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Solarbänke und mehr Solardächer für die Stadt

Das Parlament will die Gewinnung von Sonnenstrom intensivieren.

Martin Regenass
Solarpanels auf einem Basler Hausdach.
Solarpanels auf einem Basler Hausdach.
Jerome Depierre

Passanten sollen sich künftig in der Stadt auf eine Bank setzen, das Handy einstecken und es mit gespeichertem Sonnenstrom aufladen können. Der Grosse Rat hat am Mittwoch einen Vorstoss von Katja Christ (GLP) mit grossem Mehr an die Regierung überwiesen. Sie muss innerhalb von zwei Jahren berichten, ob sich überhaupt und wo sich ­«Solarbänke» in der Stadt realisieren lassen.

Auf den Bänken sind auf der Sitzfläche Solarzellen angebracht, die tagsüber Strom gewinnen. Der Strom wird mit Batterien in den Füssen der Bänke gespeichert, damit die Passanten auch in der Dämmerung oder gar nachts ihr Handy oder ihren Laptop anschliessen und aufladen können. Alternativ kann sich Christ auch vorstellen, dass der Kanton Tische mit integrierten Solarpanels aufstellt. «Solche Stadtmöblierung ist ein einfacher Einstieg in eine Welt der intelligenten Städte.»

Diesen Schritt bereits gemacht hat die norddeutsche Stadt Hannover. Laut einem Bericht der «Hannoverschen Allgemeine» sind zwei Solarbänke seit August 2018 in Betrieb und in der Zwischenzeit sind weitere Bänke an weiteren Orten aufgestellt worden. Der Stückpreis pro Solarbank beträgt 3500 Euro. Die ­Kosten übernommen hat die Sparkasse, die für nachhaltige Anschaffungen einen Topf hat.

Rechtliche Problematik

Nicht nur im Bereich der Möblierung soll der Kanton beim Ausbau mit Solarzellen vorwärtsmachen. Auch die Gebäude im Besitz des Kantons sowie Gebäude ausgelagerter Betriebe sollen auf den Dächern mit Solaranlagen bestückt werden. Der Grosse Rat hat zu diesem Zweck am späten Mittwochabend während der Nachtsitzung einen Vorstoss von Grünen-Grossrat Thomas Grossenbacher an die Regierung überwiesen.

Der zuständige SP-Energiedirektor, Christoph Brutschin, wollte sich das Geschäft in der schwächeren Form eines sogenannten Anzugs überweisen lassen. Das Parlament ging darauf allerdings nicht ein und wählte die Motion. Sie verpflichtet die Regierung, im Energiegesetz eine Änderung vorzunehmen. Damit soll das Ziel von mehr Solaranlagen zur Strom- oder Warmwasser­erzeugung auf den Dächern der Kantonsbauten verbindlich definiert werden.

Brutschin wollte die Motion nicht annehmen, weil sie rechtlich nur zu einem Teil erfüllt ­werden könne. So fordert Grossenbacher Solaranlagen auch auf den Lärmschutzwänden entlang der Autobahn oder auf Anlagen der SBB. Das Problem ist allerdings, dass der Kanton bei Lärmschutzwänden der Nationalstrasse und bei Bauten der SBB nicht bestimmend ist, da sie nicht im Eigentum von Basel-Stadt sind.

Kein Zwang für Private

Analog zu den SBB und dem Bundesamt für Strassen, das die Autobahnen betreibt, können private Hauseigentümer nicht gezwungen werden, Solaranlagen auf ihren Dächern einzurichten. Zwar wollte Thomas Grossenbacher auch die SBB und das Bundesamt für Strassen verpflichten, was jedoch rechtlich nicht möglich ist.

Grossenbacher sagt, dass der Kanton als Vorbild bei der Produktion von erneuerbarem Strom vorausschreiten müsse. Allerdings nur dort, wo sich die Produktion von Sonnenstrom auch wirtschaftlich lohne. Als Beispiel nennt Grossenbacher das Gebäude des Erziehungs­departements an der Leimenstrasse. Gemäss dem kantonalen Solarkataster sind die Dach­flächen gut ausgerichtet. Die ­Motion muss die Regierung ­innerhalb von vier Jahren um­setzen.

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