Basler Architekten in guter Position für renommierten Preis

Bei den Architekten und den Generalplanern von Burckhardt + Partner stehen die ganzheitlichen Zusammenhänge im Fokus.

Das Architektur- und Planerbüro ist für den Preis des Swiss Venture Club Nordwestschweiz 2019 nominiert. Unter anderem wegen Projekten wie dem geplanten Erweiterungsbau der Mission 21 in Basel.

Das Architektur- und Planerbüro ist für den Preis des Swiss Venture Club Nordwestschweiz 2019 nominiert. Unter anderem wegen Projekten wie dem geplanten Erweiterungsbau der Mission 21 in Basel.

(Bild: Burckhardt&Partner)

Sebastian Briellmann

Das Bürogebäude an der Dornacherstrasse im Gundeli ist, einmal betreten, einladend, offen, stilvoll eingerichtet auch – und dennoch wird ersichtlich, dass hier gearbeitet und nicht gefaulenzt wird. Das ist wohl das, was heute als modern gilt. Zu Hause ist hier Burckhardt + Partner – und als Architekturbüro ist dieses Interieur wohl auch das, was erwartet werden darf.

Sollte man meinen, schliesslich arbeiten hier ja Menschen, die einen Blick für Ästhetik haben, gerne auch Künstler genannt werden (und sich auch als solche sehen).

Föderal und zentral

Mittlerweile ist das aber eine reichlich naive Sicht, wie Samuel Schultze, Partner und Vorsitzender der Geschäftsleitung, erklärt: «Architekten waren früher viel mehr Generalisten; Baumeister und Architekt waren identisch.» Das habe sich dann in Planung und Ausführung aufgelöst. Heute gebe es viele Architekten, die nur noch Gestalter seien, die sich nicht mehr um die Ausführung kümmerten. Schultze bedauert, dass diese Segmentierung der Aufgaben auch durch ein Desinteresse des Architekten für die ganzheitlichen Zusammenhänge begünstigt werde.

Burckhardt + Partner, das nicht nur ein Architektur-, sondern auch ein Generalplanungsunternehmen ist, hat darauf Rücksicht genommen. Technologisch sei man führend, sagt Schultze, in der Anwendung digitaler Werkzeuge wie in der Umsetzung innovativer Bautechnologien. Der rasanten Entwicklung werde Folge geleistet. «Wir wollen die digitalen Werkzeuge spielerisch beherrschen. Sie sollen einen Mehrwert darstellen, damit wir effizienter arbeiten und uns mehr den inhaltlichen Themen widmen können.»

Dass dies beim 1951 in Basel gegründeten Unternehmen passiert: Davon ist auszugehen. Mit rund 400 Mitarbeitern an acht Standorten – fünf in der Schweiz, drei in Deutschland – und einem Jahresumsatz von knapp 100 Millionen Franken ist der angesprochene technische Mehrwert zwecks Planung wohl Pflicht.

Jedes Büro arbeitet individuell, aber es besteht auch ein ständiger Wissensaustausch. Bereiche wie IT oder Kommunikation dagegen sind einheitlich geregelt. Dieses Zusammenspiel von Föderalismus und Zentralismus nennt Schultze das «Erfolgsrezept». Die Standorte haben ein grosses Mass an Handlungsfreiheit, die Partner sind gleichberechtigt in unterschiedlich funktionierenden Regionen: «Als Basler kann ich nicht nach Genf gehen und sagen: Wir machen es jetzt so.» Breit aufgestellt ist Burckhardt + Partner aber nicht nur geografisch. Angeboten wird ein breites Leistungsspektrum in unterschiedlichen Geschäftsfeldern.

Strategie und Visionen

Schultze sagt: «Jedes Geschäftsfeld hat Spielregeln inhaltlicher Art. Als Büro haben wir die notwendige Grösse, dass wir die Erfahrung der Spezialisten mit der unvoreingenommenen Betrachtung junger Architekten kombinieren können. So entwickeln wir uns in den Geschäftsfeldern weiter, weil die Mitarbeiter voneinander lernen können und sich die Bedürfnisse in diesen Feldern auch ändern. So haben beispielsweise Pharma und Gesundheitswesen auch eine Parallele in den Betriebsabläufen. Und: Wohnen im Spital ist wesentlich.»

Bei allem Lerneffekt: Diese Ausgangslage dürfte manchmal auch zu Spannungen zwischen den Spezialisten führen. Wer ist wichtiger? Habe ich noch den gleichen Einfluss? Das sind Sorgen, vor denen fast niemand gefeit ist. Aber in einer Zeit, da sich die Firma auch als Immobilienstrategin versteht, bleibt wohl keine andere Wahl. Ein Beispiel sind Grundstücke, die gekauft werden, bevor überhaupt ein Investor gesucht wird. Für ein erfolgreiches Geschäft braucht es da mehr als nur eine visionäre Zeichnung.

Komplexe, anspruchsvolle, interdisziplinäre Projekte

Qualitäten von mehreren Spezialisten sind jedoch gefordert bei Grossprojekten wie dem neuen Kantonsspital in Aarau, ein 500-Millionen-Bauprojekt, bei dem Burckhardt + Partner den Wettbewerb gewonnen hat. Auch Marktleader wie Novartis oder Lonza nutzen die Stärke des Unternehmens in der Bearbeitung komplexer, anspruchsvoller und interdisziplinärer Projekte.

Burckhardt + Partner spielt also in der Liga der Grossen mit. Was geht da noch? Mehr Mitarbeiter, mehr Büros in mehr Städten? Schultze sagt: «Wir wollen uns weiterentwickeln – qualitativ.»

Das Unternehmernetzwerk Swiss Venture Club (SVC) vergibt alle zwei Jahre den Prix SVC Nordwschweiz. Am 28. November ist es in Basel wieder soweit. Aus über 100 vornominierten Unternehmen wählte eine 17-köpfige Expertenjury sechs herausragende Unternehmen aus. Diese Zeitung stellt die Nominierten mit einem Portrait vor.

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