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«Ich wäre ohne jeden Zweifel in Basel geblieben»

Der diesjährige Preisträger des «Basler Sterns» heisst Karl Odermatt.

Ein stolzer Karli Odermatt präsentiert mit Caroline Rasser, Josef Zindel und Hans-Peter Platz seinen «Basler Stern».
Ein stolzer Karli Odermatt präsentiert mit Caroline Rasser, Josef Zindel und Hans-Peter Platz seinen «Basler Stern».
Nicole Pont

«Ein lebendes Denkmal ist auch deshalb eine menschliche Legende, weil man sie nicht mehr vorstellen muss», so der Basler Journalist und FCB-Historiker Josef Zindel. Gemeint ist natürlich Karli, «unser» Karli: Endlich, ist man geneigt zu sagen, wurde ihm der «Basler Stern» überreicht - dies im gut gefüllten Kult.Kino Atelier. Die Basler Fussballlegende stand schon lange, eigentlich seit der ersten Verleihung des Preises auf der Shortlist des Wahl-Gremiums, wie der ehemalige Chefredaktor der Basler-Zeitung, Hans-Peter Platz, ausführte. Er sei jedoch immer doch nicht gewählt worden. «Bekannt wie eh und je» sei es nun höchste Zeit gewesen, Odermatt den «Basler Stern» zu überreichen.

Meistertitel und Cupsiege

Odermatt kam 1962 vom FC Concordia zum FC Basel, wo er 13 Jahre lang spielte. 1975 wollte ihn der Vorstand wegen einer schwierigen Knieoperation nicht mehr bedingungslos und ihm nur noch die Hälfte des Salärs bezahlen. Er wechselte zu YB. Doch «ich wäre ohne jeden Zweifel in Basel geblieben», so der gebürtige Luzerner, hätte man ihm den bisherigen Lohn weiterbezahlt. Karli gewann mit seinem Club fünf Meistertitel und war drei Mal Cupsieger. Erstmals 1963, nach einem 2:0-Sieg über die Grasshoppers. Der damalige Clubpräsident Lucien Schmidlin steckte Karli, der damals 400 bis 600 Franken monatlich verdiente, eine Tausendernote an der Siegesfeier zu, wie Zindel in seiner Laudatio ausführte. Als er nach Hause kam, weckte er Mutter Christine und zeigte ihr voller Freude die Note, worauf es eine Ohrfeige absetzte. Sie wollte nicht glauben, dass man mit Fussball so viel Geld verdienen kann. Erst nachdem ihr der FCB-Präsident den Zustupf bestätigte, war, so Zindel, wieder Friede im Hause Odermatt.

Eine köstliche Anekdote in Zeiten, in denen für Fussballer wie Kylian Mbappé 400 Millionen Euro herumgeboten werden. Doch Neid auf die heute sehr gut verdienenden Berufskollegen hege Odermatt nicht, so Zindel: «Dafür ist er viel zu bodenständig, kollegial, grosszügig und von froher Natur.» Aus der indischen Metropole Chennai gratulierte Massimo Ceccaroni via Filmeinspielung dem diesjährigen Preisträger: Karli sei nicht nur «ein Idol für mich gewesen», sondern habe Spuren weit über die Grenzen hinweg hinterlassen. «Einzigartig und unvergesslich in seiner Art.»

Ein bisschen Lokalstolz

Der «Basler Stern» ist dieses Jahr zum 25. Mal vergeben worden. Damit gehört der Preis zu den älteren Basler Ehrungen. Er zeichnet Menschen aus, die vieles tun für die Stadt Basel und mit ihrem Wirken weit über die Kantons- und Landesgrenze strahlen. Die erste Auszeichnung erhielt der verstorbene Spitzenkoch Hans Stucki. 2017 wurden Martine und Jean-Paul Clozel für ihre Unternehmungen Actelion und Idorsia geehrt. Und im letzten Jahr erhielt der Konzert- und Eventveranstalter Thomas Dürr die Auszeichnung.

Der «Basler Stern» habe immer mit der Geschichte der Stadt zu tun, so Platz. «Und ich gebe zu: Es ist immer auch ein bisschen Lokalstolz dabei.» Das Wahlgremium gebe sich jedoch Mühe, dass der Preis in verschiedenen Bereichen ausgesprochen werde. Die demnächst 77-jährige Fussball-Legende zeigte sich bei der Übergabe des Preises überaus dankbar und gerührt.

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