Zum Hauptinhalt springen

Coronavirus in der Schweiz+++ Bericht: Bundesrat verzichtet vorerst auf Opfer-Gedenkakt +++ Hotellerie rechnet mit grossen Verlusten in der Wintersaison

Anders als bei früheren Tragödien und anders als das Ausland hat die Schweizer Landesregierung bisher auf einen Gedenktag für die fast 10'000 Pandemie-Toten verzichtet. Schweizer News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit dem 18. Januar ist die Schweiz im zweiten Lockdown.

  • Ab dem 1. März dürfen Geschäfte sowie einige Kultur- und Freizeitinstitutionen wieder den Betrieb aufnehmen. Gastrobetriebe bleiben weiterhin geschlossen.

  • Die Zahlen zu den Corona-Mutationen aus Grossbritannien und Südafrika steigen rasch an. Dazu kommt eine neu entdeckte brasilianische Variante.

Hier geht es zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

Und hier gelangen Sie zur grossen Übersicht der Impfquoten in den Kantonen: So weit ist die Schweiz mit dem Impfen.

LIVE TICKER

Kulturbranche verlangt klare Richtlinien

Der Kultursektor verlangt vom Bund klare Richtlinien im Hinblick auf eine mögliche Lockerung der Massnahmen gegen die Pandemie. Zudem müssten die Lücken bei den Unterstützungs- und Entschädigungsgeldern für das weitgehende Berufsverbot geschlossen werden.

Durch den Produktionsstau, die vielen Verschiebungen und die lange Vorlaufzeit für grössere Anlässe werde es selbst im Idealfall viele Monate bis zum Normalzustand dauern, schrieb die von der Kulturszene ins Leben gerufene Taskforce Culture am Sonntag.

Die Abläufe für die Auszahlung der Unterstützungsgelder müssten vereinfacht werden, damit das Geld rechtzeitig bei notleidenden Kulturschaffenden ankomme. Mehrere europäische Studien würden belegen, dass Kulturanlässe keine Infektionsherde seien.

Die Landesregierung müsse das Mögliche zulassen. Die Kriterien dafür müssten in den nächsten Tagen bekannt werden. Nur so gebe es Planungssicherheit. Die Öffnungen müssten darüber hinaus praxistauglich gestaltet werden. Ein Zwang zur Wiedereröffnung dürfe dabei nicht vorgegeben werden. Viele Kulturunternehmen könnten unter relativ restriktiven Bedingungen nicht kostendeckend wirtschaften.

Die Taskforce zeigt sich indessen pessimistisch: Die bundesrätliche Botschaft zum Covid-19-Gesetz ignoriere viele Forderungen des Kultursektors. Dazu gehörten unter anderem Verbesserungen beim Erwerbsersatz für Selbständige, der Zugang Freischaffender zu den Beihilfen oder eine besser taugliche Absicherung für Veranstalterinnen und Veranstalter.

Bundesrat Alain Berset wird auch von der Kulturbranche stark gefordert.
Bundesrat Alain Berset wird auch von der Kulturbranche stark gefordert.
Foto: Alessandro delle Valle (Keystone/Archiv)
Bundesrat verzichtet vorerst auf Gedenk-Tag für Opfer

Fast 10'000 Tote habe es im Land wegen Corona schon gegeben – und der Bundesrat schweige. Anders als bei früheren Tragödien und anders als das Ausland habe die Schweizer Landesregierung bisher auf einen Gedenkakt für die Opfer verzichtet, schreibt der «SonntagsBlick». Und das dürfe vorerst so bleiben. (Lesen Sie dazu unseren Artikel: Angehörige der Opfer kritisieren die Gleichgültigkeit in der Schweiz).

«Im Dezember diskutierte der Bundesrat an einer Sitzung darüber, ob und wie durch einen symbolischen Akt den Toten gedacht werden könnte. Das ist zwei Monate her. Ein Ergebnis der Sitzung wurde nie kommuniziert», heisst es weiter. Heute sagt Ursula Eggenberger, Sprecherin der Bundeskanzlei: «Der Bundesrat hat sich mit der Frage eines Gedenkanlasses befasst, die Bewältigung der fortwährenden Pandemie hat für ihn indes Priorität.»

In die Bresche springen wollen die Landeskirchen. Hinter den Kulissen würden sie Traueranlässe für die Ostertage vorbereiten. Wie diese genau daussehen werden, sei noch nicht klar. Die katholische Kirche wolle am 29. März in allen Bistümern Gedenken für die Opfer der Pandemie abhalten, wie Encarnación Berger-Lobato, Sprecherin der Schweizer Bischofskonferenz, gegenüber der Zeitung bestätigt.

