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Coronavirus in der Schweiz+++ 17 neue Ansteckungen +++ Rasche Zinsnormalisierung laut SNB unrealistisch

Die Neuinfektionen bleiben auf tiefem Niveau. Erstmals starb in der Schweiz ein Säugling an den Folgen des Coronavirus. Die News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit Montag dem 11. Mai fährt der Schweizer ÖV wieder weitgehend nach normalem Fahrplan.
    Auch Schulen und viele Geschäfte haben erstmals seit knapp zwei Monaten geöffnet.
  • Coiffeurgeschäfte, Kosmetikstudios, Gartencenter und Baumärkte öffneten bereits am 27. April.
  • Eine dritte Lockerung ist ab dem 8. Juni vorgesehen.

Wann und wie stark die «Lockdown»-Massnahmen wirken, zeigt der Vergleich des Schweizer Covid-19-Ausbruchs mit anderen Ländern.

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17 neue Ansteckungen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 17 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Am Freitag waren 32, am Donnerstag 20 sowie am Mittwoch und Dienstag je 15 neue Fälle gemeldet worden.

Insgesamt gab es 30'845 laborbestätigte Fälle, wie das BAG am Samstag mitteilte. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 in allen Kantonen zusammen betrug nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Samstagmittag 1919, gleich viele wie an den beiden Tagen zuvor. Keystone-SDA analysiert die auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden offiziellen Daten.

Zahl kann von jener der Kantone abweichen

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit 1657, gleich viele wie am Vortag. Das entspreche 19 Todesfällen pro 100'000 Einwohner. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Samstagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG.

Am Freitag wurde bekannt, dass in der Schweiz ist erstmals ein Säugling an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben ist. Das Kind aus dem Kanton Aargau hatte sich im Ausland angesteckt. Der Fall wird laut BAG weiter untersucht. Aus anderen Ländern habe man bereits in der Vergangenheit von solchen Fällen gewusst.

Hygieneregeln und Abstandhalten sind laut BAG weiterhin wichtig.
Hygieneregeln und Abstandhalten sind laut BAG weiterhin wichtig.
Foto: Keystone

Weiter wurde bekannt, dass sich in Basel zwei Kinder mit dem Coronavirus angesteckt haben. Rund siebzig Personen werden deshalb in Quarantäne gesetzt.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, belaufen sich bisher insgesamt auf 394'717 Bei neun Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 359 Ansteckungen.

Rasche Zinsnormalisierung laut SNB unrealistisch

Die Virus-Krise verzögert eine Zinserhöhung durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) weiter. «Wir warten schon lange auf die Normalisierung bei den Zinssätzen», sagte SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg in einem vorab verfügbaren Interview der Zeitung «Schweiz am Wochenende». «Eine rasche Normalisierung ist durch die Pandemie noch unrealistischer geworden.» Um den Höhenflug des Frankens zu bremsen und damit die exportabhängige Wirtschaft zu stützen, liegt der Leitzins in dem Land auf rekordtiefen minus 0,75 Prozent.

Die Nationalbank hält eine rasche Zinsnormalisierung für unrealistisch.
Die Nationalbank hält eine rasche Zinsnormalisierung für unrealistisch.
Foto: Stefan Wermuth/Bloomberg/Getty Images

Auf die Frage, ob eine möglicherweise bevorstehende Senkung der US-Zinsen in den negativen Bereich die SNB zum Nachziehen veranlassen könnte, erklärte Zurbrügg: «Allfällige Entwicklungen im Ausland fliessen natürlich in unsere Lagebeurteilung ein; die nächste steht Mitte Juni an.» Wenn andere Zentralbanken die Sätze senkten, stelle sich die Frage, was das für die Schweiz bedeute. «Grundsätzlich haben wir noch Spielraum sowohl bei der Bilanz als auch bei den Zinssätzen.»

Die SNB sehe keine Anzeichen, dass aufgrund der Corona-Pandemie Banknoten verstärkt gehortet würden.

32 neue Fälle in der Schweiz

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden innerhalb eines Tages 32 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus registriert. Am Donnerstag waren 20, am Mittwoch und Dienstag je 15 neue Fälle gemeldet worden. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende.

Die höchste Fallzahl in dieser Woche solle die Bevölkerung aber daran erinnern, dass «die Geschichte mit dem Coronavirus» noch nicht zu Ende sei, sagte Kuster. Es sei auch sehr wichtig, weiter die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Auch Kontaktlisten wären zwar sinnvoll, sie würden aber nicht vor der Ansteckung schützen. Dazu sei Distanz am wichtigsten.

Wichtige Tests

Mittlerweile wurden in der Schweiz und Liechtenstein 30'828 laborbestätigte Covid-19-Fälle registriert. Die meisten neuen Fälle gebe es im Umfeld von bereits bekannten Fällen, sagte Kuster. Derzeit gebe es keinen Grund, etwas an der Eindämmungsstrategie zu ändernn. Der Bund bleibe aber wachsam und werde reagieren, wenn der Trend in eine falsche Richtung gehen sollte.

