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Coronavirus weltweit+++ Fluggesellschaft SAS kündigt drastischen Stellenabbau an +++ Wuhan-Laborchef dementiert Vorwürfe

Österreich verzichtet ab Mai auf Ausgangsbeschränkungen. Der Laborchef des Wuhan Institute of Virology äusserte sich zum Coronavirus. Internationale News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Weltweit lockern zahlreiche Länder ihre Einschränkungen oder Ausgangsbeschränkungen.
  • Die Wirtschaft wird vielerorts langsam wieder hochgefahren. Die EU hat ein 500-Milliarden-Hilfspaket für die von der Coronakrise besonders betroffenen Staaten geschnürt.
  • Ein Impfstoff gegen den Erreger ist noch nicht in Sicht.

Hier sehen Sie, wie die Massnahmen in der Schweiz wirken: Der Ausbruch im Vergleich mit anderen Ländern.

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Drastischer Stellenabbau bei SAS

Die skandinavische Fluggesellschaft SAS will ihre Personalstärke im Zuge der Corona-Krise um bis zu 5000 Stellen fast halbieren. Grund dafür sei, dass sich das Unternehmen an die gesunkene Nachfrage nach Flügen anpassen müsse.

Das teilte die Airline am Dienstagmorgen mit. Von dem Schritt betroffen sein sollen demnach rund 1900 Vollzeitkräfte in Schweden sowie 1700 in Dänemark und 1300 in Norwegen. Das entspricht insgesamt fast jedem zweiten Mitarbeiter der SAS.

Die Coronakrise belastet die Airline SAS: Flugzeuge in Stockholm.
Die Coronakrise belastet die Airline SAS: Flugzeuge in Stockholm.
Foto: Keystone

Die Fluglinie rechnet damit, dass es einige Jahre dauern dürfte, bis die Flugnachfrage wieder das Niveau von vor der Coronavirus-Pandemie erreicht. «Covid-19 hat SAS gezwungen, sich einer neuen und beispiellosen Wirklichkeit zu stellen, die nicht nur in den kommenden Monaten, sondern auch in den kommenden Jahren nachhallen wird», erklärte SAS-Chef Rickard Gustafson.

Das Unternehmen hatte während der Corona-Krise bereits bis zu 10'000 Angestellte – das sind rund 90 Prozent der Belegschaft – vorübergehend beurlaubt.

Bayer trotzt Corona-Krise

Die Corona-Pandemie hat dem Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer bisher wenig anhaben können. Dennoch sieht Konzernchef Werner Baumann Risiken.

«Wir stecken mitten in einer Krise, deren weiterer Verlauf derzeit nicht abgeschätzt werden kann», sagte der Manager auf der Generalversammlung des Konzerns am Dienstag. Wegen der Pandemie wurde das Aktionärstreffen erstmals komplett online durchgeführt. Das hatte es zuvor bei einem Dax-Konzern noch nicht gegeben.

Baumann betonte nach einem vorab verteilten Manuskript, für den Konzern komme es in den nächsten Monaten entscheidend darauf an, die «Lieferketten so widerstandsfähig wie möglich zu halten» und damit den Geschäftsbetrieb zu sichern.

Zu den Unsicherheiten, mit denen sich Bayer in den nächsten Monaten konfrontiert sehe, gehörten nicht zuletzt die Fragen, wie sich der weitere Verlauf der Krise auf die Finanzmärkte oder auf die Zahlungsfähigkeit der Bayer-Kunden auswirke.

«Weiter Verlauf kann nicht abgeschätzt werden»: Bayer-Konzernchef Werner Baumann bei seiner Rede am Aktionärstreffen, welches erstmals online durchgeführt wurde.
«Weiter Verlauf kann nicht abgeschätzt werden»: Bayer-Konzernchef Werner Baumann bei seiner Rede am Aktionärstreffen, welches erstmals online durchgeführt wurde.
Foto: DPA/Keystone

Auch die Folgen der Krise für die Nachfrage nach Bayer-Produkten liessen sich nur schwer prognostizieren. «Es kann sein, dass sich die Nachfrage nach einigen unserer Pharmaprodukte verringert, wenn Patienten nicht zum Arzt können und geplante Behandlungen verschoben werden», sagte Baumann. Bei den verschreibungsfreien Produkten sei noch ungewiss, ob es sich bei der derzeit hohen Nachfrage vor allem um Vorratshaltung handele oder tatsächlich um einen erhöhten Verbrauch.

