus-Pandemie sitzen viele Schweizer Touristen und Geschäftsreisende im Ausland fest. Das EDA startete deshalb die bislang grösste Rückholaktion in seiner Geschichte.

Mehrere Töffunfälle

Der Aufruf der Polizei zum Verzicht auf Ausflugsfahrten ist nicht überall befolgt worden. So hat allein die Schwyzer Kantonspolizei am Samstag auf ihrem Gebiet mehrere Motorradunfälle mit insgesamt drei Verletzten registriert.

Die Kantonspolizei appellierte deshalb in einer Mitteilung erneut eindringlich an die Bevölkerung, die Empfehlungen des Bundesrates zu befolgen und wenn immer möglich zu Hause zu blieben. Insbesondere sei auf Ausflüge zu verzichten.

UBS vergibt Kredite von 1,8 Milliarden Franken

Die Grossbank UBS hat im Zuge der finanziellen Unterstützung von Schweizer Unternehmen wegen der Coronakrise bisher 23'000 Anträge im Umfang von 1,8 Milliarden Franken gesprochen. Die Kredithöhe betrug laut Konzernchef Sergio Ermotti im Schnitt 200'000 Franken.

Auf die Frage, ob es bereits Anträge für Kredite von über einer halben Million gebe, sagte Ermotti in einem Interview mit dem «SonntagsBlick», der allergrösste Teil betreffe Kredite darunter. Bei den höheren Beträgen gebe es Kredite bis zu 20 Millionen Franken, aber ausserhalb des Programms auch Anträge von multinationalen Konzernen, die weit über diesen Betrag hinausgingen. Es gebe alles: von sehr kleinen Beträgen bis zu Milliardenkrediten.

«Teil der Lösung»

Er hoffe, dass kleine und mittelgrosse Unternehmen mit Hilfe der Banken gerettet werden könnten. Das Ziel der Aktion sei es, dass die Firmen die Krise überstehen könnten. Natürlich müssten sich die Firmen verschulden. Aber die Kredite seien zinslos. Sie seien somit wenigsten keine Last für den Cashflow. Hinzu komme, dass 80 Prozent der Kunden, die jetzt Sofortkredite bei der UBS aufgenommen hätten, bisher nicht verschuldet gewesen seien.

Ermotti betonte einmal mehr, dass die UBS keinen Rappen an den Krediten verdiene. Auch habe die Grossbank keine Liquiditätsvorteile. Sollten Gewinne anfallen, werde die UBS das Geld spenden. Die UBS sei auf die Krise vorbereitet. «Wir sind Teil der Lösung», sagte Ermotti in dem Interview weiter.

Deutschschweizer Bevölkerung befolgt Regeln

Trotz Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen sind die Menschen am Samstag nicht wie sonst zu dieser Jahreszeit ins Freie geströmt. Das Coronavirus warf seinen Schatten und hielt die Lebensfreude im Zaum, wie eine Umfrage in Basel, Bern, Luzern und Zürich zeigte.

Die Leute versuchen den Spagat zwischen Einhaltung der Behörden-Warnungen und Abstandsregeln und dem natürlichen Bedürfnis, an den Rhein oder sonst in die Natur zu gehen, sagte ein Polizeisprecher in Basel der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Seit dem 21. März seien am Rheinknie rund hundert Bussen verteilt worden, das sei nicht viel.

Auch in Bern waren deutlich weniger Menschen in der Stadt unterwegs als vor der Corona-Krise. Bussen wurden kaum erteilt, genauso wenig wie in Luzern, wo die Situation ähnlich war. Im Vergleich zum letzten Wochenende schienen viele Menschen einsichtiger geworden zu sein, mutmasst die Polizei.

In Zürich mussten zwar immer wieder Gruppen ermahnt werden sich aufzulösen und den Abstand einzuhalten, dennoch kam es zu keinen grösseren Zwischenfällen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Im Kanton St. Gallen intervenierte bei Kontrollen in 39 Fällen, weil es zu grösseren Menschenansammlungen gekommen war.

Nun sind es über 600 Tote

Die Zahl der in der Schweiz und Liechtenstein nachgewiesenen Covid-19-Infektionen ist laut Bund innerhalb eines Tages um 975 Fälle auf 20'278 gestiegen. Die Kantone meldeten am Samstag insgesamt 621 Tote – 49 mehr als am Vortag.


Dies ergab die Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die sich auf die offiziellen Angaben der Kantone stützt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gab am Samstag die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung mit 540 an. Es stützt sich auf Angaben der Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte.


Bei den Toten waren laut BAG 64 Prozent Männer. Die Altersspanne der verstorbenen Personen betrug 32 bis 101 Jahre. 97 Prozent der Toten litten zuvor an mindestens einer Vorerkrankung. Die drei am häufigsten genannten Vorerkrankungen waren Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes.


