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Heimspiel auf der SchützenmatteBasler Athleten sorgen für Spektakel

Am zweiten Wettkampftag der Schweizer Meisterschaften stehen die lokalen Aushängeschilder Jason Joseph, Salome Lang und Silvan Wicki im Fokus – mit einem Rekord, zwei Goldmedaillen und 100 statt 200 Metern.

Hürdensprinter Jason Joseph jubelt bereits nach dem Halbfinal über einen Schweizer Rekord.
Hürdensprinter Jason Joseph jubelt bereits nach dem Halbfinal über einen Schweizer Rekord.
Claudio de Capitani (Freshfocus)

Um den Nachwuchs muss sich die Basler Leichtathletik keine Sorgen machen. Unterschriften ihrer Idole schienen an diesem Nachmittag im Leichtathletik-Stadion Schützenmatte bei den Kindern beliebter als Zuckerwatte und Nutella zusammen. Jason Joseph, Salome Lang oder Silvan Wicki schrieben sich die Finger wund. «This is your Day – again» stand auf den T-Shirts der jungen Fans. Besser hätte man Josphes Auftritt an diesem zweiten Wettkampftag der Schweizer Meisterschaften nicht zusammenfassen können.

Vor einem Jahr, da gewann der Baselbieter Hürdensprinter an gleicher Stätte Gold. Grosser Tag. Doch so ganz zufrieden war Joseph damals trotzdem nicht. «Ich wollte Schweizer Rekord laufen», sagte er nach seinem Auftritt in die Mikrofone. Also nahm er sich für die diesjährige Ausgabe vor: «Vollgas, und zwar bei jeder Gelegenheit.»

So verwundert es nicht, dass Josephs Blick auf die Anzeigetafel nach dem Halbfinal bereits einen Jubelschrei zur Folge hatte. 13,28 Sekunden stand da, so schnell hatte noch kein Schweizer die 110 Meter Hürden hinter sich gebracht. Den eigenen Schweizer Rekord unterbot der 21-jährige Athlet des LC Therwil um fünf Hundertstel. Doch was diese Zeit wirklich Wert ist, zeigt sich erst beim Blick auf die Ergebnisse rund um den Globus. Bloss fünf Hürdensprinter waren in dieser Saison schneller als Joseph. Der U23-Europameister lief vor seinem Heimpublikum mitten in die Weltspitze.

Again – das war dann das Motto für Josephs zweiten Auftritt rund zwei Stunden später. Schliesslich galt es, noch den Final zu laufen und sich Gold zu sichern. Die Rekordmarke konnte er dort zwar nicht mehr weiter senken, 13,31 ist aber noch immer eine herausragende Zeit. Die brauchte er auch für den Titelgewinn. Nur 17 Hundertstel hinter Joseph erreichte Mehrkämpfer Simon Ehammer das Ziel. «Schön, wenn man in der Schweiz gezwungen wird, so schnell zu laufen», sagte Jason Joseph.

Der Oberschenkel hat genug

Weniger erfolgreich war Silvan Wickis Auftritt an diesem zweiten Tag der Meisterschaften. Sein Körper hatte im 200-Meter-Vorlauf nach 100 Metern genug. Der Oberschenkel machte nicht mehr mit. «Keine Verletzung», gab der Basler Entwarnung, «mein Muskel war wohl einfach etwas müde.» Über 100 Meter hatte der Basler am Freitag souverän seinen ersten Schweizer Meistertitel gewonnen. «Das war das grosse Ziel.» Trotzdem sei der Ausfall über die längere Sprintdistanz schade. «Die Bedingungen wären top gewesen, ich hatte richtig Lust auf eine schnelle Zeit.» Eine solche hätte er allerdings auch gebraucht, um an diesem Nachmittag eine zweite Goldmedaille zu gewinnen. Der erst 21-jährige William Reais traf bereits nach 20,24 Sekunden im Ziel ein. Alex Wilson, der die Meisterschaften wegen einer Leistenoperation verpasste, ist der einzige Schweizer, der die 200 Meter schneller gelaufen ist. Wicki hätte seine eigene Bestzeit um 21 Hundertstel senken müssen, um Reais abzufangen.

Der Rücken zwickte, trotzdem gabs Gold für Salome Lang.
Der Rücken zwickte, trotzdem gabs Gold für Salome Lang.
Foto: Claudio de Capitani (Freshfocus)

Derart an ihre Leistungsgrenze musste Salome Lang für die Goldmedaille im Hochsprung nicht gehen. Wie so oft an nationalen Events war die Athletin der Old Boys schon bald allein im Wettkampf, da die Konkurrentinnen schlicht nicht mit den Höhen der Baslerin mithalten können. Die übersprungenen 1,88 Meter sind ein versöhnlicher Abschluss einer schwierigen Saison. Einen schwachen Frühsommer konnte Lang erst in den letzten Wochen etwas aufpolieren. «Immerhin ging es nach diesem schlechten Saisonstart stetig nach oben», sagte die 22-Jährige. In ihrem Heimstadion hätte es gar noch etwas höher nach oben gehen können. «1,90 Meter wären heute möglich gewesen. Aber bei einem Versuch über 1,85 blockierte der Rücken.» Eine Verletzung sei es nicht, bloss der Muskel. Aber nach 1,88 Meter liess der Körper dann definitiv keine Steigerung mehr zu. So blickt Lang bereits nach vorne: «Das Ziel dieses Sommers war, fit in die Vorbereitung für die kommende Saison zu starten. Mit diesem Abschluss hab ich dieses Ziel sicher erreicht.»

Mit Gregori Otts Sieg im Diskuswerfen vom Freitag kommen die Basler Athleten an ihrem Heimspiel auf vier Goldmedaillen. Zudem hatte sich Ott Silber mit der Kugel gesichert. Lino Wunderlin (LV Fricktal) gewann die Silbermedaille im Hochsprung, Selina Von Jackowski (Old Boys) über 100 Meter Hürden. Lea Bachmann (Old Boys) im Stabhochspringen und Finley Gaio (SC Liestal) über 110 Meter Hürden sicherten sich die Bronzemedaille .