Gedenken an die Corona-Toten: Aktivisten haben am vergangenen Sonntag 9200 Kerzen auf dem Bundesplatz in Bern gezündet.
Gedenken an die Corona-Toten: Aktivisten haben am vergangenen Sonntag 9200 Kerzen auf dem Bundesplatz in Bern gezündet.
Foto: Peter Schneider (Keystone, 21. Februar 2021)
Hotellerie rechnet mit grossen Verlusten in der Wintersaison

Trotz offener Skipisten rechnen die Schweizer Hotels auch für die Wintersaison mit grossen Verlusten. Nach Angaben von HotellerieSuisse erwarten die Betriebe schweizweit im Durchschnitt Umsatzeinbussen von einer Million Franken.

Ohne Dach und Wände: Das «Null Stern»-Hotelzimmer der Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin, aufgenommen in Lüsis oberhalb von Walenstadt in der Ferienregion Heidiland.
Ohne Dach und Wände: Das «Null Stern»-Hotelzimmer der Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin, aufgenommen in Lüsis oberhalb von Walenstadt in der Ferienregion Heidiland.
Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)

Die Stadthotels gingen von November bis April sogar von einem Verlust von über 1,5 Millionen Franken pro Betrieb aus, teilte HotellerieSuisse am Sonntag mit. Allein im Februar werde die Auslastung der Hotels in den grossen Städten auf 15 Prozent sinken – nach 50 Prozent im Jahr 2019.

Weniger Umsatz wegen Restaurantschliessung

In den Bergregionen sei der Rückgang dank der Sportferien weniger dramatisch und die Auslastung dürfte dort im diesem Monat im Durchschnitt bei rund 50 Prozent liegen, 7 Prozentpunkte weniger als vor Corona. Dazu kämen jedoch noch die Umsatzrückgänge wegen der behördlichen Schliessung der Hotelrestaurants für externe Gäste.

Ausserdem musste jedes dritte Hotel in der Schweiz im Februar komplett auf ausländische Gäste verzichten. 2019 hatten diese noch 40 Prozent der Logiernächte ausgemacht, in den grossen Städten sogar 70 Prozent.

Einbussen bis zu einer halben Million Franken

Gemäss HotellerieSuisse führten diese Faktoren im Februar für 66 Prozent der Betriebe zu Umsatzeinbussen von bis zu 250'000 Franken, für 11 Prozent von 250'000 bis zu 500'000 Franken. Wegen der geringeren Nachfrage hätten fast die Hälfte aller Hotels im Winter die Preise senken müssen. Und auch die Aussichten für die kommenden Monate seien nicht rosig.

HotellerieSuisse fordert deshalb für die Betriebe raschen Zugang zu den à-fonds-perdu-Beiträgen des Bundes. Ausserdem müssten die Maximalbeiträge für die Härtefallhilfen erhöht werden. Und parallel zur Impfstrategie brauche es in der Hotellerie kostenlose, flächendeckende und regelmässige Tests.

Kommission stimmt für Restaurant-Öffnung

Die Wirtschaftskommission des Nationalrats will die geschlossenen Restaurants am 22. März wieder öffnen. Bewerkstelligen möchte sie dies mit einer dringlichen Änderung des Covid-19-Gesetzes.

Neben den Restaurants sollen auch Kultur-, Unterhaltungs-, Freizeit- und Sportstätten wieder öffnen. Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK-N) nimmt damit mit 12 zu 11 Stimmen bei einer Enthaltung einen Antrag der nationalrätlichen Gesundheitskommission auf, wie die Parlamentsdienste mitteilen (mehr zum Thema: Jetzt pocht auch die Mitte auf Turbo-Lockerungen.)

Für die Kommissionsmehrheit erlaubt die epidemiologische Lage den Schritt. Es sei nicht mehr gerechtfertigt, das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben weiterhin auf Sparflamme zu halten.

Die Kommissionsminderheit lehnt eine Festlegung des Datums im Covid-19-Gesetz ab. Das schränke den Spielraum des Bundesrats ein, flexibel auf neue Entwicklungen der Pandemie zu reagieren. Das Parlament berät die Gesetzesrevision in der Frühlingssession.

Durchgeimpfte Altersheime lockern Massnahmen

Die Fortschritte beim Impfen führen dazu, dass erste Altersheime ihre Massnahmen lockern, schreibt die «NZZ». Im Kanton Zug dürfen Heimbewohner wieder gemeinsam mit Besuchern essen und eine Quarantäne nach Ausflügen ist nicht mehr nötig. In Basel-Land sind ab 1. März Besuche wieder möglich, der Kanton Freiburg lässt ebenfalls gemeinsame Mahlzeiten mit Besuchern zu.

Die Kantone sind sehr unterschiedlich weit, was das Impfen angeht. Schwyz, Basel-Land, Solothurn und Zug haben alle impfwilligen Alters- und Pflegeheimbewohner bereits zweimal geimpft. In Bern und Zürich dauert es wohl noch einen Monat, bis es soweit ist.