Die neuen Ansteckungen mit dem Coronavirus bleiben auf tiefem Niveau.
Die neuen Ansteckungen mit dem Coronavirus bleiben auf tiefem Niveau.
(Keystone/Symbolbild)

5000 Tests seien am Donnerstag durchgeführt worden, sagte Kuster. «Wir wollen jeden Fall finden, identifizieren und die Infektionsketten unterbrechen.» Die Kontakte der infizierten Personen sollten sich ebenfalls in Quarantäne begeben.

Fast 2000 Todesfälle

Laut dem Bund sind 1657 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Die Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA ergab am Freitagmittag 1919 Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19, gleich viele wie am Tag zuvor.

Keystone-SDA analysiert die auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden offiziellen Daten. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Freitagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG.

Armee schliesst Einsatz für Gesundheitswesen ab

Die Armee hat am Freitag ihren Corona-Einsatz für das Gesundheitswesen abgeschlossen. Sie hat seit dem 16. März rund 280 entsprechende Aufträge ausgeführt. Noch rund tausend Armeeangehörige verbleiben im Assistenzdienst. Die ersten Armeeangehörigen waren am 16. März per Mobilmachung aufgeboten worden, um das Gesundheitswesen in der Corona-Pandemie zu unterstützen.

Mit der Auslösung der Mobilmachung beauftragte der Bundesrat die Armee, das zivile Gesundheitswesen, die Eidgenössische Zollverwaltung und die kantonalen Polizeikorps mit bis zu maximal 8000 Armeeangehörigen zu unterstützen. Seither haben zeitweise bis zu 5000 Armeeangehörige in allen Schweizer Kantonen sowie im Fürstentum Liechtenstein rund 300'000 Diensttage geleistet, wie die Armee mitteilte.

Mit Einheiten aus den Bereichen Sanität, Spital und Transport wurde auf Anfragen der Kantone das zivile Gesundheitswesen unterstützt. Rund 280 Aufträge zu Gunsten von Spitälern, Heimen und auch eines Gefängnisses wurden bis Ende Mai ausgeführt.

Die zurzeit noch 800 Armeeangehörigen, die in den Bereichen «Helfen» und «Basisleistungen» noch Assistenzdienst leisten, wurden am Freitag nach Hause entlassen.

Knapp hundert Durchdiener und freiwillig Dienst leistende Armeeangehörige stehen für die technische Unterstützung einzelner Kantone bis voraussichtlich Mitte Juni weiter zur Verfügung.

Weiterhin Grenzkontrollen

Kontrollen an der Grenze sind bis mindestens zum 14. Juni weiterhin nötig. Dafür bleiben rund 650 Armeeangehörige von Infanterie und Militärpolizei im Einsatz, um weiterhin die Eidgenössische Zollverwaltung sowie zwei kantonale Polizeikorps zu unterstützen.

Dazu kommen weitere rund 250 Armeeangehörige, die Basisleistungen erbringen und in Stäben Dienst leisten. Insgesamt stehen somit noch rund tausend Armeeangehörige im Assistenzdienst.

Die Rekrutierung wird seit dem 25. Mai wieder durchgeführt. Rund 12'000 Rekruten und Kader werden wie geplant am 29. Juni ihre Sommerrekrutenschulen starten. Auch die für das vierte Quartal geplanten Wiederholungskurse werden gemäss der heutigen Planung durchgeführt. Für sämtliche Dienstleistungen gelten entsprechende, mit dem Bundesamt für Gesundheit abgesprochene Konzepte als Grundlage für die Hygiene- und Verhaltensregeln.

Nako stimmt ALV-Milliarden zu

Der Bundesrat beantragt dem Parlament zusätzlich rund 15 Milliarden Franken zur Bewältigung der Corona-Krise. Der grösste Teil davon ist für die Arbeitslosenversicherung (ALV) bestimmt. Die Finanzkommission des Nationalrats hat die Kredite ohne Gegenstimme gutgeheissen.

Den 14,2 Milliarden Franken für den ALV-Fonds stimmte sie einstimmig zu, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten. Mit dem Geld sollen die Kosten der Kurzarbeitsentschädigung gedeckt werden. In der ausserordentlichen Session hatten die Räte bereits 6 Milliarden Franken für die Arbeitslosenversicherung bewilligt. Zudem erhöhte der Bundesrat die Verschuldungslimite der Sozialversicherung um 8 Milliarden Franken.

Für Diskussionen sorgten in der Kommission die neuen Covid-Kredite für den Sport. Zu den bereits bewilligten 100 Millionen Franken beantragt der Bundesrat weitere 500 Millionen Franken. Für den Betrieb der Fussball- und Eishockeyligen sieht er 350 Millionen Franken vor, mit 150 Millionen Franken soll zudem der Breiten- und Leistungssport gestützt werden.

20 neue Ansteckungen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 20 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Am Mittwoch und Dienstag waren 15 neue Fälle gemeldet worden.

Insgesamt gibt es 30'796 laborbestätigte Fälle, wie das BAG mitteilt. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 in allen Kantonen zusammen betrug nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Donnerstagmittag 1917, gleich viele wie am Tag zuvor. Keystone-SDA analysiert die auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden offiziellen Daten.

