So fühlt sich die neue Wasserwelt des Europaparks an

«Rulantica» lockt mit rasanten Rutschbahnen in einer Landschaft, die der nordischen Mythologie entliehen ist.

Am 28. November 2019 eröffnete nach über zwei Jahren Bauzeit Rulantica im Europapark. Die BaZ besuchte die Wasserwunderwelt. Video: Mischa Hauswirth
Alexander Müller@mueller_alex

Es ist eine Mutprobe: Man steht in einer kleinen Kammer, legt die Hände an die Schultern und wartet. Der Countdown zählt kurz runter – danach zieht es den Badegästen wortwörtlich den Boden unter den Füssen weg. Beinahe senkrecht rast man durch die Röhre in die Tiefe. Für einige Sekunden ist atmen unmöglich. Keine Frage: Die beiden Freifallrutschen sind die Highlights von «Rulantica», der neuen Wasserwelt des Europaparks. Die rasante Fahrt sorgt für viel Adrenalin.

An Action fehlt es in der riesigen Halle nicht. Mehrere Hochgeschwindigkeits-Rutschbahnen sorgen für eine Menge Spass. «Stormvind» beispielsweise lässt einen oder zwei Badegäste auf einem Reifen in einen Trichter fahren. Im Auge dieses Orkans geht dann die Fahrt weiter in die Tiefe. Für viel Gekreische bei den ersten Besuchern des Parks sorgte die Fahrt auf dem «Vinter Rytt»: Die Rutsche mündet in einer Steilwand, wo für den Bruchteil einer Sekunde das Gefühl der Schwerelosigkeit zu erfahren ist, bevor die Schwerkraft den mit bis zu vier Personen besetzten Reifen wieder erbarmungslos in die Tiefe reisst. Der «Isbrekker» hingegen ist eine rasante Rutschbahn, die weit über dem Wasserspiegel endet: Der Fall ins tiefe Becken ist unvermeidlich und macht viel Spass.

Dass «Rulantica» zum Europapark gehört, ist unübersehbar: Die Wasserwelt ist wie der Vergnügungspark nebenan liebevoll gestaltet. Viele kleine Details entführen die Besucher in eine Fantasiewelt, die der nordischen Mythologie entliehen ist. Hier gibt es Inseln, Wildbäche, Höhlen, Stalaktiten, Strände oder Schiffe. Bewusst hat die Unternehmerfamilie Mack für ihre Wasserwelt auf tropische Landschaften verzichtet – wie sie bei ähnlichen Aquawelten häufig zu sehen sind.

Spass im Wildbach

Tropisch sind in «Rulantica» nur die Temperaturen. Weil diese aber ausserhalb der beeindruckend grossen Halle herbstlich tief sind, ist der Aussenbereich am Eröffnungstag kaum besucht. Dort gibt es einen grossen Pool mit einer Swim-up-Bar. Die Sonnenliegen dürften bis im Frühling kaum je benutzt werden. Der zweite Aussenbereich ist der «Vildstrom», ein Strömungsbecken, dass einem Wildbach nachempfunden ist. Dort werden die Badegäste bei geringer Wassertiefe durch unzählige Kurven gespült. Die mehreren Hundert Kinder, die den Wasserpark am Eröffnungstag ausprobieren durften, haben an diesem ungezähmten Wasser sichtlich ihren Spass.

Im Zentrum von «Rulantica» befindet sich ein grosses Wellenbad, das in Form eines künstlichen Strands angelegt ist. Auf vielen Liegen lässt sich dort gemütlich verschnaufen. Denn wie in jedem Wasserpark ist der Badespass mit einer gewissen körperlichen Anstrengung verbunden. Wer in die Tiefe rutschen will, muss zuerst Treppen steigen. Wie der Europapark ist auch «Rulantica» ein Vergnügen für die ganze Familie. Es gibt in der Halle einen Bereich für kleine Kinder: Im «Trolldal» können sie sich auf mehreren Kinderrutschen vergnügen und sich in einem Planschbecken austoben.

Bezahlung mittels Chips am Handgelenk

Dass die Macher des Europaparks, der als einer der besten Freizeitparks der Welt gilt, wissen, wie man Geld verdient, ist in der «Rulantica» unübersehbar: In mehreren Restaurants und Bars kann man sich verpflegen. Bezahlt wird über den Chip, den man am Handgelenk trägt. In der Wasserwelt will die Familie Mack auch mit Merchandising Geld verdienen. Gleich mehrere Verkaufsstellen sind unaufdringlich im Aquapark platziert. Wer besonderen Komfort wünscht, kann sich zudem für 290 Euro ein «Hydda« mieten. Das sind Lounge-Bereiche mit toller Aussicht. Dort gibt es private Liegen für vier Personen, Kühlschrank und persönliche gastronomische Betreuung.

«Rulantica» hat alles, damit Familien verweilen können. Kritikpunkte gibt es kaum: Wenn man einen ganzen Tag in der Wasserwelt verbringt, könnte das kühle Design und das gedämpfte Licht in der Halle etwas aufs Gemüt drücken. Insbesondere wenn das Wetter so düster ist wie am Eröffnungstag. Ein wenig Verbesserungspotenzial bietet sich bei den Beschriftungen. Nicht alle Wege sind auf Anhieb leicht zu finden.

Wenn der Wasserpark zudem mit 3500 Badegästen gefüllt ist, wird sich auch die eine oder andere Warteschlange bilden. Selbst am Eröffnungstag mit nur einigen Hundert Besuchern brauchte es bei den Freifallrutschen einige Minuten Geduld. Belohnt wird man aber mit einer Mutprobe und jeder Menge Spass.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt