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Nebenwirkung bei ProbandenCorona-Impfstoff unter Verdacht

Astra Zeneca musste Tests mit einem Corona-Vakzin schon im Juli unterbrechen, nachdem ein Mann neurologische Symptome entwickelt hatte - ähnlich wie jetzt. Das könnte auf Schwierigkeiten mit dem Impfstoff selbst hindeuten.

Das Unternehmen Astra Zeneca macht gemäss Experten bislang vieles richtig. Doch am Impfstoff gibt es Zweifel.
Das Unternehmen Astra Zeneca macht gemäss Experten bislang vieles richtig. Doch am Impfstoff gibt es Zweifel.
Reuters

Einen Tag nachdem der Impfstoffhersteller Astra Zeneca seine entscheidenden Phase-3-Studien zur Wirksamkeit eines neuartigen Covid-19-Impfstoffs weltweit angehalten hat, sind neue Informationen über die Hintergründe bekannt geworden. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Pascal Soriot, erklärte am Mittwoch gegenüber Investoren, dass es sich in dem aktuellen Fall um eine Frau in Grossbritannien handelt. Soriot bestätigte laut einem Bericht des Wissenschaftsportals Statnews, dass die Probandin an einer transversen Myelitis erkrankt war, einer Entzündung des Rückenmarks. Der Patientin gehe es aber wieder gut, sodass sie aus dem Krankenhaus entlassen werden könne. Die Frau hatte in der Studie den Impfstoff erhalten, nicht das zum Vergleich eingesetzte Placebo. Ob das Vakzin für die Erkrankung verantwortlich war, soll während der Studienpause nun untersucht werden.

Wie sich jedoch zeigte, ist die Frau nicht die erste Person, die im Verlauf der Impfstofftests erkrankte. Teilnehmerinformationen der britischen Studie aus dem Juli und August verweisen auf den Fall eines Mannes, der ebenfalls Symptome einer transversen Myelitis gezeigt hatte. Auch damals waren die Impfungen der Probanden unterbrochen worden. Das unabhängige Gremium zur Bewertung solcher unerwarteten Zwischenfälle kam jedoch offenbar zu dem Schluss, dass die Nervenentzündungen des Mannes nicht mit dem Vakzin zusammenhingen, sondern mit einer zuvor unentdeckten Multiplen Sklerose, einer ebenfalls neurologischen Erkrankung, die durch eine Fehlfunktion des Immunsystems ausgelöst wird.

Besteht ein Risiko für neurologische Erkrankungen?

Die neuen Informationen über diesen ersten Fall ändern zwar nichts daran, dass es sich bei vorübergehenden Pausen in grossen Wirksamkeitsstudien um normale Vorgänge handelt. Das hatten verschiedene Experten auch dem britischen und deutschen Science Media Center am Mittwoch einstimmig bestätigt - und das Vorgehen von Astra Zeneca ausdrücklich gelobt. Allerdings sind sich die Fachleute noch nicht ganz einig darüber, ob der an der University of Oxford entwickelte Impfstoff nicht doch das Potenzial hat, neurologische Erkrankungen vom Typ der transversen Myelitis auszulösen

Immerhin handelt es sich um einen Impfstoff, der nicht nur Merkmale des neuen Coronavirus enthält, sondern auch ein sogenanntes Vektorvirus, und zwar ein Adenovirus aus Schimpansen, ChAdOx1 genannt. Bislang ist es in noch keinem zugelassenen Impfstoff enthalten. Das Affenvirus ist zwar nicht vermehrungsfähig, kann aber theoretisch ebenfalls eine Immunreaktion auslösen. Der Infektionsmediziner Clemens Wendtner vom München Klinikum Schwabing hält es für möglich, dass auch eine unspezifische Immunantwort gegen körpereigene Strukturen durch das Affenvirus ausgelöst werden könnte. «Auch eine überschiessende Reaktion des Körpers gegenüber dem Corona-Protein ist vorstellbar», sagt Wendtner.

In ersten Testungen des ChAdOx1-Impfstoffs habe sich gezeigt, dass die Menge der gebildeten Antikörper gegen das Coronavirus um ein Mehrfaches über dem Niveau von Covid-19-Erkrankten liege. «Die Immunreaktion könnte also zu stark sein und anderes gesundes Gewebe, wie eben Nervengewebe, attackieren und eine Rückenmarkentzündung auslösen», sagt Wendtner. Molekularbiologische und andere Tests müssten dem jetzt nachgehen, führt der Covid-19-Experte aus. «Sollte sich ein ursächlicher Zusammenhang zum Impfstoff bestätigen, wäre das ein herber Rückschlag, nicht nur für diesen konkreten Impfstoff, sondern auch für andere Impfstoffe auf der Basis von Adenovirus-Vektoren.»

Die Antwort auf die Corona-Skeptiker: Vernissage des Buches «Lockdown» und Diskussion. Akteure und Betroffene erzählen, wie es wirklich war. Mit Marcel Salathé (Epidemiologe), Jana Siroka (Notfallärztin) Pascal Strupler (Direktor BAG) und Simone Rau (Journalistin Tamedia). Dienstag, 22. September, Türöffnung: 19.00 Uhr. Beginn 20.00 Uhr. Kaufleuten, Pelikanplatz, Zürich.

68 Kommentare
    Hans Wüthrich

    Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen COVID-19 ist langwierig, risikoreich und unsicher. Zum Glück ist diese Impfung aber nicht nötig. Dies sagen bestens ausgewiesene, renommierte und erfahrene Ärzte, Virologen, Epidemologen und Biologen, weltweit. Diesen sollten wir vertrauen, und nicht den oft selbsternannten „Experten“, meist Juristen, Ökonomen, Journalisten und wirtschaftlich abhängige Mediziner, die alle unter demDruck der Pharmalobbisten stehen. Wir sollten dies solange tun, wie nicht das Gegenteil bewiesen ist.

    Die Deutsche Regierung hat dazu das im Internet abrufbare Strategiepapier „Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekommen“. Es ist ungeheuerlich, unglaublich, man glaubt sich im kalten Krieg mit der Verschwörung COVID-19. Das entsprechende Papier des BAG ist leider nicht abrufbar.