Zum Hauptinhalt springen

Trotz Anstieg der Corona-FälleBaselland verzichtet vorerst auf die Maskenpflicht in Läden

Falls die Fallzahlen weiter steigen, würden zunächst weitere Einschränkungen in Clubs, Bars, Diskotheken wie auch bei öffentlichen Veranstaltungen getroffen.

Im Gegensatz zu Basel-Stadt muss man im Baselbiet bis auf weiteres keine Maske beim täglichen Einkauf tragen. (Symbolbild)
Im Gegensatz zu Basel-Stadt muss man im Baselbiet bis auf weiteres keine Maske beim täglichen Einkauf tragen. (Symbolbild)
Foto: Marcel Bieri

Trotz steigender Corona-Neuinfektionen führt die Baselbieter Regierung vorerst keine Maskenpflicht in den Läden ein. «Wir haben nur ein oder zwei Fälle, die sich mutmasslich beim Einkaufen angesteckt haben», sagt der zuständige Regierungsrat Thomas Weber an der Pressekonferenz vom Mittwoch. Es habe sich gezeigt, dass die Ansteckungen hauptsächlich im privaten Umfeld wie an Feiern, Partys oder anderen Anlässen sowie bei der Arbeit erfolgen, fügt der neue Kantonsarzt Samuel Erny hinzu.

Damit ist die Maskenpflicht im Baselbiet aber nicht etwa vom Tisch. Die Regierung arbeitet zurzeit an einer «weiteren Allgemeinverfügung», die «innert Stunden in Kraft gesetzt werden kann». Im Gegensatz zu Basel-Stadt ist die Maskenpflicht nicht die erste Massnahme, die Baselland einführen würde. «Erste Priorität ist die weitere Einschränkung der Sektorengrösse in Clubs, Bars und Discotheken sowie bei öffentlichen Veranstaltungen von aktuell 100 auf 50 Personen.» Die erlaubte Anzahl bei privaten Feiern würde im Zuge dieser Massnahme auf 30 beschränkt.

«Ich halte wenig von Symbolpolitik. Den Leuten fällt schon auf, dass Corona noch da ist.»

Und erst in einem zweiten Schritt würde man «eine generelle Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen sowie an den Wartezonen des öffentlichen Verkehrs» einführen. Das Vorgehen von Regierungsrat Weber erstaunt, wo doch sein Departementskollege in Basel-Stadt, Lukas Engelberger, fest an den Nutzen der Maske in Geschäften glaubt. Ob dieser falsch liege? «Das sicher nicht», antwortet Weber. «Wo eine hohe Dichte an Besucherströmen wie beispielsweise in der Passerelle am Basler Bahnhof vorhanden ist, sind die Menschen nahe beieinander.» Deshalb mache die Maskenpflicht in der Stadt zurzeit mehr Sinn als auf dem Land. Mit einem Schmunzeln fügt er hinzu: «Für Einwohner an der Kantonsgrenze wäre es natürlich einfacher, wenn in beiden Kantonen die gleichen Regeln gelten würden. Aber Staatsbürger zu sein, ist nicht immer ganz einfach.»

Engelberger hält der Maske ebenfalls zugute, dass sie den Menschen das Virus und die damit verbundenen Hygienemassnahmen wieder stärker in Erinnerung rufe. Von dieser Haltung distanziert sich Weber klar: «Ich halte wenig von Symbolpolitik. Machen Sie eine Internetseite auf, hören Sie Radio; ich denke, den Leuten fällt schon auf, dass Corona noch da ist.»

Neues Testzentrum für 700 Patienten pro Tag

Was muss nun geschehen, dass Baselland diese schärferen Massnahmen verordnet? Wie Weber erklärt, wird dabei besonders auf die Zahl der hospitalisierten Corona-Fälle geachtet: Sollte diese schnell ansteigen, und die Belegung der Intensivpflegebetten rapide zunehmen, will die Regierung zur Tat schreiten. Das zweite Kriterium ist die sogenannte 14-Tages-Inzidenz (wie viele Menschen sich in 14 Tagen neu mit dem Virus infiziert haben pro 100’000 Einwohner): Diese sollte nicht längere Zeit über 60 liegen. Derzeit liegt sie bei 75. Die Kantone der Nordwestschweiz definierten einst 40 als Grenzwert, ab dem sie schärfere Massnahmen erwägen wollten. Baselland wie auch der Aargau kamen bei ihren Erwägungen offensichtlich zu einem anderen Schluss als Basel-Stadt und Solothurn, wo die Maskenpflicht ziemlich zügig eingeführt wurde.

Ganz beim Alten bleibt es im Baselbiet coronatechnisch nicht. Bei den Testzentren kommt es zu einer grösseren Veränderung: Weil sich wesentlich mehr Leute auf das Virus testen lassen wollten, als die Gesundheitsdirektion prognostizierte – «Wir dachten, es kommen 120 Personen im Durchschnitt», sagt Jürg Sommer, Leiter Amt Gesundheit, «aber teilweise kamen bis zu 350!» – muss die Kapazität erhöht werden. Das bisherige Testzentrum in Münchenstein wird Mitte November durch eine neue Abklärungsstation in Muttenz auf dem Feldreben-Areal ersetzt. «Wir haben dort Kapazität für bis zu 700 Personen pro Tag, die auf 1000 Patienten pro Tag erhöht werden kann», sagt Sommer.

69 Kommentare
    Helga Andersen

    Es handelt sich nich um Tage und die Maskenpflicht wird überall obligatorisch.

    Wahrscheinlich werden auch wieder die Grenzen dicht.

    Tut mir leid für die Maskenmuffel aber Gesundheit geht vor.