In der Landwirtschaft sei ebenfalls offen, wie sich die Nachfrage entwickele. Dies gelte etwa bei Nutzpflanzen, die auch für Biotreibstoff eingesetzt würden. Eine realistische Bewertung der positiven und negativen Effekte der Pandemie werde «erst im weiteren Jahresverlauf möglich sein», sagte Baumann.

Corona-Zahlen in Russland

Russland meldet einen Höchstwert bei den täglichen Neuinfektionen. Die Zahl der Ansteckungen sei binnen 24 Stunden um 6411 auf insgesamt 93'558 gestiegen, wie das Coronavirus-Krisenzentrum mitteilt. Die Zahl der Todesfälle legte zu auf 867. Der Anstieg um 72 ist ebenfalls ein Höchstwert.

USA: Experten rechnen mit mehr als 74'000 Toten bis August

In den USA rechnen führende Gesundheitsexperten nunmehr mit 74'073 Corona-Toten bis Anfang August. Dies geht aus der jüngsten Prognose der Universität von Washington hervor. Der zuständige Institutsleiter Christopher Murray warnt, die Totenzahl könne höher ausfallen, wenn die Bundesstaaten ihre Beschränkungen für Unternehmen zu früh lockern. Das Weisse Haus und diverse bundesstaatliche Gesundheitsbehörden berufen sich häufig auf das Modell der Universität. Vergangene Woche waren die Wissenschaftler noch von fast 67'000 Toten in den USA bis August ausgegangen, vor einem Monat hatten sie rund 90'000 Tote prognostiziert. Bis Montag sind laut einer Auswertung der Nachrichtenagentur Reuters mehr als 56'000 Covid-19-Erkrankte in den USA gestorben.

Laborchef in Wuhan: Virus stammt nicht von uns

Das immer mal wieder als möglicher Ursprungsort für das neuartige Coronavirus verdächtigte Labor in der chinesischen Provinzhauptstadt Wuhan weist diese Vorwürfe von sich. Solche «böswilligen» Behauptungen seien «aus der Luft gegriffen» und widersprächen allen verfügbaren Beweisen, erklärte der Leiter des Wuhan Institute of Virology (WIV) und Direktor des nationalen Labors für biologische Sicherheit, Yuan Zhiming. US-Präsident Donald Trump hatte am 15. April gesagt, seine Regierung untersuche, ob das Coronavirus aus dem Labor in Wuhan stamme.

«Das WIV hat weder die Absicht noch die Fähigkeit, ein neues Coronavirus zu entwerfen und zu konstruieren», betonte der Professor, der auf schriftlich eingereichte Fragen der Nachrichtenagentur Reuters antwortete. «Darüber hinaus gibt es keine Informationen innerhalb des Sars-CoV-2-Genoms, die darauf hinweisen, dass es von Menschenhand hergestellt wurde.»

Forscher in einem Labor des Wuhan Institute of Virology (WIV) in China.
Forscher in einem Labor des Wuhan Institute of Virology (WIV) in China.
Foto: Shepherd Hou, EPA/Keystone

Einige Verschwörungstheorien wurden durch eine weit verbreitete wissenschaftliche Arbeit des Indian Institute of Technology angeheizt, die allerdings inzwischen zurückgezogen wurde. Darin wurde behauptet, dass die Proteine des Coronavirus eine «unheimliche Ähnlichkeit» mit denen des HIV-Virus aufwiesen. Die meisten Wissenschaftler sagen allerdings, dass das neuartige Virus seinen Ursprung in Wildtieren habe. Fledermäuse und Schuppentiere werden als mögliche Wirtsarten vermutet.