Mittlerweile weist die Schweiz eine der höchsten Raten an Neuansteckungen in Europa auf. Die Inzidienzen belaufen sich auf 236 Fälle pro 100'000 Einwohner. Bezogen auf die Einwohnerzahl sind die Kantone Tessin, Genf, Waadt und Basel-Stadt weiterhin am stärksten von der Pandemie betroffen.


Die Zahl der durchgeführten Tests auf Covid-19 belaufen sich bisher insgesamt auf rund 153'440, davon fiel das Resultat bei 15 Prozent der Fälle positiv aus.

39 Fälle wegen Missachtung in St. Gallen

Im Kanton St. Gallen ist es in den vergangenen 24 Stunden zu zahlreichen Verstössen gegen Behördenanweisungen wegen der Coronavirus-Pandemie gekommen. Die Polizei intervenierte bei Kontrollen in 39 Fällen, weil es zu grösseren Menschenansammlungen gekommen war.


Viele Personen würden die Massnahmen mit fortschreitender Zeit immer mehr auf die leichte Schulter nehmen, teilte die Kantonspolizei St. Gallen am Samstagmorgen mit. So hätten sich Jugendliche und junge Erwachsene trotz Versammlungsverbot etwa auf dem Gelände von Schulhäusern aufgehalten. Zu Ansammlungen kam es demnach auch bei öffentlichen Feuerstellen.


In zwei Fällen hätten sich die Personen uneinsichtig gezeigt, was den Mindestabstand anbelangte, schreibt die Polizei. Diese seien gebüsst worden. In einem Fall habe eine Geburtstagsparty mit zu vielen Personen stattgefunden.


Bei mehreren Schulhäusern und Sportplätzen trafen die Beamten zahlreiche spielende Kinder in zu grossen Gruppen an. Sie klärten die Eltern auf und schickten die Gruppen nach Hause.


Die Polizei appellierte an die Bevölkerung, die geltenden Regeln einzuhalten. Gemäss diesen sollen die Menschen generell zuhause bleiben. Unter anderem sind Ansammlungen von mehr als fünf Personen verboten. Zudem sollen die Menschen zueinander einen Mindestabstand von zwei Metern einhalten.

Die Kapo St. Gallen hat wegen Verstössen gegen die Bestimmungen intervenieren müssen. (Keystone/Symbolbild)

Armee rechnet nicht alle Diensttage an

Den Militärangehörigen im Einsatz wegen der Coronavirus-Pandemie werden teils nicht alle Diensttage angerechnet. Dies erklärte Verteidigungsministerin Viola Amherd in einem Interview mit dem «Blick» vom Samstag.


Sonst könne die Armee möglicherweise bei der nächsten Pandemiewelle oder im Ereignisfall keine Unterstützung mehr leisten, sagte die 57-jährige Walliser CVP-Bundesrätin. Wer derzeit aber Dienst leiste, müsse dieses Jahr sicher keinen Wiederholungskurs (WK) mehr machen.


Amherd stützt sich auf einen Beschluss des Bundesrats. Zurzeit stehen wegen der Mobilmachung im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie rund 5000 Soldaten im Einsatz. Sie unterstützen unter anderem Spitäler in den Kantonen, Polizeien und die Grenzwache. Der Bundesratsbeschluss sieht ein Aufgebot von maximal 8000 Soldaten vor.

Das Militär und das Virus: Bundesrätin Viola Amherd und Armee-Chef Thomas Süssli an einer Medienkonferenz in Bern. (Keystone/4. September 2019)

10 weitere Tote im Tessin

Im Kanton Tessin sind in den letzten 24 Stunden erneut 10 Personen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. 65 Personen sind neu positiv auf das Virus getestet worden.


Insgesamt wurden bis Samstagmorgen im Kanton Tessin 2442 Personen positiv auf das Virus getestet. 314 Personen konnten bisher das Spital verlassen. 165 Menschen verloren aufgrund des Coronavirus ihr Leben.

«Kontrollierte Rückkehr»

Economiesuisse-Präsident Heinz Karrer hofft auf eine möglichst rasche Trendwende bei den Coronavirus-Neuinfektionen. Dann sei auch eine kontrollierte Rückkehr zu einer gewissen Normalität möglich, sagte er in einem Interview mit «10vor10».

Denn die Situation in der Schweizer Wirtschaft sei schwierig und zum Teil dramatisch. Ein Drittel habe Liquiditätsprobleme, etwa 30 Prozent des Umsatzes sei weggebrochen. Es gebe auch Firmen, in denen keine Aufträge mehr vorhanden seien. «Wenn kein geordneter Rückgang zu einer gewissen Normalität passiert, haben wir fatale Konsequenzen, auch gesellschaftliche und Langzeitfolgen», sagte Karrer.

