«Startup Baselland» soll die Zahl der Firmengründungen erhöhen

Die Beratung für Jungunternehmer wird intensiver und die Statistik der Firmengründungen im Baselbiet hinkt anderen Kantonen hinterher.

Zeichnen für den Business Park Laufental & Thierstein verantwortlich (v.l.): Ralf Dümpelmann (BaselArea.swiss), Moritz Kistenmacher (Startup Academy Liestal), Marcus Haegi (Business Parc Reinach), Thomas Bretscher (Business Park Oberbaselbiet / Laufental & Thierstein), Thomas Weber, Regierungsrat sowie Robert Sum, Standortförderung Baselland.

Zeichnen für den Business Park Laufental & Thierstein verantwortlich (v.l.): Ralf Dümpelmann (BaselArea.swiss), Moritz Kistenmacher (Startup Academy Liestal), Marcus Haegi (Business Parc Reinach), Thomas Bretscher (Business Park Oberbaselbiet / Laufental & Thierstein), Thomas Weber, Regierungsrat sowie Robert Sum, Standortförderung Baselland.

Alex Reichmuth

Um als Jungunternehmer oder Jungunternehmerin erfolgreich zu sein, braucht es gute Ideen, Leidenschaft und Durchhaltevermögen. Diese Botschaft kann aus der Auftaktveranstaltung zur neuen Initiative «Startup Baselland» mitgenommen werden. Der Kanton Baselland will über seine Standortförderung und die vier Start-up-Institutionen Business Parc Reinach, Business Park Oberbaselbiet/Laufental & Thierstein, Start-up Academy Liestal und BaselArea.swiss die Firmengründungen nachhaltig vorantreiben.

An der Auftaktveranstaltung, die für potenzielle Jungunternehmer gedacht war, stellten die Leiter der erwähnten Organisationen ihr Angebot vor. Zudem erzählten Vertreter von Start-ups von ihren Erfahrungen mit Firmengründungen und gaben Tipps, auf was es bei neuen Unternehmungen ankommt.

Gegensteuer geben

Wie Robert Sum von der Standortförderung Baselland eingangs festhielt, hinkt das Baselbiet bei der Zahl der Unternehmensgründungen anderen Kantonen hinterher. Mit intensiverer Gründungsberatung soll die Initiative «Startup Baselland» hier Gegensteuer geben. Es gelte, das notwendige Handwerkszeug für Neugründungen zu vermitteln und damit die Risiken bei neuen Firmen zu vermindern. Studien zeigten nämlich, so Sum, dass neue Unternehmungen bei gut vorbereiteter Gründung signifikant höhere Überlebenschancen hätten.

Nein, sie selber könnten kein Geld für Neugründungen liefern und auch keine Businesspläne für die betreuten Start-ups schreiben, betonten die Vertreter der vier beteiligten Start-up-Organisationen. Sie könnten aber die Jungunternehmer beraten, wie Business- und Finanzpläne zu verfassen sind, und zudem Unterstützung bei der Suche nach Investoren bieten. Das nötige Startkapital könne unter anderem über Preisgelder für Start-ups, Fördergelder oder Crowdfunding zusammenkommen.

Entscheidend sei, dass man eine gute Geschäftsidee habe, die potenzielle Geldgeber überzeuge, betonten die Vertreter der Start-up-Organisationen. Sei man von seiner Business-Idee überzeugt, habe aber kein Geld, lohne es sich trotzdem, sich auf die Suche nach Geldgebern zu machen – denn für gute Ideen finde man meist finanzielle Mittel.

«Gring abe und seckle»

Karin Frei, ehemalige Moderatorin des «Clubs» von SRF, die sich dieses Jahr mit der Firma Common Ground Communications selbstständig gemacht hat, war eine der Jungunternehmerinnen, die von ihren Erfahrungen berichtete. «Irgendwann macht man es einfach. Gring abe und seckle», sagte sie auf die Frage, ob eine Firmengründung Mut brauche. Frei ist auf Moderationen, Workshops und Mediationen spezialisiert. «Ende letzten Jahres sagte ich mir: Jetzt springst du.»

Eine latente Unzufriedenheit mit der bisherigen Lohnarbeit gab Patrick Marzetti als Motivation an, sich mit einem Gebäudetechnik-Unternehmen selbstständig zu machen. Von den ersten Plänen bis zur Kündigung der alten Stelle habe es etwa ein Dreivierteljahr gedauert. Kritische Stimmen seien zwar auch aufgetaucht, «aber ich war sehr überzeugt von meiner Idee», so Marzetti. Die Beratung durch den Businesspark Zwingen/Laufen habe ihm zusätzliche Sicherheit gegeben.

Angst vor Auftragsflaute

Andreas von Grebmer sprach über die Angst von Jungunternehmern, zu wenig Aufträge zu akquirieren. Er ist an der Firma CISS GmbH beteiligt, die auf Datenschutz und Cyber-Security spezialisiert ist. «Irgendwann beschlossen wir, uns keine Sorgen mehr zu machen.» Das habe funktioniert, so von Grebmer. Wichtig, um als Jungunternehmer Vollgas geben zu können, sei, dass man den Rückhalt der Familie habe. «Zu Hause muss es stimmen, sonst geht es nicht.»

In einem Punkt waren sich die Vertreter der Jungunternehmen einig: Die ersten zwei Jahre nach einer Neugründung seien sehr arbeitsintensiv. Weil man aber gerne arbeite, sei dies nicht weiter belastend.

Nächstes Jahr ist im Rahmen der Initiative «Startup Baselland» eine Reihe von Roadshows im Baselbiet zum Thema Unternehmensgründung vorgesehen.

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