«Die Schöne und das Biest» auf Rollen verzaubert

Die Produktion des Rollschuh-Sports Basel bringt das zustande, wovon die meisten Eltern nur träumen: dass die Kleinsten rund zwei Stunden lang ruhig auf ihren Plätzen sitzen bleiben.

Die Schwestern Rahel und Mirjam Arnold als die Schöne und das Biest. Foto: Pino Covino

Die Schwestern Rahel und Mirjam Arnold als die Schöne und das Biest. Foto: Pino Covino

An der Vorstellung des Märchens «Die Schöne und das Biest» in der Rollsporthalle Morgarten könnte das Durchschnittsalter des Publikums auf zehn Jahre geschätzt werden. Bei den Absperrungen zur Rollfläche sammeln sich Dutzende Kinder, um den besten Blick auf die Show zu haben. Zwei Stunden lang verfolgen sie aufmerksam das Geschehen.

In der Mitte der Halle begeistern nämlich die 82 Rollkunstläuferinnen und -läufer von Rollschuh-Sport Basel mit ihrer Aufführung. Es sind sowohl Amateure– die Jüngsten nur vier Jahre alt–, die ihre Künste mit den Rollschuhen zur Schau stellen, als auch Profis, die langjährige Erfahrung in der Randsportart haben.

So ist in der Rolle des Biests Mirjam Arnold, Schweizer Meisterin in der Dis­ziplin Pflicht, zu sehen, und Bücherwurm Belle wird von Rahel Arnold gespielt– die Nummer2 in Pflicht und Kür. Die Rollen von Belles Vater Maurice und Schürzenjäger Gaston gehören Lara Jäger und Lea Jeger, den Junior-Schweizer-Meisterinnen je in Pflicht und Kür.

Vom Fallen und Aufstehen

Weder jahrelange Erfahrung noch Anfängerglück verhindern das Fallen von gleich mehreren Darstellern während der ersten Hälfte des Stücks. Ein «Staubwedel» verfängt sich etwa im Kleid, das Biest fällt am Ende einer atem­beraubenden Pirouette. Einzig Belle rollt gekonnt durch die Dorfszene und gelangt zum Schloss, in dem ihr Vater vom Biest gefangen gehalten wird, ohne zu stürzen. Aufstehen und weitermachen lautet übrigens die Devise der Gefallenen– keine Träne wird hier vergossen, und das Publikum würdigt jeden Gestürzten, der es wieder auf seine Rollen schafft, mit Applaus.

Evelyn Stempfel, Mitglied des Organisationskomitees, beweist ein gutes Händchen für die Musikauswahl. Statt nur auf Disney-Lieder zu setzen, entschied sie sich für einen Mix aus verschiedenen Musikstilen. Eine Wahl, die es den Läuferinnen und Läufern erlaubt, auch mal zu Kylie Minogues «Can’t Get You out of My Head» zu tanzen oder mit der Titelmusik der TV-Serie «Game of Thrones» auf eine Kampf­szene einzustimmen.

Vom Tanz der Wölfe

Mit neuem Elan starten die Darsteller in die zweite Hälfte des Stücks. Es kommt zu beeindruckenden Höhepunkten: Der Tanz der Wölfe darf sich sehen lassen– die Koordination stimmt, und der einzige Fall ist schnell vergessen.

Die Schöne und das Biest zeigen zudem in der wohl besten Nummer der Aufführung– ein Duett zum gleichnamigen Disney-­Song–, wieso sie Jahr für Jahr an nationalen sowie internationalen Wettbewerben die Schweiz vertreten dürfen. Belle lässt sich übrigens bis zum Ende der Vorstellung nicht zu Fall bringen.

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