Die Zahl der Neuansteckungen in der Schweiz ist im Vergleich zum Vortag leicht angestiegen.
Die Zahl der Neuansteckungen in der Schweiz ist im Vergleich zum Vortag leicht angestiegen.
Foto: Keystone

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit 1655 (Vortag: 1649) an. Das entspreche 19 Todesfällen pro 100'000 Einwohner. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Mittwochmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, belaufen sich bisher insgesamt auf 385'822. Bei 10 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 359 Ansteckungen.

Pflicht mit Kontaktdaten in Restaurants gebilligt

Der Datenschutzbeauftragte Adrian Lobsiger hat die vom Bundesrat ab dem 6. Juni vorgesehene begrenzte Datenerhinterlegungspflicht für Gäste in Bars und Restaurants abgesegnet. Gegen eine allgemeine Pflicht hatte er bei der Wiedereröffnung vor gut zwei Wochen noch sein Veto eingelegt, und es blieb bei der Freiwilligkeit (lesen Sie dazu: Namenslisten in den Restaurants bleiben leer).

Der Bundesrat hat am Mittwoch per Verordnung beschlossen, dass mit der weiteren Lockerung ab dem 6. Juni in Restaurants eine Datenhinterlegungspflicht bei Gruppen ab fünf Personen gilt.

Ab dem 6. Juni gilt in Restaurants bei Gruppen ab fünf Personen eine Pflicht, die Daten zu hinterlegen.
Ab dem 6. Juni gilt in Restaurants bei Gruppen ab fünf Personen eine Pflicht, die Daten zu hinterlegen.
Foto: Jean-Christophe Bott

Mindestens eine Person muss in diesem Fall ihre Kontaktangaben hinterlassen. Damit verzichtet der Bundesrat auf ein pauschales Erfassen aller Gäste. Die Kontaktdaten müssen zudem nach zwei Wochen vernichtet werden.

300 Disco-Besucher pro Abend

«Es obliegt uns, die datenschutzrechtliche Zulässigkeit und Verhältnismässigkeit dieser Gesetzesgrundlage zu kommentieren und da waren wir einverstanden», sagte Lobsinger am Donnerstag gegenüber Radio SRF.

Die Diskotheken und Clubs dürfen laut Verordnung ab dem 6. Juni maximal 300 Besucher pro Abend einlassen. Diese müssen Namen und Telefonnummer angeben, falls die Abstandsregel von zwei Metern während mehr als fünfzehn Minuten nicht eingehalten werden kann.

Nur wenn die Schutzmassnahmen nicht eingehalten werden können, besteht laut Verordnung eine Kontaktdatenpflicht. «Der Bundesrat hat jetzt eine klare politische Verantwortung übernommen für diese Datenerhebungspflicht und das ist aus Sicht meiner Datenschutzbehörde nicht zu beanstanden», sagte Lobsinger.

Bund brauchte Pflichtlager bisher nicht

War es zu Beginn der Coronakrise aus Angst vor Engpässen in der Lebensmittelversorgung noch zu Hamsterkäufen gekommen, so zeigt sich nun ein anderes Bild. Es sei nicht einmal notwendig gewesen, auf die Pflichtlager des Bundes zurückzugreifen, sagte Christian Hofer, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), in einem Interview mit der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps».

Das gesamte System – Landwirte, Importe, Verpackungsbetriebe – habe den Schock erfolgreich überstanden. Da die Schweiz bei mehreren Produkten von Importen abhängig sei, sei es notwendig gewesen, mit allen in- und ausländischen Akteuren des Sektors zusammenzuarbeiten.

Das BLW sei auf alle Szenarien vorbereitet gewesen. In den Fabriken seien Rettungsteams ausgebildet worden, um gewappnet zu sein, falls die Hälfte der Beschäftigten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffen gewesen wäre. Im Zentrum habe die Logistik gestanden.

Für die Versorgung mussten die Pflichtlager nicht angerührt werden.
Für die Versorgung mussten die Pflichtlager nicht angerührt werden.
Foto: Urs Jaudas
Post entlastet Mieter

Die Post entlastet ihre vom Lockdown betroffenen Mieter. Sie erlässt ihnen einen Teil oder die ganze Miete. Die Massnahme soll kleineren und mittleren Betrieben helfen, ihre Geschäfte weiterzuführen.

Die Massnahmen gegen das Coronavirus hätten vielen Unternehmen eine vorübergehende Schliessung, einen markanten Kundenschwund oder ein Betriebsverbot gebracht. Dadurch seien sie oft in prekäre Situationen gekommen, teilte die Post am Mittwoch mit.

Die Post kommt ihnen deshalb entgegen. Sie staffelt die Mietzinsreduktionen. Mieter, die wegen behördlichen Auflagen schliessen mussten, erhalten eine Reduktion um die Hälfte. Mieten unter 5000 Franken erlässt die Post in diesem Fall ganz.