«Mehr als 70 Prozent der neu auftretenden Infektionskrankheiten haben ihren Ursprung bei Tieren, insbesondere bei Wildtieren», sagte Yuan. «In den vergangenen Jahren haben wir zunehmende Risiken durch den engen Kontakt zwischen Menschen und Wildtieren, durch den globalen Klimawandel und die kontinuierliche Ausweitung menschlicher Aktivitäten gesehen.» Alle sieben bekannten bei Menschen festgestellten Coronaviren hätten ihren Ursprung in Fledermäusen, Mäusen oder Haustieren, sagen Wissenschaftler.

Yuan wies auch Theorien zurück, das Labor habe versehentlich ein Coronavirus freigesetzt, das es zu Forschungszwecken von Fledermäusen entnommen habe. Die Verfahren zur Biosicherheit des Labors würden streng durchgesetzt. «Hochrangige Biosicherheitslabors verfügen über hoch entwickelte Schutzeinrichtungen und strenge Massnahmen, um die Sicherheit des Laborpersonals zu gewährleisten und die Umwelt vor Kontamination zu schützen», sagte Yuan.

Frankreichs Konsumentenvertrauen bricht in Rekordtempo ein

Die Kauflaune der Franzosen hat sich wegen der Coronavirus-Krise so drastisch eingetrübt wie seit fast 50 Jahren nicht. Das Barometer für das Konsumklima fiel von März auf April um acht Punkte auf 95 Zähler, wie das Statistikamt Insee am Dienstag mitteilte.

Dies sei der kräftigste Rückgang seit Beginn der Datenerhebung 1972. Das Konsumentenvertrauen rutschte damit auf den tiefsten Stand seit Januar 2019. Die Verbraucher blickten so pessimistisch wie nie auf die Konjunkturaussichten. Zudem war die Angst vor Jobverlust und Arbeitslosigkeit so hoch wie zuletzt im Juli 2015.

Kalifornien verschärft Kontrollen

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom will die Einhaltung der Vorschriften zur Eindämmung des Coronavirus strenger kontrollieren lassen. Der scharenweise Besuch von mehreren Stränden wie am vergangenen Wochenende gefährde die Fortschritte, die bei der Bekämpfung des Virus gemacht würden. Dies könne dazu führen, dass sich die in wenigen Wochen angepeilte Lockerung der Beschränkungen verzögere.

«Beginn der schwierigsten Phase»

Kein Land in Lateinamerika ist von der Corona-Pandemie stärker betroffen als Brasilien: Mittlerweile hat das grösste Land der Region mehr als 66'000 Infizierte registriert; 4205 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bereits gestorben. Dies geht aus den jüngsten Daten des brasilianischen Gesundheitsministeriums in Brasília vom Montag hervor.

Es war – nach Samstag – die zweithöchste Zahl der registrierten Infektionen in Brasilien an einem Tag seit Beginn der Covid-19-Pandemie. Laut der Beobachtungsstelle brasilianischer Universitäten verdoppelte sich die Zahl der Corona-Toten zuletzt innerhalb von acht Tagen.

Über 4200 Tote: Brasilien ist das von der Corona-Pandemie am stärkten betroffene Land in Lateinamerika.
Über 4200 Tote: Brasilien ist das von der Corona-Pandemie am stärkten betroffene Land in Lateinamerika.
Foto: Raphael Alves, EPA/Keystone

«Das ist der Beginn der schwierigsten Phase in Brasilien», sagt der Politik-Wissenschaftler Mauricio Santoro von der Universität des Bundesstaates Rio de Janeiro der Deutschen Presse-Agentur. «Nach einem Drehbuch, das wir schon anderswo gesehen haben – in Brasilien erschwert wegen unserer schwierigen sozialen Lage.»

Angesichts der steigenden Infektionen und wegen der bisweilen chaotischen Zustände im Gesundheitssystem sind Krankenhäuser an ihre Grenzen geraten. In Rio de Janeiro gab es keine Intensivbetten in öffentlichen Hospitälern mehr. In der Amazonas-Metropole Manaus wurde ein Kühlcontainer vor einem grossen Hospital aufgestellt, um die Leichen zu lagern. Massengräber wurden ausgehoben.