Infrastruktur und Logistik, aber auch die Strategie beeinflussen die Impfgeschwindigkeit: Manche Kantone führen möglichst viele Erstimpfungen durch, andere halten Dosen für die Zweitimpfung zurück. Allerdings sorgt auch der Verteilschlüssel des Bundes für Verzögerungen. Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli sagt im Interview, dass der Kanton weniger Dosen erhält, weil die Bevölkerung jünger ist.

Übersicht zu den Impf-Quoten: So weit ist die Schweiz mit dem Impfen

200 demonstrieren in Genf gegen Einschränkungen

Zwischen 150 und 200 Menschen haben am Freitagabend in Genf bei einer nicht genehmigten Kundgebung gegen die pandemiebedingten Einschränkungen protestiert. Es kam zu mehreren Festnahmen.

Fast alle ohne Masken, versuchten die Demonstranten schnell zu den Standorten der Genfer Behörden zu marschieren. Die Polizei reagierte rasch, errichtete eine Absperrung und zwang die Demonstranten zurück auf den Platz, wo sie sich versammelt hatten. In der Nähe war sogar ein Park gesperrt worden, um die Ausbreitung der Versammlung zu verhindern.

«Ist das Freiheit? Schämt euch!», rief eine Frau mit einem Kind im Arm den Sicherheitskräften zu. Beleidigungen gegen die Polizei ertönten – von «Kollaborateure» bis «Gestapo», einige mit rassistischen Untertönen. Schilder prangerten eine «Diktatur» unter dem Deckmantel des Coronavirus an. «Hört auf, unsere Bistros zu töten», rief ein Demonstrant.

Corona-Demo: Die Genfer Polizei hat mehrere Personen festgenommen.
Corona-Demo: Die Genfer Polizei hat mehrere Personen festgenommen.
Foto: Salvatore Di Nolfi (Keystone/26. Februar 2021)

Nach einer Weile begann die Polizei Personenkontrollen durchzuführen. Obwohl es Dutzenden von Demonstranten gelang, aus der Polizeiabsperrung herauszukommen, umzingelte die Polizei die lautstärkeren. Widerspenstige Demonstranten wurden festgenommen, darunter auch einer, der von der Motorradeinheit eingeholt wurde. Es dauerte etwas mehr als eine Stunde, bis der Platz geräumt war. Der Verkehr rund um das Gelände wurde unterbrochen und dann wieder aufgenommen.

Roche-Test erhält Genehmigung in Deutschland

Der Corona-Antigen-Schnelltest von Roche hat in Deutschland eine Sondergenehmigung für den Einsatz als Selbsttest erhalten. Damit könnten Patienten einen Corona-Test mittels eines einfachen Nasenstäbchens zuhause durchführen, wie einer Mitteilung des Pharmakonzerns vom Freitagabend zu entnehmen ist.

Beim Schnelltest handle sich um einen verlässlichen Test für die qualitative Entdeckung spezifischer SARS-Cov-2 Antigene, heisst es weiter. Der Test verwendet laut den Angaben Proben von der vorderen Partie der Nase statt aus dem Nasenrachenraum, was zu einer einfacheren und bequemeren Probenentnahme führe. Die Resultate seien nach lediglich 15 Minuten bereit. Der Test werde in Apotheken ohne Rezept erhältlich sein, schreibt Roche.

Resultate nach einer Viertelstunde bereit: Eine Schachtel SARS-CoV-2 Rapid Antigen Test von Roche.
Resultate nach einer Viertelstunde bereit: Eine Schachtel SARS-CoV-2 Rapid Antigen Test von Roche.
Foto: Gaetan Bally (Keystone/Archiv)
Bisher 95 ernste Nebenwirkungen nach Impfungen

Bisher sind beim Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic nach Impfungen gegen das Coronavirus 95 Meldungen über schwerwiegende Nebenwirkungen eingegangen. 16 Personen starben «in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung». Aber konkrete Hinweise, dass diese die Ursache für den Todesfall gewesen wäre, gebe es keine.

Die Todesfälle seien «besonders sorgfältig analysiert» worden, teilte Swissmedic am Freitag mit. Die Verstorbenen seien im Durchschnitt 86 Jahre alt gewesen und hätten mehrheitlich unter schweren Vorerkrankungen gelitten. Nach jetzigem Kenntnisstand hätten diese Erkrankungen zum Tod geführt.

Nach rund 750'000 verabreichten Impfdosen gingen bei Swissmedic bis am vergangenen Mittwoch 363 Meldungen über «unerwünschte Arzneimittelwirkungen im Zusammenhang mit Covid-19-Impfungen» ein. 199 betrafen den Impfstoff von Pfizer/Biontech, 154 denjenigen von Moderna. In rund Zweidrittel der Fälle waren Frauen betroffen, bei rund 45 Prozent waren die Personen älter als 75-jährig.