Geschäfte, die zwar offen waren, aber erhebliche Umsatzeinbussen verzeichneten, erhalten individuelle Reduktionen. Die Post zeigte sich überzeugt, den Betrieben so unkompliziert beistehen zu können. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte Postsprecher Erich Goetschi, die Mietzinsreduktionen würden eine Million Franken übersteigen.

Bisher keine schweizweite Lösung

Die Mietzinsfrage wartet noch auf eine landesweite Lösung. An ihrer Coronavirus-Sondersession konnten sich die Eidgenössischen Räte nicht einigen. Die Wirtschaftskommission des Ständerats unterstützt einen Vorschlag ihrer nationalrätlichen Schwesterkommission.

Dieser sieht vor, dass Geschäftsbetreiber ihrem Vermieter für die Dauer der behördlichen Schliessung nur 40 Prozent der Miete schulden. Dabei soll eine Mietobergrenze von 20'000 Franken gelten. Die restlichen 60 Prozent soll der Vermieter tragen. Entscheiden sollen die Räte in der Sommersession.

BAG verzeichnet 15 Neuinfektionen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 15 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Am Dienstag waren ebenfalls 15 neue Fälle und am Montag zehn Fälle gemeldet worden.

Insgesamt gab es 30'776 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch mitteilte. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende.

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit 1649 (Vortag: 1648) an. Das entspreche 19 Todesfällen pro 100'000 Einwohner. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Mittwochmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf SARS-CoV-2, den Erreger von Covid-19, belaufen sich bisher insgesamt auf 380'671. Bei 10 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 359 Ansteckungen.

Campingsaison startet mit neun Wochen Verspätung

Mit der weiteren Lockerung der Massnahmen gegen die Covid-19-Pandemie kann die Campingsaison am 6. Juni starten. Wie der Campingplatzbetreiber TCS am Mittwoch schreibt, ist das rund neun Wochen später als üblich. Die Buchungsstände für Juli und August liegen bereits über jenen des Vorjahrs.

Das Schutzkonzept erfülle die Anforderungen «für eine sichere Art Ferien in der Heimat», schrieb der TCS mit seinen 24 Campingplätzen. Die Vorbereitungen seien intensiv gewesen.

Ans Rekordjahr 2019 anzuknüpfen hofft der TCS angesichts des späten Starts nicht mehr. Dennoch lassen die aktuellen Buchungszahlen für die wichtigsten beiden Sommermonate Juli und August Hoffnung aufkommen.

Sie liegen den Angaben zufolge über dem Vorjahresstand, hauptsächlich, weil die weltweit verschärften Einreisebestimmungen Ferien im Inland ratsam erscheinen lassen. Der TCS rechnet im laufenden Jahr damit, dass über 70 Prozent der Gäste auf seinen Plätzen aus dem Inland anreisen.

Das Tessin ist ebenfalls bereit für die Campinggäste, wie Ticino Tourismo mitteilte. Diese stellen ein wichtiges Kontingent im Tourismussektor des Kantons. Rund 30 Prozent der Übernachtungen finden im Südkanton auf Campingplätzen statt. Eine Million von insgesamt 3,5 Millionen Camping-Übernachtungen landesweit entfallen auf das Tessin. Dort liegen knapp 40 Campingplätze.

Kommission fordert Gratis-Tests bei Warnung der Swiss-Covid-App

Personen, die eine Warnung durch die Swiss-Covid-App erhalten, dass sie in Kontakt mit einer infizierten Person waren, sollen sich kostenlos auf das Virus oder Antikörper testen lassen können. Dies beantragt die Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK).

National- und Ständerat werden in der Sommersession ab kommender Woche die gesetzlichen Grundlage für das neue Proximity-Tracing-System beraten. Beide vorberatenden Kommissionen begrüssen die App als Hilfsmittel, um die Corona-Epidemie in der Schweiz weiter einzudämmen. Die SGK des Nationalrats hat die Vorlage mit 14 zu 3 Stimmen bei 5 Enthaltungen angenommen, wie die Parlamentsdienste am Mittwoch mitteilten.

Bundesrat soll Erwerbsausfallentschädigung prüfen

Beide Kommissionen empfehlen dem Bundesrat in einem Schreiben, eine Erwerbsausfallentschädigung für Personen zu prüfen, die sich aufgrund einer Benachrichtigung durch die App freiwillig in Quarantäne begeben. Eine Minderheit der Nationalratskommission will zudem sicherstellen, dass Benachrichtigungen durch die App nicht dem Arbeitgeber gemeldet werden müssen.

So sollen laut der SGK Anreize für eine breite Nutzung der App geschaffen werden. Personen, die sich nach einem App-Alarm freiwillig in Quarantäne begeben, haben derzeit keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Das kritisieren verschiedene Forscher der beiden ETH, die an der Entwicklung der App beteiligt gewesen sind.

Erst nach der Verabschiedung durch das Parlament kann das sogenannte Proximity-Tracing-System offiziell lanciert werden. Derzeit läuft eine Pilotphase mit der App. Diese ist so konfiguriert, dass nicht gleichzeitig die Tracing-App und GPS aktiviert sein können. Somit werden keine Bewegungsdaten übermittelt. Eine Überwachung ist nicht möglich.