Zahlen Deutschland

In Deutschland ist die Zahl der Infektionen um 1144 auf 156'337 gestiegen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle legt um 163 auf 5913 zu.

Trump rechnet mit «spektakulärer» Erholung der US-Wirtschaft

Trotz verheerender Schäden durch die Corona-Krise rechnet US-Präsident Donald Trump mit einer rasanten Erholung der Wirtschaft in den USA noch in diesem Jahr. Das dritte, vor allem aber das vierte Quartal würden mit Blick auf das Bruttoinlandsprodukt «spektakulär», kündigte Trump am Montagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weissen Hauses an. Auch das kommende Jahr werde «phänomenal». Trump drängte erneut auf eine baldige Wiedereröffnung der Wirtschaft in den Vereinigten Staaten – die «schnell, aber sicher» erfolgen müsse.

Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett hatte am Montag im Sender CNBC gesagt, im zweiten Quartal müssten sich die Amerikaner darauf einstellen, dass die US-Wirtschaft so stark wie seit der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er-Jahre nicht mehr schrumpfen werde. In der ersten Mai-Woche könne die Arbeitslosenquote auf 16 bis 17 Prozent ansteigen. Im Februar hatte sie noch bei 3,5 Prozent gelegen, dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Infolge der Corona-Pandemie haben in den USA inzwischen mehr als 26 Millionen Menschen ihren Job verloren. Trump nahm für sich in Anspruch, bis zur Krise «die grösste Wirtschaft in der Geschichte der Welt» aufgebaut zu haben.

Trump macht erneut China für die weltweite Verbreitung des Coronavirus verantwortlich. Dort war das Virus zuerst festgestellt worden. «Wir sind nicht glücklich mit China», sagte Trump. Seine Regierung habe eine «ernste Untersuchung» begonnen, wie es zu der Ausbreitung des Virus habe kommen können. Es gebe «viele Wege», wie China zur Rechenschaft gezogen werden könnte.

Trump verspricht mehr Tests

Trump kündigte an, dass die Test-Kapazitäten in den USA in den kommenden Tagen dramatisch ausgeweitet würden. «Wir wollen unser Land öffnen», sagte er. «Tests werden überhaupt kein Problem sein.» Trumps Regierung ist seit Wochen wegen eines Mangels an Tests in der Kritik. Eine Ausweitung der Kapazitäten gilt als Voraussetzung für die von Trump angestrebte graduelle Wiedereröffnung der Wirtschaft.

Vizepräsident Mike Pence sagte, bislang seien 5,4 Millionen Coronavirus-Tests ausgeführt worden. Man sei fast an der angestrebten Kapazität. Die Regierung gehe davon aus, dass ausreichend Tests vorhanden seien, damit Bundesstaaten in die erste Phase der Lockerung der Schutzmassnahmen eintreten könnten.

Bundesstaaten lockern Massnahmen

Trump hatte Mitte April Richtlinien vorgestellt, um die Bundesstaaten in der Corona-Krise in drei Phasen auf den Weg zur Normalität zurückzuführen. Vor dem Eintritt in jede der Phasen sollen sie eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. Unter anderem sollen die Bundesstaaten einen Rückgang der nachgewiesenen Infektionen über jeweils einen 14-tägigen Zeitraum verzeichnen. Mehrere Bundesstaaten kündigten eine Lockerung der Schutzmassnahmen an, darunter am Montag etwa der wichtige Bundesstaat Texas.

Trump sagte am Montagabend: «Alle Teile des Landes sind entweder in guter Verfassung oder werden besser.» Die Strategie seiner Regierung, die Ausbreitung des Virus zu begrenzen, habe «zahllose Leben» gerettet. Bis Montagabend (Ortszeit) verzeichneten die USA mehr als 987'000 der weltweit mehr als drei Millionen bestätigten Infektionsfälle mit dem Virus. Infolge des Coronavirus kamen mehr als 56'000 Menschen in den USA ums Leben. Trump warf Ländern wie China erneut vor, die Opferzahlen nicht transparent zu melden.

Kontroverse Pressekonferenzen: US-Präsident stiess mit seinen bisherigen Corona-Briefings auf viel Kritik.
Kontroverse Pressekonferenzen: US-Präsident stiess mit seinen bisherigen Corona-Briefings auf viel Kritik.
Foto: Alex Brandon, AP/Keystone

Der Republikaner Trump wies Spekulationen seines Rivalen Joe Biden über eine mögliche Verschiebung des Termins für die Präsidentschaftswahl am 3. November wegen der Corona-Krise zurück. «Ich habe nie auch nur daran gedacht, den Wahltermin zu verschieben», sagte Trump. Trumps wichtigstes Wiederwahl-Argument war bis zur Corona-Krise die brummende US-Wirtschaft. Ex-Vizepräsident Biden hatte nach Angaben von Journalisten am vergangenen Donnerstag gesagt, er glaube, Trump wolle den Wahltermin nach hinten verschieben, weil dieser sich nur so eine Chance auf einen Sieg ausrechne. Biden ist nach dem Rückzug des linken Senators Bernie Sanders der einzige verbliebene Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten.

Das Hin und Her um die Pressekonferenz

Trumps Pressekonferenz am Montagabend war vom Weissen Haus erst angekündigt, dann abgesagt und schliesslich wieder angekündigt worden. Trump hatte seine regelmässigen Pressekonferenzen in der Corona-Krise am Wochenende infrage gestellt. Was habe es für einen Zweck, Pressekonferenzen abzuhalten, wenn die Medien «nichts als feindselige Fragen stellen & sich dann weigern, die Wahrheit oder Fakten genau zu berichten», schrieb er am Samstag auf Twitter. «Sie haben Rekord-Einschaltquoten & das amerikanische Volk bekommt nichts als Fake News.» Das sei den Aufwand nicht wert. Am Samstag und Sonntag fanden daraufhin keine Pressekonferenzen statt.

Trump hat seit Mitte März fast täglich Pressekonferenzen abgehalten, die teilweise länger als zwei Stunden dauerten. Journalisten konnten ihm dabei ausführlich Fragen stellen. Wegen verbaler Attacken auf einige Medienvertreter, umstrittener, teils falscher Aussagen und viel Eigenlob handelte sich Trump zunehmend Kritik für seine Auftritte ein. Am Donnerstag hatte Trump bei der Pressekonferenz Forscher ermuntert, Möglichkeiten zu prüfen, Menschen im Kampf gegen das Virus Desinfektionsmittel zu spritzen. Damit löste er breite Empörung aus. Am Freitag versuchte er, seine Äusserungen einzufangen, und sagte, diese seien nur «Sarkasmus» gewesen.

Australien lockert Massnahmen

In Australien lockern einige Bundesstaaten langsam die Coronavirus-Beschränkungen. Im Bundesstaat New South Wales (NSW), der fast die Hälfte der rund 6'700 Fälle von COVID-19 in Australien verzeichnet, dürfen ab Freitag bis zu zwei Erwachsene eine andere Person zu Hause besuchen. Auch Bondi Beach und zwei benachbarte Strände in Sydney sind wieder für die Anwohner geöffnet.

Am Dienstag war der beliebte Strand Bondi Beach für Schwimmer und Surfer wieder zugänglich.

Die Regierung werde am 12. Mai einen Überblick über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus geben, zunächst seien auch keine weiteren Konjunkturpakete geplant, erklärt das Finanzministerium.

Die Rate der lokalen Neuinfektionen hatte sich auf knapp ein Prozent pro Tag verlangsamt, vor einem Monat lag diese noch bei 25 Prozent. Im Zusammenhang mit dem Virus sind 84 Todesfälle landesweit bestätigt.

US-Kongress will Pause beenden

Der US-Kongress will seine Pause wegen der Coronavirus-Pandemie wie geplant beenden. Die Politiker wollen am kommenden Montag wieder zu regulären Sitzungen zusammentreten.

«Wir werden nächste Woche wieder zusammenkommen», bestätigte der Mehrheitsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, auf Twitter. Das Büro des Mehrheitsführers der Demokraten im Repräsentantenhaus, Steny Hoyer, teilte mit, Hoyer habe die Fraktion darüber informiert, dass diese Kammer des Kongresses ebenfalls von nächsten Montag an ebenfalls wieder zusammentritt.

