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Wo nicht gehamstert wird

Solidarität in der Corona-Krise: Freiwillige hängen kleine Tüten mit lebensnotwendigen Dingen für Obdachlose an den Zaun des Wettsteinparks.

Der Gabenzaun am Wettsteinplatz ist am Dienstagnachmittag bereits wieder aufgefüllt. Offenbar hat sich die Aktion herumgesprochen.
Der Gabenzaun am Wettsteinplatz ist am Dienstagnachmittag bereits wieder aufgefüllt. Offenbar hat sich die Aktion herumgesprochen.
Lucia Hunziker

Es sieht ein bisschen aus wie ein dekonstruierter Adventskalender im Freien: Über den Zaun des Wettsteinpärklis erstrecken sich rund zwei Dutzend kleine Plasticksäckchen. Sie sind gefüllt mit Lebensnotwendigkeiten unterschiedlichster Art: Mandarinen, Salzgebäck, Regenjacken, Baumwollpullover, Hundefutter, Tampons und gar Bett-Duvets sind zu finden.

Eine Frau nähert sich, schaut sich alles ganz genau an, packt dann einige Mandarinen und ein bisschen Salzgepäck ein, lässt den Rest jedoch hängen. Gehamstert wird am Gabenzaun offenbar nicht. Das steht auch im Projektbeschrieb auf Facebook. Die Aktion richtet sich gemäss Initianten an obdachlose, armutsbetroffene und Menschen ohne Papiere.

Nebst den Gaben sollen auch liebe Botschaften den Hilfsbedürftigen Wärme spenden: «Lieber Mensch, bitte nimm dir was du benötigst. Du bist nicht allein! Heb Sorg!», steht auf laminierten Zetteln zwischen den Gaben.

Eine Art Gaben-Cluster ist vorgesehen

Die Aktion am Wettsteinplatz wurde am Montagnachmittag um 15 Uhr gestartet. Am darauffolgenden Abend waren nur noch drei der 18 Säckchen übrig, wie Bilder in den Sozialen Medien zeigen. Ein Tag später ist der Zaun bereits wieder aufgefüllt.

Bild: Lucia Hunziker
Bild: Lucia Hunziker

Wer das Projekt «Basler Gabenzaun» ins Leben gerufen hat, ist auf Facebook nicht vermerkt. Allerdings werden Interessierte auf den digitalen Nachrichtendienst Telegram verwiesen, um neue Gabenzäune in Basel ins zuerrichten. Das Exemplar beim Wettsteinplatz soll nicht das einzige bleiben: «Es ist erwünscht, dass mit der Zeit weitere Standorte hinzukommen, um eine Art Gaben-Cluster aufzuziehen», schreiben die Initianten.

Erfunden haben sie die Idee des Gabenzauns jedoch nicht: In Leipzig, Hamburg und Berlin gibt es sie bereits seit einigen Tagen. Mithilfe der sozialen Netzwerke verbreitete sie sich rasch in anderen Städten Deutschlands und ist nun auch am Rheinknie angelangt.

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