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Bücher, die von Arbeit, Wissen und Herzblut zeugen

Der Verlag Basel-Landschaft stellte an einer Vernissage vier neue Werke zu Themen des Kantons vor.

Der Verlag Basel-Landschaft präsentiert jedes Jahr im November seine Neuerscheinungen. (Hier 2016)
Der Verlag Basel-Landschaft präsentiert jedes Jahr im November seine Neuerscheinungen. (Hier 2016)
Christian Jäggi

Der kantonseigene Verlag präsentiert jedes Jahr im November seine Neuerscheinungen an einer Vernissage. Der Anlass ist jeweils ein Stelldichein von allerlei Prominenz aus Politik und Kultur, die zusammenkommt, um auf die neuen Publikationen anzustossen. Dieses Jahr fand die Vernissage im Sissacher Ebenrain-Zentrum für Landwirtschaft, Natur und Ernährung statt, was mit einem der neuen Bücher zu tun hat.

«Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die gewaltigste» – mit diesem Zitat des deutschen Dichters Heinrich Heine eröffnete ­Bildungs- und Kulturdirektorin Monica Gschwind ihre Grussbotschaft. Die Vernissage mache sie stolz. Zwar wisse sie jeweils schon im Voraus, welche Bücher der Kantonsverlag herausbringe. «Aber erst an der Vernissage kann man diese Bücher berühren», so Gschwind. Es werde so sichtbar und spürbar, wie viel Arbeit, Wissen und Herzblut in diesen Büchern stecke.

Bücher würden ihr persönlich viel bedeuten, fuhr Gschwind fort. Je nach Art eines Buches könne dieses aufklären, Emotionen auslösen, für Spannung sorgen oder in eine andere Welt entführen. Die Bildungsdirektorin platzierte eine Absage an elektronische Lesegeräte: «Vor dem Einschlafen im Bett ein Buch in den Händen zu haben, ist doch viel angenehmer, als einen kalten E-Reader zu halten.»

Vier Bücher mit insgesamt 902 Seiten umfassen die diesjährigen Publikationen des Kantonsverlags. Das Buch «Zukunft säen – 100 Jahre landwirtschaftliche ­Bildung Baselland» zeichnet Veränderungen und Konstanten in der Ausbildung von Bauern über ein Jahrhundert nach. «Die Landwirtschaft hat sich enorm gewandelt in diesen hundert Jahren», sagte Lukas Kilcher, Co-Autor und Leiter des Ebenrain-Zentrums. Damals seien die Betriebe viel kleiner und sehr vielfältig gewesen. «Die Bauern gewannen den Dünger und das Futter aus dem eigenen Betrieb und setzten noch kaum Chemie ein.»

Rasche Mechanisierung

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sei dann von einer raschen Mechanisierung und dem Einsatz von Pestiziden geprägt gewesen, so Kilcher. Auch heute sei mit der Digitalisierung und dem Einsatz von Robotern wieder eine Technologiewelle in der Landwirtschaft im Gang. Ziel sei stets, Arbeit einzusparen. «Ist es aber zum Nutzen der Bauern, dass immer mehr Arbeit eingespart wird und immer mehr ­Betriebe verschwinden?», fragte sich Lukas Kilcher.

Die landwirtschaftliche Schule Baselland sei nie nur Übermittlerin von Fakten gewesen, sondern habe die Auszubildenden immer auch zu einem kritischen Umgang mit Investitionen angehalten. Lukas Kilcher erinnerte daran, dass der Gutsbetrieb Ebenrain 1971 als einer der ersten Europas auf Biolandbau umgestellt hat. Generell seien vom Kanton Baselland wichtige Impulse für den biologischen ­Anbau ausgegangen.

Vorgestellt wurde weiter das Buch «Am Rande der Stadt – Aus der Geschichte der Basler Agglomerationsproblematik seit 1887» des bekannten Historikers Georg Kreis. Die Agglomeration Basel ist von kantonalen und nationalen Grenzen gekennzeichnet. Kreis zeichnet im Buch nach, welche Probleme sich daraus für die Baselbieter Vororte ergeben haben. Um 1900 herum waren Gemeinden wie Allschwil, Binningen oder Birsfelden noch ­notleidend und hilfsbedürftig gewesen.

Auch das Buch «Export» aus der Reihe «Baselbieter Heimatbuch» wurde an der Vernissage vorgestellt. Es geht um den Export von Waren, Know-how und Menschen aus dem Kanton Baselland. Stichworte dazu: Roger Federer, Rheinsalz und Ricola-Kräuterzucker. Beim vierten Buch handelt es sich um einen Band zu einer Tagung zur Verfassung des Kantons Baselland vom letzten Frühling.

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