Rund einen Viertel der Meldungen stufte Swissmedic als schwerwiegend ein. Das heisst, dass die betroffenen Personen entweder im Spital behandelt werden mussten oder die Reaktionen aus anderen Gründen «als medizinisch bedeutsam eingeordnet» wurden. Die häufigsten dieser Reaktionen waren Gürtelrose (Herpes Zoster), Fieber, Kopfschmerzen, eine Covid-19-Erkrankung oder allergische Reaktionen.

Auffällige Hautreaktionen

Dreiviertel der Meldungen waren nicht schwerwiegend und betrafen Rötungen, Juckreiz, Schmerzen oder Schwellungen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Fieber oder Schüttelfrost. Als «auffällig» bezeichnet Swissmedic Berichte über verzögert auftretende Hautreaktionen am geimpften Arm, vor allem beim Impfstoff von Moderna.

Am positiven Nutzen-Risiko-Profil änderten die Meldungen über unerwünschte Nebenwirkungen gemäss Swissmedic nichts. Nicht gemeldet werden müssen die bekannten, nicht-schwerwiegenden und sehr häufigen Reaktionen wie Schmerzen und Schwellungen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Schüttelfrost, Fieber sowie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen.

Impfungen gegen Covid-19 können zu Nebenwirkungen führen.
Impfungen gegen Covid-19 können zu Nebenwirkungen führen.
Foto: Keystone (Symbolbild)
BAG meldet 1065 Neuinfektionen

Dem BAG sind innerhalb der letzten 24 Stunden 1065 neue Ansteckungen gemeldet worden. Am Freitag vor einer Woche waren es 1021 Fälle, vor zwei Wochen 1253. Die Positivitätsrate beträgt 3,6 Prozent bei 29'915 neu gemeldeten Tests.

Es gab 45 neue Spitaleinweisungen und acht Todesfälle. Zum Vergleich: Am Freitag vor einer Woche wurden 54 Spitaleinweisungen und 10 Todesfälle gemeldet, vor zwei Wochen 93 Spitaleinweisungen und 31 Todesfälle.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 4,7 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 159,78 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 1,01.

Insgesamt wurden bis vorgestern Abend 932'375 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 751'009 Dosen verabreicht. 221'259 Personen sind bereits vollständig geimpft.

Von den mutierten Varianten des Coronavirus sind in der Schweiz bisher 9543 Fälle entdeckt worden. 3492 betrafen die britische Variante (B.1.1.7), 144 die südafrikanische (B.1.351) sowie sechs die brasilianische (P.1). 5901 Fälle konnten keiner Variante eindeutig zugewiesen werden.

Seit Beginn der Pandemie gab es 554'932 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus. 23'416 Personen mussten bisher wegen einer Corona-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung belief sich auf 9271.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befinden sich laut Angaben des BAG 10'274 Menschen in Isolation und 16'831 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befinden sich 2964 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

Hier gelangen Sie zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

Kantone knicken ein und schliessen die Terrassen

Die sechs Kantone, die bislang trotz anderslautender Bestimmung die Restaurantterrassen in ihren Skigebieten offen hielten, haben dem Druck des Bundes nachgegeben. Ob-, Nidwalden, Schwyz, Glarus und Tessin schliessen die Aussenbereiche ab Sonntag, Uri ab Freitagabend.

Die Kantonsregierungen machen für ihren koordinierten Entscheid «rein staatspolitische Gründe» geltend. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA hiess es am Freitag bei der Urner Staatskanzlei, man erachte die Schliessung zwar als epidemiologisch kontraproduktiv, befolge aber die Vorgaben des Bundes.

Uri habe entschieden, zusammen mit dem Kanton Graubünden die Restaurantterrassen bereits ab Freitagabend zu schliessen. Die beiden Kantone teilen sich das Skigebiet Andermatt-Sedrun. Die übrigen Kantone heben die Aussenbereiche der Restaurants am Sonntag ab 17 Uhr auf.

Die Kantone hatten am Donnerstagabend noch einmal das Gespräche mit Bundesrat Alain Berset gesucht. Dieses habe nicht die gewünschte Wirkung gezeigt, hielt das Nidwaldner Gesundheitsamt in einer Mitteilung fest. «Wir bedauern sehr, dass wir keine Kompromisslösung erzielen konnten», wird die Nidwaldner Gesundheitsdirektorin Michèle Blöchliger zitiert.

E-Rechnungen werden immer beliebter

Die Schweizer werden in der Coronakrise immer digitaler. Aktuell nützen laut Angaben der Börsenbetreiberin SIX mehr als zwei Millionen eBill und bezahlen ihre Rechnungen somit digital.

