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Techno und Chillout fürs SofaClub der Clublosen

150 Elektronika-Künstler aus der Schweiz haben Musik für eine Compilation beigesteuert, mit der man in Corona-Zeiten relaxen soll – aber zu der man durchaus auch tanzen darf.

Für die einen fällt mit Corona das Ausgehen weg, für andere die Existenzgrundlage: Clubszene vor dem Virusausbruch.
Für die einen fällt mit Corona das Ausgehen weg, für andere die Existenzgrundlage: Clubszene vor dem Virusausbruch.
Reuters

Kulturschaffende trifft die Corona-Krise hart. Darunter sind auch viele Musiker, die ihre Sounds entweder als DJs oder als Live-Acts in Clubs ertönen lassen. Für jeden leeren Club gibt es ein Dutzend Acts, die am Wochenende keinen Lohn mehr bekommen.

Für die Compilation «Make Some Room: Electronic Relief in Switzerland» haben deshalb über 150 Künstler Musik fertig- oder bereitgestellt. Von Genf bis St. Gallen, von Basel bis Chiasso, quer über die stilistischen Schubladen und Generationen hinweg: Die Namen, die auf der Compilation vertreten sind, reichen vom Schweizer Elektronikpionier Bruno Spoerri bis zu Nachwuchstalenten wie Magda Drosz, von Techno-Wegbereitern wie Thomas Fehlmann, Marco Repetto oder Yello (mit einem Remix ihres Entdeckers Ian Tregoning) hin zu Querdenkern wie Aïsha Devi, Martina Lussi oder Bit-Tuner sowie international angesagten DJs wie Sonja Moonear, Deetron, Kalabrese oder Mehmet Aslan.

«Make Some Room: Electronic Relief in Switzerland» schlägt Brücken – und macht diese Club-
Nicht-Club-Musik auch einem Publikum zugänglich, das kaum im Bild ist, was fernab von kommerzieller Bumm-Bumm-Musik in der Schweiz gedeiht.

Die Compilation ist ein veritabler Querschnitt alternativen schweizerischen Elektronika-Kulturschaffens und bietet wundersame Einsichten: Der Winterthurer Produzent AM Khamsaa singt über die «Angscht in der Quarantäne». Belia Winnewissers Sound erinnert an die Arbeit von Elektronikpionierinnen aus den 70er-Jahren. Da ist die wunderbar verschrobene Dance-Musik von OneFootStep feat. Mona, Dadaglobals hintersinnig-queere Clubmusik, die noisige Dekonstruktion von NVST oder Domenico Ferraris Hymne «Elena» aus dem Jahr 1999.

100 Prozent des Erlöses kommt den beteiligten Schweizer Elektronikkünstlerinnen zugute. Nicht alle sind darauf angewiesen, darum bestimmen sie selbst, ob sie ihren Anteil dem Kollektiv spenden wollen oder nicht.

«Make Some Room: Electronic Relief in Switzerland» gibt es ab dem 7. April 2020 für einen Mindestpreis von 25 Franken. Die Compilation ist auch auf Bandcamp, Spotify, Apple Music und weiteren digitalen Plattformen verfügbar.