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Proteste in vielen US-StädtenBewaffnete Trump-Anhänger versammeln sich vor Wahllokal

In mehreren Städten der USA ist es zu Demonstrationen von Anhängern beider Lager gekommen. Besonders angespannt ist die Lage in Arizona.

Mit dem Gewehr vor dem Wahllokal: ein Anhänger von Donald Trump in Maricopa County, Arizona
Mit dem Gewehr vor dem Wahllokal: ein Anhänger von Donald Trump in Maricopa County, Arizona
Keystone

Die von Präsident Donald Trump angestossene Debatte, ob noch Wahlzettel ausgezählt werden sollen oder nicht, führt zu ersten Demonstrationen. Wie mehrere Medien wie die «New York Times» oder die Sender «Fox News» und «CNN» berichten, protestieren US-Bürger etwa in Portland, Chicago, New York oder Philadelphia mehrheitlich mit dem Slogan, dass jede Stimme zählen sollte.

In Portland nahm die Polizei eigenen Angaben zufolge zehn Personen fest und stellte waffentaugliches Material sicher. Gouverneurin Kate Brown aktivierte die Nationalgarde, um die «weitverbreitete Gewalt» einzudämmen. In New York City wurden bei Protesten nach Polizeiangaben 50 Personen festgenommen. Auch in Atlanta, Detroit und Oakland kam es zu Demonstrationen.

«Count Every Vote»:  Demonstranten in New York City fordern die Auszählung aller Stimmen.
«Count Every Vote»: Demonstranten in New York City fordern die Auszählung aller Stimmen.
Reuters


An einigen Orten sei die Richtung der Proteste nicht eindeutig zu bestimmen. Aus Maricopa County, wo noch letzte Stimmen für den Bundesstaat Arizona ausgezählt werden, wurde ein Wahllokal offenbar wegen Sicherheitsbedenken abgeriegelt. Ein Team des Senders «CNN» musste demnach das Haus verlassen, drinnen soll unter Polizeischutz weitergezählt werden, während draussen vor dem Gebäude ein paar Dutzend Demonstranten zu sehen waren.

Einige waren bewaffnet mit Gewehren und Pistolen. Anlass sind unbestätigte Gerüchte, wonach absichtlich Stimmen für Trump nicht ausgezählt werden. Die Menge vor dem Maricopa County Elections Department in Phoenix skandierte «Stoppt den Diebstahl» und «Zählt meine Stimme». Der Ausgang der Abstimmung in Arizona könnte mit darüber entscheiden, ob am Ende Trump oder sein Herausforderer Joe Biden die Wahl gewinnt. Nach aktuellem Stand liegt Biden in Arizona hauchdünn vor Trump. Einige Medien haben Biden den Bundesstaat bereits zugesprochen, Trumps Wahlkampfstab besteht jedoch darauf, dass die Entscheidung noch nicht gefallen sei.

Auszählung unter Polizeischutz: Einsatzkräfte vor der Wahlbehörde in Maricopa County, Arizona.
Auszählung unter Polizeischutz: Einsatzkräfte vor der Wahlbehörde in Maricopa County, Arizona.
Keystone

In Detroit fordern Trump-Anhänger das Gegenteil

Das Maricopa-Wahllokal schreibt: «Die Mitarbeiter zählen weiter Wahlstimmen aus. Wir werden die Ergebnisse heute Abend veröffentlichen. Wir danken dem Maricopa County Sherriff’s Office für ihre Arbeit, damit wir unsere machen können.»

In Detroit, Michigan, sollen Trump-Wähler genau das Gegenteil fordern, nämlich einen Stopp der Auszählung. In Michigan haben die Demokraten einen Rückstand aufgeholt, inzwischen werden die 16 Wahlleute des Bundesstaates Biden bereits zugerechnet. Wahllokale in städtischen Gebieten, wo die Demokraten ihre Hochburgen haben, benötigten mehr Zeit für ihre Ergebnisse, in Michigan wurden auch die Briefwahl-Stimmen erst nach dem Wahltag (Dienstag) ausgezählt. Auch unter Briefwählern haben die Demokraten fast überall im Land die Mehrheit.

sz/reuters

63 Kommentare
    Romy Jeker

    Zur eskalierenden Situation trugen doch die Mainstreammedien und nicht zuletzt die Demokraten bei. Seit Tag 1 der Wahl Trumps 2016 vergeht kein Tag ohne medialen Angriff auf ihn. Seine Verdienste u.a. Friedensabkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten, Gesprächsfindung zwischen Süd- und Nordkorea nach Jahrzehnten, Förderung von Millionen Arbeitsplätzen dank Steuersenkungen, übrigens auch für Familien, hervorragendes Wirtschaftswachstum, kein Anzetteln von Kriegen wie seine Vorgänger, etc., etc., wurden vom Mainstream nur als Show belächelt und herab gewürdigt. Medial wurde eine ausgesprochene Trump-Hetze entfacht und in vielen Menschen fanden diese Mainstreammedien dann willkommene Gleichgesinnte als Trittbrettfahrer. Dass sich Schauspieler u. Rapper an dieser Hatz beteiligen ist auch verständlich, denn so will man auf Grund der Filmflaute und Auftritten wenigstens im Gespräch bleiben.