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Peter Navarro in RageTrumps Handelsberater holt zum Rundumschlag gegen China aus

Das Coronavirus sei «wahrscheinlich in diesem Waffenlabor in Wuhan» erschaffen worden, sagte ein Vertrauter des US-Präsidenten in einem TV-Interview. Die Spannungen zwischen den zwei Grossmächten nehmen wieder zu.

Spannungen zwischen den USA und China nehmen wieder zu: Handelsberater Peter Navarro übt scharfe Kritik an China.
Spannungen zwischen den USA und China nehmen wieder zu: Handelsberater Peter Navarro übt scharfe Kritik an China.
Foto: Reuters/Leah Millis

Der Handelsberater von US-Präsident Donald Trump, Peter Navarro, hat in der Corona-Krise zum Schlag gegen China ausgeholt. China habe das Coronavirus im November «wahrscheinlich in diesem Waffenlabor in Wuhan» erschaffen, sagte er am Donnerstag dem Sender Fox News.

Anschliessend habe das Land das Virus «zwei Monate lang hinter dem Schutzschild der Weltgesundheitsorganisation versteckt», Schutzausrüstung aus aller Welt «aufgesogen» und «gehortet», Menschen getötet und schliesslich Profit aus der Krise geschlagen, sagte Navarro. «Jetzt versuchen Hacker der chinesischen Regierung, Informationen über die Impfung zu stehlen, damit sie sie zuerst herstellen können.»

Wissenschaftler glauben nicht an Labor-Theorie

Die Beziehung zwischen Washington und Peking ist ohnehin angespannt – Navarro verschärfte den Ton mit der geballten Ladung an Vorwürfen am Donnerstag noch. Er hatte China bereits vor einigen Tagen beschuldigt, das Virus «wahrscheinlich» in einem Labor für Biowaffen erschaffen zu haben.

Auch ein Dossier der «Five Eyes» genannten Geheimdienstallianz der USA, Grossbritanniens, Kanadas, Australiens und Neuseelands dokumentiert laut Medien die Vertuschung chinesischer Behörden und weist auf riskante Forschungsarbeiten in einem Labor in Wuhan hin, wo das neue Coronavirus im Dezember erstmals aufgetaucht war.

Wissenschaftler halten es allerdings für viel wahrscheinlicher, dass Sars-CoV-2 natürlichen Ursprungs ist und von Tieren auf den Menschen übertragen wurde.

Trump: «Will im Moment nicht mi Xi sprechen»

Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China sorgen inzwischen auch für Kommunikationsprobleme auf höchster Ebene.

US-Präsident Donald Trump sagte in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Fox Business, er habe zwar eine gute Beziehung zum chinesischen Präsidenten Xi Jinping, «aber im Moment will ich nicht mit ihm sprechen». Trump beklagte sich generell über Peking: «Ich bin sehr enttäuscht von China.»

Erneut warf er den Chinesen vor, sie hätten die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie nicht gleich an der Quelle gestoppt und dadurch enormen Schaden angerichtet. «Es war entweder Dummheit, Inkompetenz oder es war absichtlich.»

Abbruch der Beziehungen laut Trump möglich

Trump stellte in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Fox sogar einen Abbruch der Beziehungen in den Raum. «Wir können viele Sachen machen», sagte Trump auf die Frage, was er von dem Vorschlag halte, chinesischen Studenten für bestimmte Studiengänge ein Visum in den USA zu verweigern. «Wir können auch die gesamte Beziehung beenden», sagte Trump. «Und was würde dann passieren? Wir würden 500 Milliarden Dollar sparen.» Er hatte diese Summe, die dem Umfang chinesischer Exporte in die USA entspreche, wiederholt als «verlorenes Geld» bezeichnet.

(SDA / step)