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Wie die Zeit vergeht

Die Fondation Beyeler stellt Meisterwerke, Raritäten und Neuerwerbungen aus der eigenen Sammlung aus. Kuratiert hat der Chef selbst. Sam Keller lässt sich dabei von einem «Bladerunner»-Zitat leiten: «Lost in Time like Tears in Rain».

Er läuft. Wohin, das wäre noch die Frage. Das Woher lässt sich schon einfacher klären. Aus dem Nichts kommt er, aus derselben Richtung wie wir alle. Vor ihm liegt noch ein Stück Wegs, immer unter unsichtbaren Regenfäden durch, sechs, sieben Schritte dürften es sein, nach seinen Massstäben gemessen, dann wird sich seine Spur verlieren. Entweder stürzt der dünne Mann dann ins Nirgendwo – oder er schlägt direkt im ersten Saal der neuen Sammlungspräsentation in der Fondation Beyeler auf.

Denn genau so hat Direktor Sam Keller, der diese Sommer-schau kuratiert, Alberto Giacomettis Bronzeplastik «L'Homme qui marche sous la Pluie» positioniert, in Marschrichtung des Museumsbesuchers, leicht versetzt vom Durchgang, sodass Giacomettis Jedermann für einen verschwörerischen Wimpernschlag zum Wanderbegleiter auf diesem Parcours durch die letzten 150 Jahre Kunstgeschichte wird, die die Sammlung heute im Wesentlichen umfasst (wenn wir, notorisch eurozentristisch, wie wir nun einmal veranlagt sind, das Alter des einen oder anderen afrikanischen Stücks unterschlagen, denen Ernst Beyeler ja auch zugetan war).

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