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Die Universität Basel war noch nie so stark

Die Hochschule darf in der öffentlichen Diskussion nicht nur auf die marginalen Sparmassnahmen reduziert werden.

Der Leistungsausweis der Uni Basel ist eindrücklich.
Der Leistungsausweis der Uni Basel ist eindrücklich.
Christoph Stulz

Der Artikel von Alt-Regierungsrat und Nationalrat Christoph Eymann vom 15. Oktober 2019 mit dem Titel «Universität Basel steht vor ungewisser Zukunft» enthält zahlreiche tendenziöse Aussagen oder unvollständige Informationen, die in meiner Wahrnehmung nicht unwidersprochen bleiben können. Für die Reputation der Universität Basel ist es immer wieder schädlich, sie in der öffentlichen Diskussion stets auf die marginalen Sparmassnahmen in zwei Beitragsjahren (bei einem gesamthaft gestiegenen Globalbudget) zu reduzieren. Denn nur mit Erfolgsbotschaften gelingt es uns, Studierende für ein Studium und Mitarbeitende für eine Tätigkeit an der in vielerlei Hinsicht attraktiven Universität Basel zu begeistern!

Seit Beginn der bikantonalen Trägerschaft vor rund 13 Jahren konnte die Universität Basel einüberaus rasantes Wachstum vollziehen.

Die Universität Basel sollte daher primär über ihren tatsächlichen Leistungsausweis beurteilt werden, denn dieser ist wirklich eindrücklich.

Dank des Einstiegs des Kantons Basel-Landschaft in die bikantonale Trägerschaft der Uni­versität Basel per 1.1.2007 zählt diese heute rund 13000 Studierende und weist eine rekord­hohe Bilanzsumme von mehr als einer Milliarde Franken auf. Die Universität Basel sollte daher primär über ihren tatsächlichen Leistungsausweis beurteilt werden, denn dieser ist wirklich eindrücklich.

Es kommt also nicht von ungefähr, wenn die Universität Basel ihr aktuelles Shanghai-Ranking wiederum deutlich verbessern konnte.

Der Kanton Baselland trägt tatkräftig dazu bei, hochmoderne Neubauprojekte anzustossen und finanziell zu ermöglichen.

Neben dem Neubau Biozentrum, welcher hoffentlich kurz vor der Vollendung steht, wird in den nächsten Jahren der Neubau für Biomedizin und der Neubau des Departements für Sport, Bewegung und Gesundheit erstellt werden können. Zudem befindet sich auch der Neubau der Juristischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in der Planungs-­Pipeline. Wenn man sich also die kantonale Finanzierung dieser kostenintensiven Leuchtturmprojekte der Universität Basel vor Augen führt, erscheint der überbetonte Verweis auf die marginale Beitragsreduktion (in den Jahren 2020 und 2021) wohl eher grotesk.

Die kleinräumige Schweiz tut vielmehr gut daran, ihre Kernkompetenzen zu schärfen und die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen zu fördern.

Möglicherweise ist nicht bekannt, dass der gesprochene Globalbeitrag für die Leistungsperiode 2018–2021 mit 1305,6 Millionen Franken der höchste in der langjährigen Geschichte der Universität Basel überhaupt ist.

Ein rückwärtsgerichteter Blick in die 559-jährige Vergangenheit der Universität Basel allein ist zu wenig, um sich als potente und zukunftsorientierte Hochschule im kompetitiven Bildungswesen erfolgreich zu positionieren. Dies umso mehr, als dass die internationale Konkurrenz tatsächlich sehr dynamisch zunimmt.

Geradezu respektlos ist es, wenn der Universitätsrat als primär politisches Gremium verunglimpft wird. Dessen Mandatsträger sind unabhängig, fachlich kompetent, und ihnen liegt allesamt das Wohl der Universität zentral am Herzen. Auch greift es zu kurz, nur immer nach mehr Geld zu rufen, um, in direkter Ableitung davon, den Grad der Identifikation des Kantons Basel-Landschaft zu bemessen. Dieser wird durch begeisterte ­Menschen gemehrt und nicht etwa durch die Geldbeträge auf einem Excel-Sheet.

In Zeiten knapper Mittel ist anstelle eines repetitiven Lamentos wohl eher ein kreatives Handeln gefragt.

Daher ist es opportun, Strukturen und eingespielte Governance­prozesse kritisch zu hinterfragen. Die kleinräumige Schweiz tut vielmehr gut daran, ihre Kernkompetenzen zu schärfen und die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen zu fördern.

Ich persönlich stand immer zu «unserer» Universität.

Lieber Herr Eymann, als langjähriger Landrat der SVP Baselland und Mitglied der Bildungs-, Kultur- und Sportkommission, deren Präsident ich einige Jahre auch war, ist es einfach ­unerträglich, ihre schon fast stereotypen negativen Angriffe gegen den Kanton Basel-Landschaft zu lesen.

Ich persönlich stand immer zu «unserer» Universität. Ich kann zwar politisch nicht mehr mitbestimmen; dennoch bin ich zutiefst überzeugt, dass der Kanton Basel-Landschaft und insbesondere die von Ihnen schon mehrfach unfair angegriffene Bildungsdirektion mit Regierungsrätin Monica Gschwind ihr Menschenmögliches dazu beitragen werden, dass die Universität Basel eine sehr positive und nicht, wie Sie es sehen wollen, eine ungewisse Zukunft vor sich hat.

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