Mehr als zwei Millionen Menschen zahlen ihre Rechnungen in der Schweiz elektronisch.
Mehr als zwei Millionen Menschen zahlen ihre Rechnungen in der Schweiz elektronisch.
Bild: ebill.ch

Diese Woche hat SIX erstmals mehr als zwei Millionen registrierte Nutzer und Nutzerinnen verzeichnet, wie es in einer am Freitag vom Finanzdienstleister veröffentlichten Mitteilung heisst. Dabei seien im Pandemiejahr 2020 doppelt so viele Transkationen abgewickelt worden wie im Vorjahr. Rund 100 Banken in der Schweiz bieten ihren Kunden eBill an.

eBill ist die digitale Rechnung, die direkt ins eigene e-Banking gelangt, von überall her bezahlt werden kann und für die der herkömmliche Einzahlungsschein überflüssig ist, wie SIX weiter schreibt. SIX entwickelt und betreibt die eBill-Infrastruktur.

Lesen Sie auch: Bargeld nicht mehr beliebtestes Zahlungsmittel

Baselland weitet Corona-Massentestprogramm aus

Nach einer Pilotphase will der Kanton Baselland sein Corona-Massentestprogramm etablieren und ausweiten. Ziel ist, in Schulen, Alters- und Pflegeheimen, bei der Verwaltung sowie bei Firmen bis zu 50'000 Personen pro Woche zu testen.

Mit dem Programm «Breites Testen Baselland» will der Kanton die Verbreitung des Coronavirus eindämmen, um so den Präsenzunterricht an den Schulen sowie den Betrieb in Unternehmen, Behörden und Gesundheitseinrichtungen aufrechterhalten, wie der Kantonale Krisenstab am Freitag mitteilte. Nach einer Pilotphase an Schulen in Oberwil BL und im Polizeikorps soll das Testprogramm nun etabliert werden.

Schüler der Kantonsschule Menzingen bei einem PCR-Test mittels Speichelprobe. (25. Februar 2021)
Schüler der Kantonsschule Menzingen bei einem PCR-Test mittels Speichelprobe. (25. Februar 2021)
Foto: Alexandra Wey (Keystone)

Die Pilotphase im Januar habe die Wirksamkeit des Programms bestätigt, heisst es. Es hätten sowohl asymptomatische Einzelfälle als auch ein Cluster mit einer hochansteckenden Mutation identifiziert werden können.

Bis Ende März soll das Programm auf alle Schulen im Kanton ausgedehnt werden. Parallel sollen auch Mitarbeitende in Alters- und Pflegeheimen, Spitälern und ausgewählten KMU in das Programm aufgenommen werden – insbesondere auch solche mit Grenzgängerinnen und Grenzgängern. Das Testen soll aber freiwillig bleiben.

Die Massentests erfolgen mit Spuckproben nach dem Pooling-Prinzip. Für die Laboranalyse werden mehrere Proben zusammengefügt. Bei einem positiven Pool-Resultat werden die betroffenen Personen Einzeltests unterzogen.

Schwyz bittet Personen ab 65 zur Impfung

Der Kanton Schwyz lässt Personen ab 65 Jahren zur Corona-Impfung zu. Diese Personengruppe kann sich ab Freitag auf der kantonalen Webseite registrieren. Abgeschlossen sind die Impfungen in den Schwyzer Pflegeheimen.

Auch bei den Menschen ab 75 Jahren und jenen mit Vorerkrankungen von höchstem Risiko habe Schwyz einen raschen Impffortschritt gemacht, teilte das Departement des Innern am Donnerstag mit. Dank sorgfältiger Planung könne man nun einer weiteren grossen Bevölkerungsgruppe die Impfung ermöglichen.

Im Verlauf des Monats März sollen die Impfungen auch in Arztpraxen und Apotheken möglich sein. Dies hänge aber vom verfügbaren Impfstoff ab. Im Kanton Schwyz wurden bislang 13'000 Impfdosen gespritzt, 2,4 Prozent der Bevölkerung ist bereits vollständig immunisiert, 5,7 Prozent haben eine erste Impfung hinter sich.

Der Kanton Schwyz weitet die Impfkampagne auf Personen ab 65 Jahren aus.
Der Kanton Schwyz weitet die Impfkampagne auf Personen ab 65 Jahren aus.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone/Symbolbild)
Innert einer Woche 11 Prozent weniger Ansteckungen trotz Mutationen

Trotz weiter zunehmender Ansteckungen mit Mutationen des Coronavirus sind die Infektionen in der Woche vom 15. bis 21. Februar um 11,3 Prozent gesunken. In der 7. Kalenderwoche 2021 registrierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 6977 Fälle nach 7866 in der Vorwoche.

