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Zollfreistrasse bringt nicht die versprochene Entlastung

Die Riehener FDP fordert ein temporäres Fahrverbot als Massnahme gegen die Blechlawine, die täglich durchs Dorf rollt.

Zu viel Verkehr. Noch immer fahren Tausende von Fahrzeugen Tag für Tag durch die Grenzgemeinde Riehen – den Anwohnern grauts davor.
Zu viel Verkehr. Noch immer fahren Tausende von Fahrzeugen Tag für Tag durch die Grenzgemeinde Riehen – den Anwohnern grauts davor.

Im Dorf, das eigentlich eine Stadt ist, reden sie schon von Unglück. Gemeint ist der Verkehr, der sich durch die Gemeinde wälzt. Entweder von Basel nach Lörrach oder von Lörrach nach Basel oder aus beiden Richtungen gleichzeitig. «Ab dem 22. Januar wird es noch schlimmer», sagt FDP-Einwohnerrat Dieter Nill. «Dann wird der gesamte Verkehr über die Inzlingerstrasse und die Schützengasse umgeleitet.» Deshalb fordert die FDP jetzt ein temporäres Fahrverbot, um den Verkehr auf die Umfahrungsroute Zollfreistrasse zwischen Lörrach und Basel zu zwingen. «Die FDP möchte dem Trauerspiel nicht länger zusehen. Der Gemeinderat soll sich in einem ersten Schritt auf die grösste Verkehrsbeeinträchtigung konzentrieren – den Transitverkehr.»

Für Nicht-Riehener eine kurze Erklärung: Seit 2015 und noch bis 2020 werden Strasse und Tramtrassee vom Grenzübergang bei Lörrach bis zum Eglisee saniert. Deswegen kommt es teilweise zu Komplettsperrungen; der Verkehr muss umgeleitet werden. Die Schützengasse ist eine solche Ausweichroute. Eine enge Strasse, die durch den historischen Ortskern am ehemaligen Riehener Spital vorbeiführt. Hier ist die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde beschränkt, das dürfte so bleiben.

Wenn der gesamte Auto- und Lastwagenverkehr sich ab Ende Januar bis zur Bettingerstrasse durch diese Passage zwängt, wird das die Lebensqualität im Dorfzentrum schmälern und mehr Risiken mit sich bringen, denn über diese Strasse müssen täglich viele Schulkinder.

Vom Unglück redet aber nicht nur die Riehener FDP, sondern auch Dejan Despotovic, Gesamtprojektleiter beim Tiefbauamt Basel-Stadt. Gemäss Riehener Zeitung sagte er unlängst an einer Quartierinfo, der Anteil der Riehener, die aufgrund der Baustellen und Verkehrsumleitungen eine reduzierte Lebensqualität in Kauf nehmen müssen, werde wachsen – das lasse sich nicht verhindern. «Aber wir geben das Beste, um das Unglück gerecht zu verteilen», so Despotovic.

Nur noch Riehener Lastwagen

FDP-Einwohnerrat Nill geht davon aus, dass die belastende Verkehrssituation in Riehen noch Jahre andauern wird. Vorwürfe deswegen richtet er nicht nur an das Bau- und Verkehrsdepartement von Hans-Peter Wessels, der vor Baubeginn eine deutliche Verlagerung des Verkehrs auf die Zollfreistrasse versprochen hatte; Vorwürfe richtet Nill auch an den Riehener Gemeinderat: Trotz teilweise krassen Koordinationsfehlern sei dieser nicht bereit, eine konstruktive Lösung zu finden. Zuständig im Gemeinderat ist Guido Vogel (SP).

Mit diesem Antrag auf ein temporäres Fahrverbot richtet sich die FDP zwar grundsätzlich gegen den gesamten auswärtigen Verkehr, im Fokus jedoch stehen die Klein- und Grosslaster. Über 100 Lastwagen mit bis zu 40 Tonnen würden täglich durchs Dorf fahren, sagt Nill. Das Verbot müsse deshalb die Zentrumsstrassen umfassen. Das hätte zur Folge, dass dann nur noch Lastwagen zirkulieren dürften, die in Riehen etwas anliefern oder abholen. «Damit bleibt gewährleistet, dass Lastwagen von ortsansässigem Gewerbe und und von ortsansässigen Institutionen weiterhin ins Zentrum fahren können», sagt Nill.

Täglich fahren rund 12'500 Fahrzeuge durch Riehen, dabei sind sowohl Pendler aus dem Wiesental als auch Lastwagen und Einkaufstouristen.

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