Swiss gegen Verstaatlichung

Während die Muttergesellschaft Lufthansa in Deutschland eine zumindest teilweise Beteiligung des Staates nicht mehr ausschliesst, sieht Swiss das immer noch nicht als Option. «Es finden Gespräche mit dem Bund statt. Hier geht es um einen allfälligen Überbrückungskredit, beziehungsweise eine Staatsgarantie. Dieser Kredit würde selbstverständlich zurückbezahlt werden», so ein Sprecher auf Anfrage der Redaktion Tamedia.

Die Swiss will ohne Staatsbeteiligung aus der Krise kommen.
Die Swiss will ohne Staatsbeteiligung aus der Krise kommen.
Keystone

«Eine (Teil-)Verstaatlichung wäre aus unserer Sicht der falsche Ansatz«, fügt er an. Swiss sei ein robustes und gesundes Schweizer Grossunternehmen, das im Verbund der Lufthansa Group über eine starke Marktposition verfügt. Man verfüge über ein gesundes finanzielles Polster, doch bei einer anhaltenden Krise könnte es dennoch zu einem temporären Liquiditätsengpass kommen. «In diesem Fall ist es wichtig, dass schnell Liquidität zur Verfügung gestellt wird, die nach der Krise zurückbezahlt werden kann.»
(laf)

Strassenkontrollen Richtung Tessin

Die Tessiner Regierung verlängert ihre zu Beginn umstrittenen Massnahmen um zwei Wochen. Reisefreudige Deutschschweizer sollen ab nächster Woche mittels Strassenkontrollen und Sensibilisierungskampagne von der «Sonnenstube der Schweiz» ferngehalten werden.

Das «Ausgehverbot» für über 65-Jährige wird verlängert, und zwar um zwei Wochen bis zum 13. April. Bussen würden jedoch keine verteilt, hielt Regierungspräsident Christian Vitta an einer Pressekonferenz fest. Auch die ursprünglich bis zum 29. März geltende Schliessung aller Industriebetriebe wird bis zum 13. April verlängert. Vitta erinnerte daran, dass Kontrollen vorgenommen würden.

Vor Ostern würden zudem bereits in den Kantonen Uri und Graubünden Strassenkontrollen durchgeführt, um Reisende Richtung Tessin über die Situation im Südkanton zu informieren. Es sei nicht der Moment, in den Südkanton zu reisen, wiederholte Cocchi jene Botschaft, die bereits vom Bund verbreitet worden war. Das Tessin werde seine Freunde aus dem Norden gerne zu einem späteren Zeitpunkt empfangen.

Kantonsarzt Giorgio Merlani ordnete zum Schluss der Medienkonferenz die jüngsten Zahlen ein. Die Situation der Ansteckungen im Tessin sei «stabil linear». Aber auch wenn die implementierten Massnahmen Wirkung zeigten, sei das Virus noch immer da draussen.

«Deshalb müssen wir vorsichtig sein», mahnte Merlani. Die Pandemie habe mit einer einzigen infizierten Person begonnen. Jetzt seien Menschen in aller Welt mit dem Coronavirus infiziert.

Kaum Bewegung an der Börse

Die Schweizer Börse verdaut die Vorwochen-Gewinne. Der SMI gab 0,1 Prozent nach auf 9260 Punkte. Händler erklärten, angesichts von drei aufeinanderfolgenden Wochen mit Kursgewinnen sei eine Atempause fällig gewesen. Zudem dürfte der Anstieg der US-Arbeitlosenquote auf 4,4 Prozent erst ein Vorbote eines dramatischen Einbruchs der US-Wirtschaft sein. Doch damit nehme auch die Wahrscheinlichkeit von weiteren Stützungsmassnahmen der US-Notenbank zu, hiess es.

«Herzzerreissende Szenen» am Grenzzaun

Zwischen Kreuzlingen und Konstanz wird ein zweiter Zaun aufgestellt. Damit wollen die Behörden sicherstellen, dass die vielen Menschen, die sich an der Grenze treffen, den vorgeschriebenen Abstand von zwei Metern einhalten.
Zudem wird der Bahnübergang bei der Kunstgrenze ab sofort gesperrt.

Am Grenzzaun gebe es «herzzerreissende Szenen», sagte Simon Hofmann, Stabschef des regionalen Führungsstabs Kreuzlingen. Liebespaare, getrennte Familien, Freunde und Kollegen treffen sich am Zaun. Da werde geküsst, Händchen gehalten und Kaffee getrunken.