Damit beschleunigte sich der Rückgang der Neuinfektionen etwas, wie dem am Donnerstag veröffentlichten BAG-Wochenbericht zu entnehmen ist. In der Einschätzung der Lage bleibt das Amt vorsichtig. Die zunehmend entdeckten Ansteckungen mit Sars-Cov-2-Varianten würden nach wissenschaftlichen Erkenntnissen eine Zunahme der Fälle erwarten lassen. Die Mutationen seien ansteckender, für das BAG bleibe die Lage deshalb schwer einzuschätzen.

Lesen Sie dazu unsere Corona-Bilanz in Zitaten: Die gewagte Impfstoff-Aussage war richtig, die Prognosen zum Virus-Winter falsch

Kanton St. Gallen verzichtet weiterhin auf Massentests

Der Kanton St. Gallen will auf gezielte Ausbruchstests und auf regelmässige Tests von bestimmten Gruppen setzen. Auf breite Massentests wird hingegen verzichtet. Über diese Teststrategie informierten am Donnerstag Vertreter der St. Galler Regierung.

Der Kanton hat vier Gruppen definiert, bei denen eine regelmässige Testung von symptomlosen Personen sinnvoll ist. Es handelt sich um sozialmedizinische Institutionen, Einsatzkräfte, Schulen und Firmen.

In sozialmedizinischen Institutionen – vor allem Alters- und Pflegeheime – können regelmässige präventive Testungen durchgeführt werden. Für die Durchführung und Organisation sind die Heimleitungen zuständig. Die Materialkosten werden vom Bund übernommen.

In den Schulen verzichtet der Kanton auf das regelmässige präventive Testen von Personen ohne Symptome. Es gebe keinen Zusatznutzen, heisst es in der Mitteilung.

Die Einsatzorganisationen wie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste können Testungen zulasten des Bundes durchführen und benötigen dafür keine Bewilligung des Kantonsarztamtes. Bei den Unternehmen sei das regelmässige präventive Testen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in erster Linie dort sinnvoll, wo das Übertragungsrisiko trotz Schutzkonzept erhöht sei, informierte der Kanton.

Im Kanton Graubünden — beispielsweise in St. Moritz-Bad — sind Massentests durchgeführt worden.
Im Kanton Graubünden — beispielsweise in St. Moritz-Bad — sind Massentests durchgeführt worden.
Foto: Giancarlo Cattaneo (Keystone/18. Januar 2021)
Mehrere Kantone wollen Terrassen offen halten

Der Streit um das Offenhalten der Terrassen in den Skigebieten zwischen dem Bund und den Kantonen geht in die nächste Runde. Gemäss Anordnung des Bundes ist es nicht erlaubt, Restaurant-Terrassen offen zu halten, obwohl einige Kantone sich über diese Weisung hinweggesetzt hatten.

Gesundheitsminister Alain Berset sprach bei der Medienkonferenz vom Mittwoch noch davon, dass alle Missverständnisse nun ausgeräumt seien. Der Kanton Graubünden lenkte daraufhin ein und schloss die Terrassen, die bisher teilweise offengehalten wurden.

Die Terrassen in den Skigebieten von Nid-, Obwalden, Uri und Schwyz bleiben vorerst offen, entgegen dem Beschluss des Bundes., wie das SRF und die Agentur Keystone-SDA berichten. Die Zentralschweizer Gesundheitsdirektoren haben sich geeinigt, dass sie nochmals das Gespräch mit Berset suchen wollen. Man ist der Meinung, dass es epidemiologische Vorteile habe, die Terrassen offenzuhalten und dass sich an der rechtlichen Ausgangslage nichts geändert habe. Auch Glarus und das Tessin wollen die Terrassen offenhalten.

Speziell ist die Lage im Kanton Uri, dessen grösstes Skigebiet in Andermatt in den Kanton Graubünden reicht. Die Bündner Regierung hatte nach dem Entscheid des Bundesrats vom Mittwoch entschieden, dass die Terrassen in den Skigebieten wieder gesperrt werden müssten.

Der Kanton Nidwalden ist der Meinung, dass es epidemiologische Vorteile habe, die Terrassen offenzuhalten: Sonnenanbeter auf einer Terrasse im Weiler Wirzweli.
Der Kanton Nidwalden ist der Meinung, dass es epidemiologische Vorteile habe, die Terrassen offenzuhalten: Sonnenanbeter auf einer Terrasse im Weiler Wirzweli.
Foto: Samuel Schalch
BAG erlaubt «Beizen für Büezer»

Damit im Freien arbeitende Personen am Mittag eine warme Mahlzeit einnehmen können, dürfen Restaurants als Betriebskantinen geöffnet werden. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat den Kantonen am Donnerstag dafür eine entsprechende Zulassung erteilt. Die SVP-Forderung «Beizen für Büezer» wird damit erfüllt.

Restaurants, die als Betriebskantinen dienen, dürfen unter der Woche zwischen 11 und 14 Uhr öffnen. Zugang haben ausschliesslich Berufsleute aus dem Landwirtschaftssektor und dem Bausektor sowie Handwerkerinnen und Handwerker und Berufstätige auf Montage. Die Arbeitgeber müssen ihre Angestellten vorgängig anmelden.

