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«China ist. Wir sollten das gelassen akzeptieren»

Schein und Sein. Bei der Import-Expo letzte Woche in Schanghai versuchte China sich als weltoffenes Land zu präsentieren.

Herr Hummler, teilen Sie mit mir den Eindruck, dass wir Westler gelegentlich Mühe haben, die Chinesen – oder vielleicht generell die Asiaten – zu verstehen, weil ihre Denkweise anders ist als unsere?

Und vermutlich muss der Chinese im Umgang mit uns auch lernen, mit einer anderen Mentalität umzugehen.

Befasst man sich, gerade auch in den Medien, schon genügend mit China?

Essenziell scheint mir: Wie nehmen wir China wahr? Als Bedrohung oder nicht?

Nach all den Jahren mit Fokus auf die USA ist das «China ist», wie Sie es formulieren, eine neue Lektion, oder?

Staatspräsident Xi Jinping verkauft seine «Belt and Road Initiative» als wirtschaftliche Anbindung an Afrika und Europa. China nimmt riesige Geldmengen in die Hand, um diese Handelswege zu forcieren, hilft verschiedensten Ländern entlang dieser Route. Ist das Denken in eine Richtung? Will China einfach sicherstellen, dass es seine Waren bestmöglich absetzen kann?

Was die Führung anstrebt, ist Wohlstand für möglichst viele Chinesen im Jahr 2050

Sie fürchten also nicht, dass die Güterzüge und Frachtschiffe leer nach China zurückkehren?

Historisch betrachtet war ja auch die alte Seidenstrasse nie eine «One Way Street».

Aus dem aber die Chinesen ihre Lehren gezogen haben?

Kann sich Europa eine andere China-Perspektive leisten als die USA? Oder ist das sogar ein Muss?

Und was bedeutet das für die Schweiz?

Wobei man sagen muss, dass die Schweizer Politik zuletzt – was China anbetrifft – sehr aktiv war.

Das bedeutet?

Ruedi Nützi, Direktor der Hochschule für Wirtschaft der FHNW, hat unlängst dazu aufgefordert, Politik und Wirtschaft sollten dringendst eine einheitliche Strategie im Umgang mit China erarbeiten. Das sehen Sie anders?

Wenn Xi Jinping sich auf unbestimmte Zeit die Macht sichert, bedeutet das, dass er Angst hat, sie zu verlieren? Wie stark ist die Machtposition der KP?

Sie haben in einem Essay unlängst die Führung Chinas morphologisch mit der Führung eines grossen westlichen Unternehmens verglichen. Ein gewagter Vergleich.

Das heisst?

Kürzlich fand in Zürich ein Kongress statt, der von Ihrem Thinktank angestossen wurde. Es ging um die neue Hegemonialmacht China. Haben Sie neue Erkenntnisse gewonnen?

Die Chance, dabei zu sein, sollte man sich aus wirtschaftlicher Sicht nicht entgehen lassen.

Teilen Sie diese Einschätzung?

Hat Trump da vielleicht sogar mehr begriffen als Obama?

Wo in diesem Dualismus hat es da noch Platz für die Supermacht Russland?

Fühlt sich Russland nicht kaltgestellt?