Der Senat und das Repräsentantenhaus hatten wegen der Ausbreitung des Coronavirus eine Sitzungspause bis zum kommenden Montag angekündigt. McConnell teilte nun mit, wenn Ärzte, Pflegepersonal, Lastwagenfahrer und Supermarkt-Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze in der Krise besetzten, müssten das auch Senatoren tun. US-Präsident Donald Trump möchte die von der Krise gebeutelte Wirtschaft möglichst schnell wieder öffnen. Die Bürger in der US-Hauptstadt sind wegen der Ausbreitung des Coronavirus dazu aufgerufen, noch mindestens bis zum 15. Mai so weit wie möglich zu Hause zu bleiben.

McConnell teilte mit, der Senat werde seine Arbeitsweisen so modifizieren, dass sie «sicher» seien. «Aber wir werden unsere verfassungsmässige Pflicht erfüllen.» Der Senat wird von Trumps Republikanern kontrolliert, das Repräsentantenhaus von den Demokraten.

China

China berichtet sechs neue Coronavirus-Fälle, gegenüber drei am Vortag. Die Nationale Gesundheitskommission erklärt, dass alle neuen Fälle von Einreisenden stammten. Die Gesamtzahl der Covid-19-Infektionen steigt damit nach offiziellen Angaben auf 82'836. Die Totenzahl auf dem chinesischen Festland bleibt unverändert bei 4633.

Nissan

Der japanische Autohersteller Nissan will die Produktion massiv herunterfahren. Die Zahl der Autos, die zu Hause produziert werden, sollen im Mai um 78 Prozent gegenüber dem Vorjahr reduziert werden. Nissan plane, im kommenden Monat nur rund 13'400 Fahrzeuge zu produzieren, verglichen mit fast 61'000 Einheiten, die im Mai letzten Jahres hergestellt wurden. Dies geht aus Dokumenten hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen.

Im Juni soll die Inlandsproduktion auf 33.700 Fahrzeuge reduziert werden, ein Rückgang von rund 63'700 Einheiten im Vergleich zum vergangenen Jahr und ein Rückgang von 43 Prozent gegenüber dem vorherigen Zeil von rund 59'300 Autos. Nissan lehnte es ab, sich zu seinen Produktionszielen zu äussern.

Ein Kaffee mit Hillary Clinton?

Keystone

Einen Song aufnehmen mit Sting? Ein Kaffee mit Hillary Clinton? Ein Plausch mit Sacha Baron Cohen? Oder Schauspielunterricht von Patrick Stewart? Diese und weitere Erlebnisse sollen Anfang Mai versteigert werden, um Geld für den Kampf gegen die Corona-Pandemie zu sammeln. Interessierte könnten zwischen dem 1. und 8. Mai online bieten, teilte das Auktionshaus Sotheby's in New York mit. Die Einnahmen kämen dann der Flüchtlingsorganisation International Rescue Committee bei ihren Anstrengungen gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zugute.

Fed weitet Hilfen aus

Die US-Notenbank Federal Reserve Bank (Fed) weitet ihre Finanzhilfen für die ländlichere Gebiete aus. Anleihen mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren von Countys mit nur 500'000 Einwohnern und Städten mit nur 250'000 Einwohnern sind nun möglich.

Die anfängliche Limitierung auf eine Bevölkerungszahl von zwei Millionen für Landkreise und eine Million für Städte sei aufgehoben, teilte die Fed am Montag mit. Das überarbeitete Programm würde es den lokalen Verwaltungsgebieten ermöglichen, «wesentlich mehr» Zugang zu Hilfe der Fed zu erhalten, «um die durch die Coronavirus-Pandemie verursachten Liquiditätsbelastungen zu bewältigen», so die Zentralbank weiter.

Die Änderungen bedeuten, dass die Fed nun bereit ist, die Kommunalanleihen von rund 90 Städten und über 100 Countys vom kalifornischen Los Angeles County mit einer Bevölkerung von bis zu 10 Millionen bis hin zu Glendale City, Arizona, mit 250'702 Einwohnern zu kaufen.