Vorausgesetzt wird das Einhalten der Schutzkonzepte. In den Lokalen gilt Maskenpflicht, ausgenommen am Tisch. Die Abstandsregeln müssen eingehalten und die Kontaktdaten von allen Personen aufgenommen werden.

Die Gewerkschaft Syna begrüsste am Donnerstag den Entscheid des Bundes. Man habe schon seit Beginn des Lockdowns auf die Verpflegungsproblematik im Baugewerbe hingewiesen. Besonders betroffen seien Personen im Ausbaugewerbe wie Elektrikerinnen und Maler.

Die Wirtschaftskommission (WAK) des Nationalrates hatte die Forderung von Betriebskantinen Anfang Februar an den Bundesrat gerichtet. Zuvor kamen für die von der SVP lancierten Petition «Beizen für Büezer» rund 50'000 Unterschriften zusammen. Wenn das Bundeshausrestaurant während der Session zur Kantine werde, müsse das auch für jedes Restaurant befristet möglich sein, fanden die Petitionäre.

BAG meldet 1169 Neuinfektionen

Dem BAG sind innerhalb der letzten 24 Stunden 1169 neue Ansteckungen gemeldet worden. Am Donnerstag vor einer Woche waren es 1219 Fälle, vor zwei Wochen 1356. Die Positivitätsrate beträgt 4,3 Prozent bei 26'984 neu gemeldeten Tests.

Es gab 61 neue Spitaleinweisungen und 7 Todesfälle. Zum Vergleich: Am Donnerstag vor einer Woche wurden 165 Spitaleinweisungen und 62 Todesfälle gemeldet, vor zwei Wochen 66 Spitaleinweisungen und 22Todesfälle.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 4,8 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 161,08 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 12. Februar bei 0,92.

Insgesamt wurden bis Montagabend 866'425 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 675'556 Dosen verabreicht. 173'407 Personen sind bereits vollständig geimpft.

Von den mutierten Varianten des Coronavirus sind in der Schweiz bisher 9236 Fälle entdeckt worden. 3426 betrafen die britische Variante (B.1.1.7), 145 die südafrikanische (B.1.351) sowie sieben die brasilianische (P.1). 5658 Fälle konnten keiner Variante eindeutig zugewiesen werden.

Seit Beginn der Pandemie gab es 553'867 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus. 23'371 Personen mussten bisher wegen einer Corona-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung belief sich auf 9263.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befinden sich laut Angaben des BAG 9065 Menschen in Isolation und 14'376 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befinden sich 3727 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

Hier gelangen Sie zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

Berset bekräftigt Impfzeitplan

Bis im Sommer sollen alle Personen, die dies möchten, gegen Covid-19 geimpft sein. Bundesrat Alain Berset hat diesen Zeitplan bei einem Besuch am Donnerstag im Aargau bekräftigt.

Bundesrat Alain Berset neben Jean-Pierre Gallati.
Bundesrat Alain Berset neben Jean-Pierre Gallati.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Das Ziel sei trotz Lieferengpässen zu erreichen, sagte der Gesundheitsminister an einer Medienkonferenz in Aarau. «In den nächsten Wochen und Monaten werden wir sehr viele Impfdosen in der Schweiz haben.» Bald seien hierzulande 700'000 Dosen verabreicht worden. Die Impfung habe eine Wirksamkeit von 95 Prozent. 32 Millionen Impfdosen hat die Schweiz gekauft. «Wir glauben nicht, dass wir im Winter oder auch im nächsten Jahr keine Impfungen mehr brauchen», so Berset.

Zu weiteren Lockerungen der Corona-Massnahmen sagte Berset, der Gesamtbundesrat verfolge die Entwicklung der Kennzahlen. «Wir sehen eine Stagnation auf nicht so tiefem Niveau.» Prognosen seien schwierig. «Wenn die Zahlen weiter sinken, können wir Lockerungsschritte umsetzen.» Der Bundesrat wolle ein kalkuliertes Risiko eingehen, ohne die erreichten Fortschritte zu gefährden. Für die Öffnung der Gastronomiebetriebe sei es deshalb noch zu früh.

Wichtiger Austausch

Der Gesundheitsminister Alain Berset hat auch ein Altersheim besucht. Ihm sei sehr wichtig, «nicht nur in Bern präsent zu sein, sondern auch auf dem Terrain der Kantone», so Berset. Es sei mittlerweile sein 20. Besuch in einem Kanton im Rahmen einer Kontaktpflege. «Wir sind soziale Wesen und wollen miteinander sein. Aber genau das ist in der Pandemie ein Problem.» Deshalb wollte er ein Altersheim besuchen.

