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Abstimmungskampf um E-ID«Der digitale Pass gehört nicht in die Hände von privaten Unternehmen»

Das Referendumskomitee gegen das E-ID-Gesetz ist in den Abstimmungskampf gestartet. Vertreter mehrerer Parteien wehren sich gegen die Kommerzialisierung des amtlichen Ausweises.

Sind nicht gegen die elektronische ID an sich, aber dagegen, dass private Firmen amtliche Ausweise herausgeben und verwalten: Vertreter mehrerer Parteien haben den Abstimmungskampf gegen das E-ID-Gesetz lanciert.
Sind nicht gegen die elektronische ID an sich, aber dagegen, dass private Firmen amtliche Ausweise herausgeben und verwalten: Vertreter mehrerer Parteien haben den Abstimmungskampf gegen das E-ID-Gesetz lanciert.
Foto: Martin Ruetschi (Keystone)

«Der digitale Pass gehört nicht in die Hände von privaten Unternehmen» – Mit diesem Slogan startet das Referendumskomitee in den Abstimmungskampf um das sogenannte E-ID-Gesetz. Das Volk entscheidet am 7. März 2021 über die Vorlage.

Das E-ID-Gesetz will erstmals einen amtlichen Ausweis kommerzialisieren und durch private Anbieter herausgeben lassen. An die Stelle der Passbüros würden Unternehmen wie Banken und Versicherungen treten und die sensiblen Daten der Bürgerinnen und Bürger verwalten, kritisieren die Gegner.

Gegen die Privatisierung wehrt sich eine breite Allianz von Organisationen und Parteien. Vertreterinnen und Vertreter von SP, Grüne, FDP und GLP traten am Montag vor die Medien. Geführt wird die Kampagne von der Digitalen Gesellschaft und dem Verein Public Beta.

Das Komitee fordert, dass wie beim papiernen Pass der Staat für die digitale Identität die Garantie übernehme. «Die Herausgabe von Identitätsausweisen muss in staatlicher Verantwortung bleiben und gehört unter demokratische Kontrolle», heisst es in einer Mitteilung.

Parlament beschloss Kompromiss

National- und Ständerat hatten sich im September vergangenen Jahres auf einen Kompromiss für das E-ID-Gesetz geeinigt. Dieses soll den Rahmen schaffen für die sichere Identifikation von Personen im Geschäftsverkehr im Internet oder bei E-Government-Anwendungen.

Die Eidgenössische E-ID-Kommission (Eidcom) soll für die Anerkennung der Aussteller von E-ID zuständig sein und diese auch beaufsichtigen. Als Herausgeberin in den Startlöchern ist bereits die Swiss Sign Group, die die Swiss ID betreibt. Zum Konsortium gehören Post, SBB, Swisscom, Six, die Grossbanken und Versicherungen.

Das Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste (E-ID-Gesetz) setze klare und strenge Regeln für ein unkompliziertes, aber sicheres digitales Identifizierungsverfahren, argumentieren dagegen die Befürworter. Die privaten Anbieter würden die geprüfte ID des Bundes herausgeben. Dies sei eine klare Aufgabenteilung zwischen Staat und Privaten.

sda/lop/oli

75 Kommentare
    D.M. Müller

    Ich bin für eine staatlich umgesetzte, kontrollierte Lösung ohne Privatwirtschaft.

    Es gibt für mich keinen Grund die Daten den Banken, Konzernen oder IT-Giganten anzuvertrauen. Es geht um ein kostbares Gut - und sollte ein Grundrecht jeder/s Einzelnen sein: die informationelle Selbstbestimmung, was mit unseren Daten geschieht, wer sie erhält, was damit gemacht wird und das Recht die Daten einzusehen und zu berichtigen.

    Das will ich nicht der Geldgier opfern.

    Der Kanton Schaffhausen kann es, so sollte doch auch die Schweiz es können.