Ein erster Blick auf die SwissCovid App des Bundes.
Ein erster Blick auf die SwissCovid App des Bundes.
Foto: Laurent Gillieron/Keystone

Taskforce-Chef gegen allzu frühe Lockerungen bei Grossveranstaltungen

Matthias Egger, der Chef der Covid-19-Taskforce des Bundes, warnt vor allzu schnellen Lockerungen. Wichtig seien vor allem die Abstands- und Hygieneregeln. Genau diese könnten allerdings bei Grossveranstaltungen nicht eingehalten werden.

Der Bundesrat wollte am Mittwoch über weitere Entscheide zu den Lockerungen der Massnahmen gegen die Corona-Pandemie informieren. Es stand die Frage im Raum, ob wieder Veranstaltungen mit grösseren Menschenansammlungen zugelassen werden.

Entscheidend sei die Reproduktionszahl, also wie viele Menschen ein mit dem Coronavirus Infizierter anstecke. Sollte diese wieder über 1 klettern, «wird man die geplanten Lockerungen nochmals überdenken müssen», sagte Egger in einem Interview mit der «Luzerner Zeitung» vom Mittwoch.

Matthias Egger, der Chef der Covid-19-Taskorce des Bundes.
Matthias Egger, der Chef der Covid-19-Taskorce des Bundes.
Foto: Alessandro della Valle/Keystone

Vor dem 8. Juli werde man sehen, welche Auswirkungen die Lockerungen vom 11. Mai hatten. Im Moment sei dies noch zu früh. «Man sollte auch genau hinschauen, wo es zu Ausbrüchen gekommen ist», sagte Egger. «Daraus könnte man gezielt regionale Massnahmen ableiten. Viele Regionen der Schweiz werden nicht betroffen sein. Gewisse Lockerungen, zum Beispiel im Tourismus, könnte man trotzdem ermöglichen.»

Egger kritisiert eine aufkommende Disziplinlosigkeit in Teilen der Bevölkerung, was die Einhaltung der Schutzmassnahmen betrifft. Er nennt als Beispiel «wilde Fussballspiele» wie jenes von Lausanne am vergangenen Donnerstag.

Zweite Pandemiewelle könnte laut ETH mehr Todesopfer fordern

Forschende der ETH haben mit einem neuen mathematischen Modell den möglichen Verlauf einer allfälligen zweiten Coronavirus-Pandemiewelle in der Schweiz berechnet. Diese könnte langsamer verlaufen, aber mehr Todesopfer fordern als die erste.

Falls es in der Schweiz zu einer zweiten Welle kommen sollte, werde diese deutlich langsamer anrollen als die erste, teilte die ETH am Mittwoch mit. Die Zahl der Erkrankten werde langsamer ansteigen, weil die Gesellschaft einen Lernprozess durchgemacht habe und sich heute vorsichtiger verhalte als zu Beginn der Pandemie.

Selbst wenn die Reproduktionszahl wieder über 1 steigen sollte, werde sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr so hoch sein wie zu Beginn der ersten Infektionswelle Anfang März. Ein Engpass im Gesundheitswesen sei vor diesem Hintergrund kaum zu erwarten.

Sehr langsamer Anstieg besonders gefährlich

«Das ist einerseits eine gute Nachricht, andererseits aber auch trügerisch», wird Studienautor Dirk Mohr, Professor für Numerische Materialmodellierung am Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik, zitiert.

Besonders heimtückisch wäre laut Mohr eine sehr langsam ansteigende zweite Welle mit einer Reproduktionszahl nur knapp über 1. Denn eine solche könnte zu einer sehr grossen Zahl an zusätzlichen Todesfällen führen. Je nach Verlauf einer zweiten Welle könnte diese gemäss Studie bis zu 5'000 Todesopfer fordern.

Ohne einen Kapazitätsengpass vor Augen nehme die Bevölkerung die Bedrohung möglicherweise nicht wahr oder ihr fehle das Verständnis für einschränkende Massnahmen.

Jugendliche verbreiten Virus stärker als Senioren

In ihren Modellrechnungen berücksichtigten die Forschenden detaillierte Informationen zur Demografie und zu altersspezifischen Kontaktmustern. So sei es ihnen gelungen, für die erste Pandemiewelle die Reproduktionszahl für einzelne Altersgruppen zu berechnen.

Dabei habe sich gezeigt, dass in der Schweiz die 10- bis 20-Jährigen sehr stark und die 35- bis 45-Jährigen ebenfalls überdurchschnittlich zur Verbreitung des Virus beitragen. Die Senioren hingegen trügen stark unterdurchschnittlich dazu bei.

Würde sich die Übertragungswahrscheinlichkeit in den Schulen durch konsequent eingehaltene Abstandsregelungen und Hygienemassnahmen halbieren, so sänke die erwartete Anzahl zusätzlicher Todesfälle in der Gesamtbevölkerung von 5000 auf unter 1000, heisst es in der Mitteilung.