Die Pandemie-Bewältigung sei eine grosse Herausforderung für die Kantone. «Heute vor einem Jahr gab es den ersten Corona-Fall in der Schweiz», so Berset. Das Ganze dauert nun viel länger, als man zu Beginn dachte. «Ich möchte mich für die unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem Kanton Aargau bedanken.»

«Der Aargau ein Risikogebiet»

Regierungsrat Jean-Pierre Gallati, der die PK eröffnet hatte, machte auf die allgemeine Situation in seinem Kanton aufmerksam: «Wäre der Kanton Aargau ein Staat, hätte der Bundesrat ihn von der Inzidenz her in die Risikoliste genommen.» Gallati lobte die Gesundheitspolitik der Regierung seines SP-Kollegen Berset und dessen Engagements. Man wolle das bisher erreichte nicht verspielen und keinen Jojo-Effekt, so Gallati.

Zu der Situation im Aargau sagte er, dass in den 109 Altersheimen die Durchimpfung am 2. März abgeschlossen sei, dann kämen weitere Institutionen an die Reihe.

Zuger Schüler müssen zum Spucktest

Als erster Kanton hat Zug am Donnerstagmorgen im Kampf gegen das Coronavirus mit den obligatorischen Reihentests an Schulen begonnen. Schülerinnen und Schüler ab der Sekundarstufe sowie deren Lehrpersonen müssen nun wöchentlich an zwei Speicheltests teilnehmen.

«Testen statt schliessen ist mein grosses Anliegen hinter dieser Testaktion», sagte Bildungsdirektor Stephan Schleiss (SVP) an der Kantonsschule Menzingen vor den Medien. Kurz vor 9 Uhr fanden dort die ersten Spucktests statt.

An der Kantonsschule Menzingen haben am Donnerstagmorgen Reihentests begonnen.
An der Kantonsschule Menzingen haben am Donnerstagmorgen Reihentests begonnen.
Foto: Alexandra Wey (Keystone)

Die Reihentests werden befristet durchgeführt. «Wir werten die Situation laufend aus», sagte Kantonsarzt Rudolf Hauri. Nach acht Wochen werde entschieden, ob weiter getestet werden soll oder nicht.

Wer an den wöchentlichen Speicheltests teilnimmt, muss bei einem positiven Befund in der Klasse nicht mehr in Quarantäne. Wer nicht spuckt, wird zwar nicht vom Unterricht ausgeschlossen, unterliegt aber den verschärften Quarantänevorschriften. Weiterhin in Isolation müssen positiv Getestete.

Die Tests sind im Grundsatz obligatorisch, die Schulleitung kann Ausnahmen bewilligen. Wer nicht teilnehmen will, muss aber aktiv eine Dispens verlangen.

Finanziert werden die Tests durch den Bund und kosten rund drei Millionen Franken. Das neue Vorgehen bedeutet im Kanton Zug 12'000 Tests pro Woche. Weil Berufsschülerinnen und -schüler nur einen Tag pro Woche den Unterricht besuchen, sind sie von den Tests ausgenommen. Auch auf Primarstufe wird nicht getestet.

sda/reuters/red

5751 Kommentare
    Lucas Wyrsch

    Nach den Corona-Mutationen aus Großbritannien, Brasilien und Südafrika ist in den USA eine weitere aufgetaucht: B.1.427, bzw. B.1.429.

    Eine Studie deutet nun offenbar darauf hin, dass die Mutante ansteckender und aggressiver sein könnte als der Wildtyp.

    Forscherinnen und Forscher in den USA sind besorgt über eine neue Variante des Coronavirus, die sich im Bundesstaat Kailfornien ausbreitet.

    Sie war erstmals im Dezember 2020 von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles entdeckt worden.

    Sie wurde inzwischen auch in anderen US-Bundesstaaten nachgewiesen.

    Einzelne Fälle sind zudem in anderen Ländern aufgetaucht, etwa in Australien.

    Ansteckender und aggressiver?

    Eine Studie der University of Californa in San Francisco (UCSF) deutet nun offenbar darauf hin, dass die neu entdeckte Virus-Variante B.1.427, bzw. B.1.429 ansteckender sein könnte als der Wildtyp und möglicherweise heftigere Krankheitsverläufe auslöst.

    Das berichteten mehrere US-Medien unter Berufung auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

    Christina Berndt schrieb in der Süddeutschen Zeitung am 25. Februar 2021 in "Covid-19: Neue Mutanten breiten sich in den USA aus", dass in New York und Kalifornien neue Varianten von Sars-CoV-2 grassieren.

    Im Rahmen der Studie wurden laut dem Wissenschaftsmagazin "Science" rund 2000 Corona-Proben aus 44 kalifornischen Bezirken sequenziert.

    Sie stammen aus dem Zeitraum von September 2020 bis Ende Januar dieses Jahres.