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Mehr Filialen und GewinnCoop schafft im Corona-Jahr neue Stellen

Während Restaurants und Fachgeschäfte zeitweise schliessen mussten, blieben Supermärkte offen. Hier stieg nicht nur der Umsatz, sondern auch die Anzahl Mitarbeitende.

Coop stellt über 1000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Supermärkten ein. Hier eine Kassiererin in Biel im März 2020, vor der Maskenpflicht.
Coop stellt über 1000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Supermärkten ein. Hier eine Kassiererin in Biel im März 2020, vor der Maskenpflicht.
Foto: Adrian Reusser (Keystone)

Seit Beginn der Corona-Krise sind sie an der Front tätig: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Detailhandel. Zwischen Plexiglasscheiben und Maskenpflicht arbeiten sie an den Kassen, in den Lagern und zwischen den Regalen.

Besonders in den Supermärkten ist die Nachfrage nicht nur während des Lockdown gross. Das schlägt sich bei Coop in den Jahreszahlen nieder: Die Supermärkte des Grossverteilers setzten im vergangenen Jahr 12 Milliarden Franken um – was einem Wachstum von 14,3 Prozent entspricht. Das gab Coop am Dienstag bekannt.

Die Befürchtung, dass in den Supermärkten Jobs verloren gehen, weil Self-Check-out-Kassen Kassiererinnen hinfällig machen, hat sich nicht bewahrheitet: So ist bei Coop die Anzahl Mitarbeitende im vergangenen Jahr vor allem in den Supermärkten um 1333 gewachsen. Insgesamt arbeiten über 26’000 Personen in Voll- und Teilzeitstellen in den Supermärkten.

Über die gesamte Coop-Gruppe waren im vergangenen Jahr 90’825 Mitarbeitende angestellt – was jedoch nur ein Plus von 332 Personen ausmacht. Denn dort, wo die Geschäfte schlechter liefen, wurden auch Stellen abgebaut. So beispielsweise bei der Transgourmet-Gruppe: Über 1600 Stellen verschwanden.

Jobs geschaffen wurden beim Onlineshop Coop.ch. Die Zahl der Stellen wuchs hier im vergangenen Jahr um 12 auf 161. Der vergleichsweise geringe Zuwachs überrascht, legte doch vor allem das Onlinegeschäft ein Rekordwachstum hin: Coop.ch wuchs um 45,5 Prozent auf 232 Millionen Franken.

Wieso hier nicht mehr Jobs geschaffen wurden, erklärt Coop-Chef Joos Sutter damit, dass die meisten Stellen in der Logistik entstanden. Diese werde von Coop.ch jedoch nicht selber durchgeführt, weswegen diese Stellen in der Jahresbilanz nicht auftauchten.

Corona ist nicht der alleinige Treiber des Stellenwachstums in den Supermärkten. Im vergangenen Jahr wurden 14 neue Supermärkte sowie vier Coop-Pronto-Filialen eröffnet. «Wir gewinnen jährlich Marktanteile», sagt Sutter. Auch deswegen sei das Mitarbeiterwachstum wohl nachhaltig. «Wir werden sehen, wie sich die Situation nach Corona entwickelt», sagt er, «doch wir sind gut aufgestellt.»

Mit einem Umsatzwachstum von 31 Prozent legte Konkurrentin Migros im Onlinegeschäft zwar nicht so stark zu wie Coop. Insgesamt schuf sie bei Migros.ch und Digitec Galaxus aber über 1500 neue Stellen, wie ein Sprecher sagt.

2 Kommentare
    Rolf Helbling

    Die sämtlichen Coronamassnahmen waren und sind so ausgestaltet, dass die grossen Zwei davon profitieren mussten. Konnte man bei der ersten Schliessung im Frühling noch von einem Unfall sprechen, muss man beim aktuellen Shutdown von völliger und bewusster Gleichgültigkeit gegenüber den kleinen Läden ausgehen.