Daten der ersten Welle als Grundlage für Prognosen

Um die Zukunftsszenarien berechnen zu können, kalibrierten die Wissenschaftler laut Mitteilung ihr Modell mit den von den Kantonen veröffentlichten offiziellen Zahlen der Vergangenheit. Wie beim Erstellen einer Wetterprognose berechnete das Modell die Zukunft. Modell und Berechnungen haben die Forschenden veröffentlicht.

Die Publikation hat den normalen wissenschaftlichen Begutachtungsprozess noch nicht durchlaufen.

Edelweiss setzt zum Neustart im Ferienflugbetrieb an

Nach fast zwei Monaten Zwangspause wegen des Coronavirus setzt die Edelweiss zum Neustart im Ferienflugbetrieb an. Der erste Flug hebt am (morgigen) Donnerstag ins portugiesische Stadt Faro ab.

Die Auslastung nach dem langen Stillstand sei erfreulich, sagte Edelweiss-Sprecher Andreas Meier am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Rund ein Drittel des Flugzeugs sei gebucht. «Die Leute haben Lust auf Ferien. Wir spüren das», sagte Meier.

Den letzten Linienflug hatte die Edelweiss wegen der Pandemie am 3. April durchgeführt. Seither stand der grösste Teil der Flotte am Boden. Vereinzelt wurden noch Repatriierungs- und Frachtflüge gemacht.

Eine Passagiermaschine der Edelweiss Airline am Flughafen Zürich.
Eine Passagiermaschine der Edelweiss Airline am Flughafen Zürich.
Foto: Ennio Leanza/Keystone

Nun gibt die Schwesterairline der Swiss wieder Schub. Im Einklang mit den Einreisebestimmungen der jeweiligen Länder werde das Flugangebot in den kommenden Wochen kontinuierlich ausgebaut. Bis Ende Juni seien 171 Flüge zu 36 Ferienzielen geplant, teilte die Edelweiss in einem Communiqué mit.

Die ersten Destinationen, die wieder angeflogen werden, liegen in Portugal, Süditalien, Kosovo, Kroatien und Nordmazedonien. Je nach Entwicklung der weltweiten Lage sollen im weiteren Verlauf des Juni Destinationen in Griechenland, der Türkei, Zypern, Ägypten und Spanien folgen. Ausserdem sei geplant, erste Langstreckenflüge wieder regelmässig durchzuführen, hiess es weiter.

Der Flugplan werde jeweils den aktuellen Entwicklungen angepasst, da er nach wie vor stark von den Einreisebeschränkungen der jeweiligen Länder abhängig sei. Damit die Kunden die Reise trotzdem planen könnten, garantiere Edelweiss auch weiterhin flexible und kostenlose Umbuchungen, schrieb die Airline, die zum Lufthansa-Konzern gehört.

Stabschef des Bundesrates zieht erste Lehren aus der Corona-Krise

Bundeskanzler Walter Thurnherr (CVP) hat ersten Verbesserungsbedarf in der Administration des Landes bei Pandemien eruiert. So sollen Abläufe in der Verwaltung unter die Lupe genommen werden.

Dies sagte der Stabschef des Bundesrates in einem Interview mit dem «Blick» vom Mittwoch. Etwa bei den Beschaffungen von medizinischem Material, aber auch bei der Vorsorgeplanung und den Pandemieplänen, solle kritisch hingeschaut werden, erklärte er. «Wir werden zudem prüfen müssen, ob es beim Epidemiengesetz Änderungsbedarf gibt», hiess es weiter.

Ein gewisser Faktor an Improvisation gehöre aber bei jeder Krise dazu, weil es ein Prozess sei, und weil niemand wisse, ob jeder Entscheid zu 100 Prozent richtig sei, betonte der 56-Jährige.

Der studierte Physiker lobte gegenüber dem «Blick» aber das Entscheidungsprinzip im Bundesrat. «Im Kollegialsystem sind Fehler auch möglich, aber ich behaupte insgesamt weniger wahrscheinlich», sagte Thurnherr. Falls in einer Krise nur eine Person entscheide, wäre das zwar rascher – doch «schnell entscheiden kann man immer, einfach zum Preis, dass es auch komplett falsch sein kann», betonte er.

Die Administration der Schweiz muss laut Bundeskanzler Walter Thurnherr noch in zahlreichen Bereichen über die Bücher.
Die Administration der Schweiz muss laut Bundeskanzler Walter Thurnherr noch in zahlreichen Bereichen über die Bücher.
Foto: Keystone

Arbeit rund um die Uhr

Das Gute am Kollegialsystem sei, dass man Geschäfte aus verschiedener Perspektive sorgfältig prüfe und diskutiere. Unter dem Zeitdruck sei dies bei den über 170 Corona-Geschäften «fast nicht möglich» gewesen, sagte er.

«Wir nahmen die Geschäfte bis Mitternacht entgegen, prüften und übersetzten sie, die Stäbe aller Departemente und der Bundeskanzlei schauten sich die Anträge an, schrieben Mitberichte und Stellungnahmen, und am anderen Morgen um 9 Uhr hat man entschieden», verriet der Bundeskanzler.

