Zum Hauptinhalt springen

Ausgerechnet die Birshof-Orthopäden

Jene Ärzte, die vor wenigen Jahren dem Kantonsspital Baselland den Rücken gekehrt haben, dürften in abseh­barer Zukunft in die alte Umgebung zurückkehren.

MeinungThomas Dähler

Das Zusammengehen der Hirslanden-Klinik Birshof und des Kantonsspitals am Standort ­Bruderholz entbehrt nicht der Ironie: Ausgerechnet jene Spitzenärzte der Orthopädie, die vor wenigen Jahren dem Kantonsspital Baselland den Rücken gekehrt haben, dürften in abseh­barer Zukunft als Belegärzte in die alte Umgebung zurückkehren. Die vier leitenden Orthopäden, die vom Bruderholz nach Münchenstein wechselten, trugen massgeblich zu den Wachstumsplänen der Birshof-Klinik bei. Heute ist diese die Nummer eins der Orthopädie in der Region.

Die anstehende Kooperation mit der Birshof-Klinik könnte entscheidend dazu beitragen, dass das schon lange totgesagte Bruderholzspital einen neuen Frühling erlebt. Geplant und gebaut wurde das Spital in den 1960er-Jahren, nachdem die beiden Basel festgestellt hatten, dass die Kapazitäten in der Stadt in Anbetracht des Bevölkerungswachstums nicht mehr ausreichten. Eröffnet wurde es 1973 und stieg danach rasch zum führenden Baselbieter Spital auf, 1996 sogar zur universitären Klinik.

Die Probleme des Bruderholzspitals begannen nach der Jahrhundertwende. Das Projekt eines bikantonalen Geriatriespitals auf dem Bruderholz scheiterte, die Einführung der Fallpauschalen nahm dem Spital den Investitionsspielraum, die Erneuerungspläne waren derart überrissen, dass sie nie realisiert werden konnten. Schliesslich führte die national verordnete Patientenfreizügigkeit zu einer Abwanderung der Patienten nach Basel. Und zuletzt scheiterten auch die Fusionspläne des Kantonsspitals Baselland mit dem Universitätsspital Basel.

In die Hände gespielt

Die Wirren um die Bruderholzinitiative, die nur mit dem Versprechen auf Fortbestand des Bruderholzspitals gebodigt werden konnten, zeigen auf, dass es schwierig ist, das Kantonsspitals ohne das Bruderholzspital in die Zukunft zu führen. Entsprechend dürfte politischer Pragmatismus dazu beigetragen haben, die neuen Pläne für den alten Standort zu entwickeln.

Der florierenden Klinik Birshof, an der heute auch die einst abgeworbenen Bruderholz-Orthopäden wirken, könnte das Joint Venture gerade recht kommen, um die vorhandenen Wachstumspläne fortzusetzen. In der letzten Zeit hat die Klinik die Nutzfläche am bisherigen Standort kontinuierlich gesteigert. Die neuen Möglichkeiten auf dem Bruderholz dürften es der Birshof-Klinik nun erlauben, ihre Zukunftspläne schneller zu realisieren. Und die einst mit etlichem Rumor abgewanderten Orthopäden dürften in naher Zukunft nicht ohne Genugtuung an die alte Wirkungsstätte zurückkehren.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch