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Geschenkkarten für 750’000 FrankenBKB lässt Basler Beizer jubeln

Die Basler Kantonalbank schenkt den Inhabern von Partizipationsscheinen Bons, die in über 500 Restaurants und Bars eingelöst werden können. Die von der Pandemie stark betroffenen Wirte dürfen deshalb auf einen Umsatzbonus hoffen. Auch alle Basler dürfen sich freuen.

Jahresversammlungen der BKB in der Eventhalle Basel waren jeweils ein Grossereignis (Bild: VR-Präsident Adrian Bult am Meeting im Jahr 2017). Dieses Jahr ist der Anlass Corona-bedingt abgesagt.
Jahresversammlungen der BKB in der Eventhalle Basel waren jeweils ein Grossereignis (Bild: VR-Präsident Adrian Bult am Meeting im Jahr 2017). Dieses Jahr ist der Anlass Corona-bedingt abgesagt.
Foto: Kostas Maros

Es hätte die 34. grosse Party der Basler Staatsbank werden können, an der nicht nur trocken über die Zahlen des Vorjahrs berichtet, sondern zu feinen Häppchen auch eine Show hätte geboten werden sollen. Rund 2000 Inhaber der Partizipationsscheine nehmen jeweils erfahrungsgemäss am Grossanlass teil. Jetzt müssen sie sich aber, wie schon 2020, in Geduld üben. Der Anlass am 29. April ist abgesagt. Die BKB geht nicht davon aus, dass sich die Corona-Situation bis dann so verändert haben wird, dass Massenevents wieder erlaubt sein werden.

«Die Geschenkkarten sind in über 500 Restaurants und Bars einlösbar.»

Basil Heeb, BKB-CEO

Als kleinen Trost erhalten die Inhaber von Partizipationsscheinen zu einer unveränderten Dividende von 3.10 Franken pro Schein zusätzlich eine Geschenkkarte im Wert von 100 Franken. Damit sollen sie in der warmen Jahreszeit, wenn die Pandemie abgeklungen ist, Verpasstes nachholen können. «Die Geschenkkarten sind in über 500 Restaurants und Bars einlösbar», sagte BKB-CEO Basil Heeb bei der Präsentation der Zahlen für das vergangene Jahr. Weitere 1000 Gutscheine will die Bank verlosen. Unter dem Strich ergibt dies einen Umsatzbonus von 750’000 Franken für die Basler Wirte, die wegen der Pandemie stark gelitten haben.

Freuen über ihre Staatsbank können sich letztlich aber alle Baslerinnen und Basler. Obwohl der Gewinn des Konzerns 2020 um 3,2 Prozent zurückging und noch 108,3 Millionen Franken betrug, erhält jeder Einwohner 380 Franken von der BKB in die Staatskasse abgeliefert. Gesamthaft sind es 77 Millionen Franken, die der Ankeraktionär so einnimmt.

Weniger spendabel zeigt sich die Bank jedoch bei den Erträgen, die bei den Covid-19-Krediten anfallen. Bezüger bezahlen zwar keinen Zins. Angesichts der Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank von 0,75 Prozent erwirtschaftet die Kantonalbank unter dem Strich aber Gewinne. Diese werden jedoch nicht weitergegeben. Auf Anfrage wollte Heeb die Höhe dieser Gewinne nicht beziffern. Er verwies lediglich darauf, dass die Bank bereits «mit verschiedenen Massnahmen» das Gewerbe unterstütze. Die Grossbanken UBS und CS hatten bereits nach Einführung solcher Kredite im letzten Jahr deutlich gemacht, dass sie daran nicht verdienen wollen und sie deshalb spenden werden.

Bancomaten mit wenig Umsatz

Insgesamt hat die BKB über 1500 Covid-Hilfsgesuchen entsprochen. Diese machen eine Kreditsumme von über 160 Millionen Franken aus, wie Heeb bestätigt. Allerdings wurden bisher nur 40 Prozent dieser Kredite auch beansprucht. Ein beachtlicher Teil der Anträge erfolgte also gewissermassen auf Vorrat. Zusätzlich hat die BKB im Rahmen der Pandemie unwiderrufliche Zusagen für Kredite von einer halben Milliarde Franken gesprochen.

Zeigt Herz für die Basler Gastroszene: BKB-CEO Basil Heeb will den Umsatz der Wirte dank Gutscheinen im Wert von 750’000 Franken ankurbeln.
Zeigt Herz für die Basler Gastroszene: BKB-CEO Basil Heeb will den Umsatz der Wirte dank Gutscheinen im Wert von 750’000 Franken ankurbeln.
Foto: Florian Baertschiger

Vor allem im ersten Semester 2020 hat das Geschäft der Bank unter Covid-19 gelitten. Im zweiten Halbjahr habe dann aber eine kräftige Erholung eingesetzt, betonte Heeb. Als Folge der Pandemie und des ersten Lockdown gingen etwa die Frequenzen in den Filialen um 40 Prozent zurück. Es wurde teilweise auch massiv weniger Geld an den Bancomaten bezogen. Gleichzeitig wurden viermal mehr telefonische Kundenberatungen durchgeführt.

Zufrieden ist Heeb mit der BKB-Tochter Bank Cler. Er spricht von einem konsequenten Transformationsprozess. Dieser äusserte sich 2020 etwa auch darin, dass 70 Mitarbeitende des Tochterunternehmens zur BKB wechselten. Bank Cler lieferte 40,1 Millionen Franken (plus 0,3 Prozent) in die Gewinnschatulle des Mutterkonzerns ab.

1 Kommentar
    Hans-Günter

    Da kann man nur danke sagen.