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Langmattstrasse bleibt eine Sackgasse

Die Vollendung der Langmattstrasse in Oberwil wird nicht in den Richtplan aufgenommen. 54,4 Prozent der Baselbieter Urnengänger haben den Bau von weiterführenden 260 Metern Asphalt verworfen.

Nutzlosigkeit einer unterbrechungsfreien Tramtrassee-Querung im Leimental: der seit den 80er-Jahren realisierte Abschnitt der Langmattstrasse. Foto: Daniel Wahl
Nutzlosigkeit einer unterbrechungsfreien Tramtrassee-Querung im Leimental: der seit den 80er-Jahren realisierte Abschnitt der Langmattstrasse. Foto: Daniel Wahl

Die Baselbieter Stimmbevölkerung erachtet es nicht für notwendig, eine weitere unterbrechungsfreie Querverbindung zwischen den beiden Talachsen im Leimental in den Richtplan aufzunehmen.

Mit 54,4 Prozent oder 32550 Nein- gegen 27319 Ja-Stimmen wurde die Vorlage «Langmattstrasse» abgelehnt. Zu zwei Dritteln in den 80er-Jahren gebaut, bleibt die Strasse in Oberwil eine Sackgasse, der Leimentaler Veloweg wird kein weiteres Mal zerschnitten. Und das in der Verlängerung liegende Ackerfeld bleibt «strassenfrei», soweit es nicht von einer geplanten Gärtnerei überbaut wird.

Der Oberwiler gewerbetreibende Alt-Landrat Thomas Schulte (FDP) brachte es als Befürworter dieses 260 Meter langen und zur Vollendung gedachten Teilstücks auf den Punkt: «Wenn nicht einmal die Mehrheit der Therwiler die Strasse wollen und in ihrem Dorf lieber im Verkehr ersticken, dann muss man das Resultat mehr als akzeptieren.» Therwil mit seinen Anwohnern an der parallel gelegenen Ringstrasse – die wohl am meisten, selbst im Dorfzentrum, von einer Verkehrsentlastung profitiert hätten – lehnte die Langmattstrasse mit 51 Prozent knapp ab.

Ablehnung im Oberbaselbiet

Die ländliche Bevölkerung im Oberbaselbiet sprach sich generell stärker gegen die Langmattstrasse aus als die betroffenen Gemeinden in der Agglomeration. Die Menschen aus umliegenden Gemeinden jedoch, die im Gewerbegebiet einkaufen oder es durchqueren, aus Biel-Benken, Bottmingen oder Reinach bis Pfeffingen hätten sich die entlastende Querverbindung gewünscht. Ihre Zustimmung lag bei 51 bis 57 Prozent.

Das generell ablehnende Resultat deutet VCS-Co-Präsident Dominik Beeler als «Richtungsentscheid». «Es braucht andere Lösungen und Rezepte als eine neue Strasse, um Verkehrsprobleme zu lösen», sagt er.

Oberwil lehnt ab

Erwartungsgemäss keine Chance hatte die Strasse in Oberwil selbst, wo sie mit 64,97 Prozent die höchste Ablehnung in der bevölkerungsreichen Agglomeration erfuhr. Einen noch höheren Nein-Anteil verzeichnen lediglich einige «Öko-Dörfer» im Oberbaselbiet wie beispielsweise Langenbruck (68,7 Prozent) oder Oltingen (78,2 Prozent).

Der grüne Baudirektor Isaac Reber sprach von einer verpassten Chance: «Aus übergeordneter planerischer Sicht ist die Langmattstrasse eine wertvolle Querverbindung. Jetzt bleibt eine teure, bestehende Unterquerung des Tramtrassees nutzlos.»

Nach Berechnungen einer Studie hätte die Langmatt­strasse vor allem das Dorfzentrum von Oberwil zwischen Kreisel und Restaurant Schwanen entlastet, das täglich von rund 26000 Fahrzeugen frequentiert wird. Und zwar mit etwas mehr als 2000 Fahrzeugen pro Tag. «Das ist zu wenig dafür, dass wir rund fünf Millionen Franken ausgegeben und ein Naherholungsgebiet preisgegeben hätten», sagt die Oberwilerin Ursula Wyss (SP) vom Referendumskomitee. Und Kollege Thomas Appenzeller aus Ettingen erklärt, dass diese zusätzliche Spange einfach zu wenig spürbare Veränderungen bewirkt hätte.

Mehr Verkehr erwartet

Im Bereich Entenwuhr, hinter den Einkaufstempeln von Migros und Coop, planen die Gemeinden Oberwil und Therwil neue Sportanlagen. Sie dürften mittelfristig für weiteren Verkehr im bereits jetzt stark belasteten Gewerbegebiet sorgen «und dafür, dass das Gewerbe noch länger zu seinen Kunden unterwegs ist», wie Thomas Schulte ergänzt. «Das schlägt auf die Portemonnaies der Bevölkerung, denn das Gewerbe wird den zunehmend längeren Fahrweg abrechnen müssen. Leider ist sich die Stimmbevölkerung dessen zu wenig bewusst, wenn sie über ein Strassenprojekt abstimmt», sagt er.

Für Baudirektor Isaac Reber ist das Projekt Langmattstrasse nach der Abstimmung nicht endgültig und für alle Ewigkeit begraben: «Vielleicht kommt in zehn, fünfzehn Jahren wieder jemand auf die Idee, das Projekt aufzunehmen», sagt Reber, «so dumm wäre das gar nicht.»

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