Hauptsache, selbst gemacht

Wegen des 12. Postkartenfestivals sind am Samstag viele Besucher in das Unternehmen Mitte gepilgert.

Neugierige Blicke am Postkartenfestival. Foto: Florian Bärtschiger

Neugierige Blicke am Postkartenfestival. Foto: Florian Bärtschiger

Die Kassen sind besetzt, die Karten ordentlich in die Regale eingeordnet, mit Preis und Code beschriftet, und die ersten Besucher warten bereits vor der Tür geduldig auf den Einlass.

Als dann die Türen pünktlich um zwölf Uhr aufgehen, strömen die Leute herein und verteilen sich flink in den drei Räumen im ersten Stock des Unternehmens Mitte. Denn dort hat am Samstag das 12. Postkartenfestival stattgefunden, ein Event, der über die Jahre gewachsen ist und immer mehr Besucher und Mitwirkende anzieht.

2 bis 200 Franken

Am Festival darf jeder, der sich früh genug anmeldet, seine selbst gemachten Postkarten ausstellen und verkaufen. Ob fotografiert, gezeichnet, gemalt, bedruckt, beklebt, gehäkelt oder mit einem Scherenschnitt versehen, die rund 100 Aussteller haben ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. Einzige Vorgabe: Das «Kunstobjekt» sollte im Postkartenformat daherkommen. Zusammengekommen ist ein buntes Potpourri aus über 1000 Karten, die zwischen 2 und maximal 200 Franken kosten dürfen. Viel Freude bereiten Mitorganisator Milo Schwager jeweils Unikate, die eben preislich etwas höher liegen. Selbst mit dem Postkartenfestival gross geworden, leitet es der 27-jährige Basler heute gemeinsam mit Freunden und einem jungen Team. «Mein Gotti war Mitbegründerin des Festivals. Schon als kleiner Junge habe ich mitgeholfen und selbst Karten für den Event gemacht», erinnert er sich. Ein tolles Gefühl sei es gewesen, als dann auch tatsächlich jemand seine Karten gekauft habe.

Ein Postkartendialog zwischen zwei Freundinnen war der Zünder für das Festival: «Wir hatten einander immer selbst gemachte Karten geschickt, ohne grosse Worte, höchstens mit einem Gruss versehen. Irgendwann entstand die Idee, diese Postkarten auszustellen. Wir fragten im Bekanntenkreis rum und hatten schnell eine Gruppe zusammen, die ihre eigenen Postkarten ausstellen wollte», erzählt Mitbegründerin Mafalda Trueb.

Künstler von nah und fern

Noch gut erinnert sie sich an die Anfänge und daran, wie die Community von Jahr zu Jahr gewachsen ist. Irgendwann musste man vom Erdgeschoss in den ersten Stock ziehen und neue Räume dazumieten. Es gab Jahre, in denen die Besucher bis auf die Strasse raus anstanden. Nicht nur das Interesse von Besuchern und Sammlern nahm zu, sondern auch von Künstlern, Bastlern und Gestaltern, welche die Plattform nutzen, die ihnen das Postkartenfestival bietet.

«Wir haben nie Grenzen gesetzt, keine Vorgaben gemacht. Frei sein in der eigenen Kreativität, das ist es, was das Festival einzigartig macht», sagt Trueb. Ganze Schulklassen wirken mit, auch Werkstätten, viele Privatpersonen und Künstler von nah – und fern. «Wir haben eine Teilnehmerin aus München. Das Festival hat sich anscheinend rumgesprochen», freut sich Milo Schwager.

Teilnehmerzahl beschränkt

Nachdem man bei der letzten Ausgabe fast 150 Mitwirkende gehabt hatte, haben die Organisatoren die Teilnehmerzahl dieses Jahr bewusst auf rund 100 Postkartenentwerfer gesenkt.

Milo Schwager hat sich alles in Ruhe angeschaut und sich ebenfalls einige Karten gekauft. «Es ist ein Anstoss, um wieder einmal eine Postkarte zu versenden. Bis heute versende ich aus den Ferien immer mindestens eine – an meine Grosseltern.»

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