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Späte ReueBrunnen-Sprenger bezahlt Schaden

Vor rund 20 Jahren fiel der Liesberger Dorfbrunnen einem Vandalenakt zum Opfer. Vergangene Woche meldete sich der Täter auf der Verwaltung und beglich den Schaden.

Musste vor rund 20 Jahren repariert werden: Der Dorfbrunnen an der Ochsengasse im Dorfzentrum von Liesberg.
Musste vor rund 20 Jahren repariert werden: Der Dorfbrunnen an der Ochsengasse im Dorfzentrum von Liesberg.
Bild: Google Streetview

So etwas hat die Leiterin der Liesberger Finanzen, Irene Meier, noch nie erlebt, sodass sie im Dorfblatt unter der Rubrik «Sache gits» eine kleine Meldung verfasste: Vergangene Woche hat sich bei ihr ein Brunnen-Sprenger gemeldet, den das schlechte Gewissen geplagt hat. Dies wegen eines Schadens, den er verursacht hatte und der rund zwanzig Jahre zurückliegt – der vielleicht sogar noch im letzten Jahrtausend entstanden war.

Demnach hatte damals ein Jugendlicher aus dem Dorf versucht, «eine Fontäne im Dorfbrunnen zu installieren», und hat damit das Werk beschädigt. Wie die Finanzverwalterin notiert, erschien der Mann «vor kurzer Zeit auf der Gemeindeverwaltung und wollte die damalige Reparaturrechnung begleichen. Er bezahlte bar und pauschal 1000 Franken vor Ort!»

Ein reines Gewissen

Offenbar nahm man in Liesberg das Geld so dankend wie auch verdutzt entgegen. Denn wann genau und unter welchen Umständen der Dorfbrunnen beschädigt worden ist, kann die Finanzverwalterin nach der Begegnung mit dem Täter nicht sagen. «Vermutlich mit einem Riesenkracher», sagt die Gemeindeangestellte. Sie hätte auch ins Archiv steigen und die damalige Rechnung suchen müssen, um Gewissheit zu kriegen. Aber der Aufwand dafür sei unter diesen Umständen nicht gerechtfertigt gewesen. Womöglich hatte die Brunnenreparatur schon damals mit mehr als 1000 Franken zu Buche geschlagen.

Wie auch immer: Vor dem Brunnen-Sprenger, der nun ein reines Gewissen hat, zieht Meier den Hut und schreibt im Dorfblatt: «Chapeau und herzlichen Dank dem ehrlichen ‹Täter› für diese äusserst lobenswerte Tat.»