Zwischen Kreuzlingen und Konstanz kommen sich die Menschen zu nah, jetzt muss ein zweiter Zaun her.
Treffen an der Grenze:
Zwischen Kreuzlingen und Konstanz kommen sich die Menschen zu nah, jetzt muss ein zweiter Zaun her.
Keystone

Nun wurde auf Kreuzlinger Seite im Abstand von zwei Metern ein zweiter Zaun aufgestellt. Den ersten Zaun auf dem rund 350 Meter langen Abschnitt zwischen dem alten Zoll Kleinvenedig und dem See hatte die Deutsche Bundespolizei Mitte März installiert, als die Grenze geschlossen wurde.

Über 100 Todesfälle in der Waadt

Im Kanton Waadt ist die Marke von 100 Todesfällen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 überschritten worden. Bis Freitag erlagen 107 Menschen im Kanton der Viruskrankheit, 15 mehr als am Vortag. Die gute Nachricht ist jedoch, dass die Zahl der Spitaleinweisungen zurückgeht.

Die Waadt ist nach dem Tessin der zweite Kanton, in dem es über 100 Coronavirus-Todesfälle gegeben hat. Von den 107 im Kanton Waadt registrierten Opfern waren 94 über 75 Jahre alt.

386 Personen befanden sich in Spitalpflege (davon 83 auf der Intensivstation). Das sind 15 weniger als am Vortag. Es ist das erste Mal seit Beginn der Krise, dass die Patientenzahl im Kanton Waadt zurückgegangen ist. Die Zahl der bestätigten positiven Fälle stieg derweil weiter und lag am Freitag bei 3796.

Aargauer Regierungsrat ins Spital verlegt

Der am Coronavirus erkrankte Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann befindet sich im Spital. Der 63-jährige Justiz- und Polizeidirektor ist gemäss Angaben der Staatskanzlei wegen des Virus geschwächt und daher hospitalisiert worden.
Hofmann befinde sich im Spital auf einer normalen Station, sagte Staatsschreiberin Vincenza Trivigno. Er sei erschöpft und werde nun gesundgepflegt. Am Mittwoch hatte es bei der Staatskanzlei geheissen, Hofmann leide an hartnäckigen Symptomen, unter anderem an Fieber.

Der Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann liegt im Spital.
An Covid-19 erkrankt:
Der Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann liegt im Spital.
Keystone

Regierungsrat Hofmann war am 24. März positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ebenfalls im Spital befindet sich Regierungssprecher Peter Buri. Er habe einen Rückfall erlitten.
Positive Befunde gibt es auch für Finanzdirektor Markus Dieth, Polizeikommandant Michael Leupold sowie für Dieter Wicki, Chef des Kantonalen Führungsstabes und Leiter der Task-Force Coronavirus.

Blumenhändler lanciert Petition

Blumen sollen zur Grundversorgung zählen und wieder verkauft werden dürfen. Das fordert eine von einem Zürcher Blumenproduzenten lancierte Petition. 25'000 Personen haben sie unterschrieben.

Lanciert wurde sie vom Zürcher Oberländer Blumenproduzenten Stefan Isler. Die aktuelle Krise sei eine psychische Belastung für die Bevölkerung, schrieb er in einer Mitteilung. Schweizer Blumen seien ein einfaches Mittel, um seelische Blessuren zu lindern.

Über 75'000 Kredite vergeben

Die Schweizer Banken haben in der Zeit vom 26. März bis zum 2. April insgesamt 76'034 Covid-19-Kredite mit einem Volumen von rund 14,3 Milliarden Franken vergeben, wie das Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) bekannt gab. Der geschätzte durchschnittliche Bürgschaftsbetrag des Bundes habe sich dabei auf 188'000 Franken betragen. Um die vielen Anträge bearbeiten zu können, haben die Institute zusätzliche Mitarbeitende aufgeboten.

Die UBS hat bisher KMU-Liquiditätskredite über rund 1,8 Milliarden Franken vergeben, bei der CS ist ein Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden. Anfänglich seien bei der UBS täglich 6000 Anträge eingetroffen – mittlerweile seien es noch etwa 2000 pro Tag. Raiffeisen habe bis am frühen Freitagmorgen etwa 1,2 Milliarden Franken an rund 12'500 Kreditsteller ausgezahlt. Immerhin gehe die Anzahl eingehender Antragsgesuche seit Mitte Woche zurück, so eine Sprecherin.

Drive-in gut genutzt

Das neue Berner Drive-in-Testzentrum wird fleissig genutzt. Am Freitag wurden rund 100 Tests durchgeführt, um die Abläufe und Prozesse in der neuen Einrichtung einspielen zu können. Für Montag wird die Kapazität aufgestockt auf 200 bis 300 Tests pro Tag. Dies ist momentan das Maximum.

(red/sda/reuters)