Normalerweise gebe es zudem nur eine Bundesratssitzung pro Woche. «Im März gab es eine Phase, in der wir in acht tagen fünf Sitzung hatten», sagte Thurnherr. «Für einige Bereiche der Bundesverwaltung bedeutete das ein 7-mal-24-Stunden-Betrieb», hob der Leiter der Bundeskanzlei gegenüber dem «Blick» hervor.

Genfer Autosalon verzichtet auf Darlehen vom Kanton

Die GIMS-Stiftung, wegen der Absage des diesjährigen Genfer Autosalons in der Corona-Pandemie finanziell geschwächt, will keine staatliche Finanzhilfe. Sie verzichtet auf ein von der Genfer Kantonsregierung in Aussicht gestelltes Darlehen .

Die Absage der Geneva International Motor Show (GIMS) hat der Stiftung einen Verlust von rund 11 Millionen Franken eingebrockt. Die Genfer Regierung hatte deshalb Anfang Mai vorgeschlagen, den Organisatoren des Autosalons ein Darlehen von 16,8 Millionen Franken zu gewähren. Ein entsprechender Gesetzesentwurf werde vorgelegt.

Für die Dauer des Darlehens solle die Stiftung ihren 7-Prozent-Anteil am Messekomplex Palexpo im Wert von ebenfalls 16,8 Millionen Franken als Pfand beim Kanton hinterlegen. Diese Bedingung will die Stiftung aber nicht akzeptieren, wie sie am Dienstag mitteilte. Dies würde ihren Statuten widersprechen.

Zum Genfer Autosalon waren im vergangenen Jahr 600'000 Besucher gekommen. Die wirtschaftliche Bedeutung für den Kanton Genf wird auf rund 200 Millionen Franken geschätzt.

Auch der traditionelle Autosalon von Genf wurde zum Opfer des Virus.
Auch der traditionelle Autosalon von Genf wurde zum Opfer des Virus.
(KEYSTONE/Salvatore di Nolfi/28. Februar 2020)
Unterschiedliche Konzepte für Gottesdienste

Die Landeskirchen haben ihre Schutzkonzepte im Hinblick auf die Wiederaufnahme der Gottesdienste am 28. Mai angepasst. Die Konzepte der katholischen und evangelischen Kirche unterscheiden sich vor allem beim Gesang und der Aufnahme der Kontaktdaten.

«Aufgrund der hohen Virenverbreitungsgefahr beim Singen muss vorerst auf das Singen verzichtet werden», heisst es in den Empfehlungen der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) an ihre Mitgliedkirchen und Kirchgemeinden. «Der Gemeindegesang wird reduziert», steht dazu in den am Dienstag veröffentlichten geänderten Bestimmungen des Rahmen-Schutzkonzeptes der Schweizer Bischofskonferenz (SBK).

Martin Rüsch, reformierter Pfarrer des Grossmünsters in Zürich, hat für die Gottesdienste eine spezielle Lösung gefunden, wie er am Montagabend in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens SRF erklärte. Es gebe Vorsänger, die die Lieder singen. Die Gemeinde soll die Lieder nicht mitsingen, sondern lediglich mitsummen. So sei es trotzdem möglich, am Gemeindegesang teilzunehmen.

Kontakte aufnehmen – Kapazität begrenzen

Auch bei der Registrierung der Kirchgänger zeigen sich Unterschiede. Die Kontaktdaten der Teilnehmenden seien am Eingang zwingend aufzunehmen und 14 Tage lang aufzubewahren, so der eindeutige Passus im Konzept der EKS.

Keine explizite Bestimmung zu diesem Thema findet sich im Schutzkonzept der katholischen Kirche. Die SBK weist aber in der Einleitung zum Konzept darauf hin, dass eine Pflicht zur Nachverfolgung der Infektionskette nur dann gelte, wenn nicht genügend gewährleistet sei, dass die Distanzregeln eingehalten werden könnten.

Der Zugang zu den katholischen Gotteshäusern ist auf maximal ein Drittel der normalen Besucherkapazität begrenzt, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Zudem bleiben die Weihwasserbecken bis auf weiteres leer. Es werden auch keine Kollektenkörbchen durch die Sitzreihen gereicht.

Ein Teil der Sitzbänke ist in der Pfarrkirche von Chiasso durch Absperrbänder geschlossen.
Ein Teil der Sitzbänke ist in der Pfarrkirche von Chiasso durch Absperrbänder geschlossen.
Foto: Davide Agosta/Keystone

Begräbnisse, Trauungen und Taufen

Ganz allgemein wieder erlaubt sind gemäss Beschluss des Bundesrates kirchliche Begräbnisfeiern. Bei den Katholiken sollen sie so einfach wie möglich gehalten werden. Die räumlichen Verhältnisse der jeweiligen Örtlichkeit sind laut SBK-Schutzkonzept massgebend für die Gesamtzahl der Teilnehmenden. Den Trauerfamilien wird vorgängig die Maximalzahl mitgeteilt.

