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Gasversorgung für Heizung und Kochen soll vor 2050 enden

Die Regierung will die Konsequenzen des Ausstiegs prüfen.

Urs Rist
«Öl- oder gasbetriebene Heizungen sind vermehrt durch dezentrale Wärmepumpen und Nahwärme­verbünde zu ersetzen», heisst es in der Motion.
«Öl- oder gasbetriebene Heizungen sind vermehrt durch dezentrale Wärmepumpen und Nahwärme­verbünde zu ersetzen», heisst es in der Motion.
Marc Dahinden

Im Jahr 2017 lieferten die Industriellen Werke Basel (IWB) 3'651 Gigawattstunden Gas, davon fast die Hälfte für die Raumheizung. Grünen-Grossrat Jürg Stöcklin fordert in einer Motion, die Gasversorgung für Wärme im Kanton Basel-Stadt spätestens 2050 zu beenden. Der Regierungsrat will sich diesen Vorstoss zur Erfüllung überweisen lassen.

«Um die CO2-Emissionen auf Null zu senken, ist es erforderlich, dass die Wärmeversorgung von Gebäuden ohne fossile Brennstoffe auskommt», schreibt Stöcklin in der Motion. «Öl- oder gasbetriebene Heizungen sind vermehrt durch dezentrale Wärmepumpen und Nahwärme­verbünde zu ersetzen.» Aufgrund des Energiegesetzes in der Fassung, wie es seit dem 1. Oktober 2017 in Kraft ist, wird sowohl die Installation als auch der Ersatz von Gasheizungen nur noch in Ausnahmefällen bewilligt, so der Regierungsrat.

Deshalb lasse sich das Niederdrucknetz der IWB für die Verteilung von Heiz- und Kochgas mittelfristig nicht mehr wirtschaftlich betreiben. Heute bestehen rund 10'200 Kochgasanschlüsse in Basel, die rund 22'000 Geräte beliefern. Dies erfordere, dass das Gasnetz mit werterhaltenden Erneuerungen ausreichend lang betrieben werden kann, auch um Mittel zu ­erwirtschaften, um die Transformation der Wärmeversorgung zu finanzieren.

Gasnetz aufteilen

Der Weiterbetrieb der Erdgas­versorgung müsse mit dem Ausbau und der Verdichtung der Fern- und Nahwärmeverbunde koordiniert werden. Um Parallelversorgungen zu vermeiden, soll das Gasnetz aufgeteilt werden: Der Teil mit Transport- und Ringleitungen, der Erschliessung von thermischen Netzen für die zukünftige Nutzung von technischen Gasen und Tankstellen ­sowie für Industriebetriebe mit Hochtemperaturprozessen soll langfristig betrieben werden. Hingegen soll das Verteilnetz für Raumheizung und Kochgas nach und nach stillgelegt werden.

Die Geschwindigkeit sei davon abhängig, wie rasch Alternativen in Form von Wärmeverbünden aufgebaut werden können und der Erdgasabsatz abnimmt. Die Versorgung mit Heiz- und Kochgas dürfte gesamthaft vor 2050 eingestellt werden, davon geht der Regierungsrat aus. Gaskunden müssten über eine Stilllegung mindestens zehn Jahre im voraus informiert werden, was einen Handlungshorizont von zehn bis 20 Jahren ergebe.

Ausserkantonaler Absatz

Die IWB betreiben ein Gasnetz auch in den Kantonen Aargau, Baselland und Solothurn. Da Gasheizungen dort nicht bewilligungspflichtig sind, werde die Transformation weniger schnell gehen. Vom gesamten Gasabsatz der IWB im Jahr 2017 entfielen 55 Prozent auf Gemeinden in den genannten drei Kantonen, aber nur 45 Prozent auf Basel-Stadt. Rund die Hälfte des Verbrauchs in Basel benötigen die IWB für den Eigengebrauch, insbesondere die Fernwärme. Abgesehen ­davon dürfte der Gasabsatz von derzeit rund 3'000 Gigawattstunden bis 2035 auf 2'200 und bis 2050 auf 1'400 zurückgehen.

Der Regierungsrat hält die in der Motion Stöcklin geforderte Gesetzesänderung für umsetzbar. Zu prüfen seien die rechtlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Konsequenzen der Umstellung. Allerdings wird in der Motion auch erwartet, dass die IWB die Erdgasversorgung zur Wärmeerzeugung ausserhalb des Kantonsgebiets spätestens 2060 einstellen. Nicht verhindert werden könne dabei, dass Dritte anstelle der IWB die Gasversorgung übernehmen, schreibt die Regierung.

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