Geht es Maya Graf wie Rytz und Schlatter?

Die Grünen wurden in Zürich und Bern gestoppt. Im Baselbiet ist ein ähnliches Szenario auch denkbar.

Regula Rytz wurde von den Berner Wählern kalt geduscht.

Regula Rytz wurde von den Berner Wählern kalt geduscht.

(Bild: Keystone)

Thomas Dähler

Der zweite Wahlgang der Ständeratswahlen ist nicht nur die Wiederholung des ersten mit weniger Kandidierenden. Dies lässt sich nach den Urnengängen in den Kantonen Zürich und Bern bilanzieren.

Das Fazit: Die Bäume der Grünen wachsen nicht in den Himmel, der Aufwärtstrend der Grünen wurde gestoppt. Ob sich die Wählerinnen und Wähler im Baselbiet anders als in Zürich und Bern verhalten, wird sich am 24. November zeigen.

Bürgerliche gegen Rot-Grün

Während der erste Wahlgang in Zürich und Bern vor allem eine Auseinandersetzung zwischen Persönlichkeiten war, stand die zweite Runde im Zeichen der Parteien. Sowohl in Zürich als auch in Bern standen sich die Bürgerlichen und die Grünen gegenüber – in Bern zusammen mit der SP. Dabei hat es sich überraschend gezeigt, dass die Bürgerlichen bedeutend besser harmoniert haben als Rot-Grün.

Das Zürcher Resultat zeigt auf, dass die SP-Wählerinnen und -Wähler, die ihren Kandidaten Daniel Jositsch schon im ersten Wahlgang durchbrachten, im zweiten in grosser Zahl zu Hause blieben. Die Grüne Marionna Schlatter konnte nur mässig von zusätzlichen linken Stimmen profitieren. Vor allem in Zürich und Winterthur spielte die Solidarität nicht.

Ganz ähnlich im Kanton Bern: SP-Kandidat Hans Stöckli konnte sich in den linken Städten und Agglomerationen erheblich steigern, während der Stimmenzuwachs für die Grüne Regula Rytz vergleichsweise bescheiden ausfiel. Dies lässt darauf schliessen, das Rytz auch von Sozialdemokraten nicht gewählt wurde.

Überraschend gut gespielt hat hingegen in beiden Kantonen die Solidarität zwischen FDP und SVP. In Zürich hat sich Roger Köppel (SVP) zugunsten von Ruedi Noser (FDP) zurückgezogen, obwohl gerade diese beiden in vielen Fragen eigentlich eher schlecht harmonisieren; die bürgerlichen Wählerinnen und Wähler haben mitgemacht. In Bern profitierten, wie die Resultate zeigen, sowohl der Konservative Werner Salzmann (SVP) als auch die EU-Befürworterin Christa Markwalder (FDP) je gegenseitig von der Unterstützung.

Mitte für Noser und Stöckli

Im Umland der Städte Zürich und Winterthur oder Bern und Biel spielt traditionell die politische Mitte eine Rolle. Anders als Ruedi Noser (FDP, ZH) und Hans Stöckli (SP, BE) konnten dort die Grünen Marionna Schlatter (ZH) und Regula Rytz (BE) nur ungenügend punkten.

Es fällt auf, dass es den Bürgerlichen in Zürich und Bern vor allem in den ländlichen Gebieten gelungen ist, zu mobilisieren und die Wählerinnen und Wähler zur Teilnahme an der Stichwahl zu bewegen. In den urbanen Zentren hingegen lag die Wahlbeteiligung tief – zum Nachteil der Linken.

Baselland fehlt zwar das städtische Zentrum, doch urban geprägt ist der Kanton ebenfalls. Ob der Kanton Baselland den Trends von Zürich und Bern folgt, ist schwierig vorauszusagen. Offen ist im Baselbiet, ob der Sitz im Stöckli vor allem zwischen Maya Graf und Daniela Schneeberger ausgemacht wird, oder doch eher zwischen den Grünen und den Bürgerlichen.

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