Lässt sich die Einhaltung der Distanzregeln nicht gewährleisten, so hat die dafür verantwortliche Person nach vorgängiger Information der Trauergemeinschaft eine Präsenzliste der Teilnehmenden zu führen.

Die EKS empfiehlt, sogenannte Kasualien wie Trauungen oder Taufen nach Möglichkeit grundsätzlich zu verschieben. Hier kämen meist grössere Menschengruppen zusammen, die sich gut kennen und nach dem Gottesdienst zu einem Fest treffen. Dies erschwere die Einhaltung von Hygienemassnahmen und Distanzierung.

«Würdigendes Signal des Bundesrates»

Vieles wird aber in den beiden Landeskirchen auch gleich oder ähnlich gehandhabt: So sollen in den Kirchen pro sitzende Person vier Quadratmeter zur Verfügung stehen. Der notwendige Zwei-Meter-Abstand muss mit geeigneten Massnahmen wie der Sperrung jeder zweiten Sitzreihe, versetztem Sitzen in den Bänken oder der Entfernung von Stühlen gewährleisten werden. Bänke und Türfallen werden nach dem Gottesdienst gereinigt. Genutzt werden dürfen nur Räume, die gut durchlüftet werden können.

Dass die Gottesdienste nun früher als geplant wieder durchgeführt werden können, wertet die EKS als «würdigendes Signal des Bundesrates» gegenüber den Kirchen und Religionsgemeinschaften.

SwissCovid App kann während Pilotphase von allen genutzt werden

Während der Pilotphase der Schweizer Corona-Tracing App können auch Personen die App auf Androidgeräten herunterladen, die nicht an dem Pilotprojekt teilnehmen. Das teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.

«Das war uns bewusst», hiess es. Und es beeinträchtige die Ziele der Pilotphase nicht. Die Pilot-Version der SwissCovid App für Android wird laut BAG den Pilot-Teilnehmenden über den Google Play Store zum Download bereitgestellt.

Das sei die Voraussetzung, um die Anonymität der Teilnehmenden sicherzustellen. Das bringe es mit sich, dass auch andere Interessierte diese App herunterladen und auf ihren Mobiltelefonen installieren könnten.

Die SwissCovid App des Bundes auf einem Smartphone.
Die SwissCovid App des Bundes auf einem Smartphone.
Foto: Laurent Gillieron/Keystone

Die Schweiz ist das erste Land weltweit, in dem die Gesundheitsbehörde eine Lösung präsentierte, welche die Schnittstelle von Google und Apple für das Proximity-Tracing nutzt. Mit der App ist keine Überwachung der Nutzer möglich. Die Pilotphase der App ist am Montag gestartet.

Lesen Sie auch dazu: Erster Eindruck der Schweizer Corona-App

Baselland hebt Notlage auf

Im Kanton Basel-Landschaft wird die wegen des Coronavirus angeordnete Notlage per 31. Mai aufgehoben. Zum gleichen Zeitpunkt hin beendet die Regierung zudem die Soforthilfe für die Baselbieter Wirtschaft.

Mit dem Rückgang der Neuinfektionen und nach verschiedenen Beschlüssen des Bundesrats zur Lockerung der Corona-Massnahmen seien die Voraussetzungen für eine Weiterführung der seit 15. März geltenden Notlage für den Kanton Basel-Landschaft nicht mehr gegeben, teilte die Baselbieter Regierung am Dienstag mit.

Zudem beendet die Regierung ebenfalls per Ende Mai das Massnahmenpaket zur Unterstützung der Baselbieter Wirtschaft. In einer weiteren Mitteilung begründet die Exekutive diesen Schritt damit, dass der Bundesrat die notrechtlich verordneten Massnahmen schrittweise wieder aufhebe; wichtige bundesrechtliche Anknüpfungspunkte der Corona-Notverordnung des Regierungsrates fielen deshalb weg.

Bisher 36 Millionen Soforthilfe bewilligt

Das Massnahmenpaket der Baselbieter Regierung umfasst nicht rückzahlbare Soforthilfen für Unternehmen und indirekt betroffene Selbstständige, Garantien für Überbrückungskredite von Banken und Beiträge für Lehrbetriebe. Bis heute seien 36 Millionen Franken an Soforthilfe für Baselbieter Unternehmen und 800'000 Franken für Lehrbetriebe bewilligt worden, heisst es im Communiqué weiter.

Gesuche für Soforthilfebeiträge müssen gemäss Mitteilung bis spätestens am 31. Mai bei der Standortförderung eingereicht werden. Unvollständig eingereichte Gesuche würden nicht mehr berücksichtigt. Bei den Unterstützungsbeiträgen an Lehrbetriebe erfolgt die letzte Zahlung für den Monat Mai im selben Monat.

Zudem wird ebenfalls per 31. Mai der kantonale Pandemieplan deaktiviert. Die Aufgaben des Kantonalen Krisenstabs werden in die ordentlichen Verwaltungsstrukturen überführt, wie die Regierung weiter mitteilte.

(red/sda/reuters)