Hongkong

Das Hotelgewerbe in Hongkong leidet stark unter den Folgen der Coronavirus-Krise. Die Hotels in der chinesischen Sonderverwaltungszone verzeichnen im Februar eine Gesamtauslastung von 29 Prozent gegenüber 91 Prozent im Jahr zuvor.

Dies teilte das Hong Kong Tourism Board am Dienstag mit. Als Hauptursache wird angegeben, dass die Besucherzahlen des Finanzzentrums um rund 98 Prozent eingebrochen seien.

Neuneinhalb von zehn Hotels verlören jetzt Geld, weil es keine Touristen mehr gibt und sie sich ausschliesslich auf die Inlandsnachfrage verlassen müssten, hiess es aus Fachkreisen dazu.

Südkorea

In Südkorea ist die Stimmung der Verbraucher im April so schlecht wie zuletzt vor elf Jahren. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Notenbank der viertgrössten asiatischen Volkswirtschaft.

Abgesagte Trump-Pk findet doch statt

Verwirrung um die regelmässigen Pressekonferenzen von US-Präsident Donald Trump in der Corona-Krise: Die Sprecherin des Weissen Hauses, Kayleigh McEnany, teilte mit, Trump werde am Montag um 17.00 Uhr (Ortszeit/23.00 MESZ) nun doch vor die Medien treten. Das Weisse Haus hatte zunächst eine Pressekonferenz für diese Zeit am Montag angekündigt, sie dann aber wieder abgesagt. McEnany schrieb nun, bei Trumps Auftritt im Rosengarten des Weissen Hauses werde um zusätzliche Richtlinien für Coronavirus-Tests und um «andere Ankündigungen» zur Wiedereröffnung der Wirtschaft gehen.


Trump hatte seine regelmässigen Pressekonferenzen in der Corona-Krise am Wochenende in Frage gestellt. Was habe es für einen Zweck, Pressekonferenzen im Weissen Haus abzuhalten, wenn die Medien «nichts als feindselige Fragen stellen & sich dann weigern, die Wahrheit oder Fakten genau zu berichten», schrieb er am Samstagabend auf Twitter. «Sie haben Rekord-Einschaltquoten & das amerikanische Volk bekommt nichts als Fake News.» Das sei den Aufwand nicht wert. Am Samstag und Sonntag fanden daraufhin keine Pressekonferenzen statt.

Eine Frau in Las Vegas demonstriert: Der US-Präsident kann nach wie vor auf seine Fans zählen.
Eine Frau in Las Vegas demonstriert: Der US-Präsident kann nach wie vor auf seine Fans zählen.
(AP/Keystone/John Locher/23. April 2020)

US-Kongress hat genug von der Sitzungspause

Der US-Kongress will seine Pause wegen der Pandemie wie geplant beenden und am kommenden Montag wieder zu regulären Sitzungen zusammentreten. «Wir werden nächste Woche wieder zusammenkommen», bestätigte der Mehrheitsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, am Montag auf Twitter. Das Büro des Mehrheitsführers der Demokraten im Repräsentantenhaus, Steny Hoyer, teilte mit, Hoyer habe die Fraktion darüber informiert, dass diese Kammer des Kongresses ebenfalls von nächsten Montag an ebenfalls wieder zusammentritt.


Der Senat und das Repräsentantenhaus hatten wegen der Ausbreitung des Coronavirus eine Sitzungspause bis zum kommenden Montag angekündigt. McConnell erklärte nun, wenn Ärzte, Pflegepersonal, Lastwagenfahrer und Supermarkt-Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze in der Krise besetzten, müssten das auch Senatoren tun. Präsident Donald Trump möchte die von der Krise gebeutelte Wirtschaft möglichst schnell wieder öffnen. Die Bürger in der US-Hauptstadt sind wegen der Ausbreitung des Coronavirus dazu aufgerufen, noch mindestens bis zum 15. Mai so weit wie möglich zu Hause zu bleiben.

SDA