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«Wir hören diese Kritik nicht zum ersten Mal»

Kritiker müssen warten. Conradin Cramer hat keine Eile, mit den beunruhigten Lehrpersonen zu sprechen.

BaZ: Herr Cramer, Ihre Angestellten sind unzufrieden, das zeigen die Lernbericht-Verweigerer aus dem Gotthelf-Schulhaus und ein Leserbrief aus dem Wasgenring-Schulhaus, der von über einem Dutzend Lehrern unterschrieben wurde. Wie reagieren Sie darauf?

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Doch den Medien gegenüber dürfen sich die Lehrpersonen nicht äussern?

Die Lehrer stört jedoch, dass die Schulleitung als Filter steht zwischen ihnen und denjenigen, die Entscheidungsgewalt haben.

Haben Sie mit den Lehrern im Gotthelf- und Wasgenring-Schulhaus gesprochen? Volksschulleiter Dieter Baur hat die Lehrer über die Schulleitung gerüffelt und gebeten, solche Themen nicht öffentlich zu behandeln.

Trotzdem nochmals die Frage: Haben Sie mit den Lehrern dieser beiden Schulhäuser gesprochen?

Der Leserbrief aus dem Wasgenring-Schulhaus war ja so etwas wie ein Verzweiflungsakt.

Die Lernberichte scheinen im Laufe ihres Bestehens trotz der von Ihnen erwähnten Arbeitsgruppe komplexer geworden zu sein. Hat man sich in der Volksschulleitung nie überlegt, diese zu streichen? Dies wäre ein mutiger Schritt Richtung weniger Bürokratie.

Wie ist diese Arbeitsgruppe zusammengesetzt?

In den Lernberichten gibt es auch irritierende Fragen, wie die zur differenzierten Wahrnehmung der Sinne eines Kindes. Sind solche Fragen sinnvoll?

Ja, aber diese Profis sagen, es gebe zu viel Bürokratie an den Schulen. Sie könnten sich kaum mehr auf die Kernaufgabe, das Unterrichten, konzentrieren.

Ein anderer Punkt sind die Leistungschecks. 80 Prozent der Lehrerschaft haben sich dagegengestellt. Was sagt Ihnen das?

Was kann ein Schüler mit der Tatsache anfangen, dass seine Klasse weniger gut als eine aargauische ist?

Wann wird evaluiert?

Wie hoch wird dann die Meinung der Lehrer gewichtet?

Ein solcher Leistungscheck kann auch schaden. Dann etwa, wenn das Kind ein gutes Zeugnis hat, jedoch aus einer Klasse mit eher schlechter Leistung kommt.

Kommen wir zu einem anderen Thema. Die Integration von verhaltensauffälligen und behinderten Schülern ist ein weiterer Brandherd in der Schule. Gibt es da genügend Ressourcen?

Viele Lehrer leiden darunter, dass die Klein- und Einführungsklassen abgeschafft wurden. Anstrengend sind nicht einmal die wirklich behinderten Schüler, sondern die verhaltensauffälligen.

Was sind das für Angebote?

Wir hören immer wieder von Eltern, es sei schwierig, Kinder aus der Regelklasse zu nehmen. Häufig wird dies nötig, wenn es aufgrund seiner Behinderung oder Verhaltensauffälligkeit gemobbt wird. Wer beurteilt eigentlich, wer heilpädagogisch betreut wird und wer nicht?

Uns wurde zugetragen, dass Entscheide ohne ein Gespräch mit der Lehrperson und dem Kind getroffen wurden. Stimmt das?

Durch die Präsenz von verschiedenen Förderpersonen wird es in den Schulstuben unruhig. Was sagen Sie dazu?

Kinder fühlen sich häufig blossgestellt, wenn sie sonderbehandelt werden. Schliesslich werden sie vor den Augen der anderen aus der Klasse geholt. Viele Kinder nennen das die Deppenstunde.

Es gibt auch die Idee, statt Heilpädagogen stets mindestens zwei Lehrer in den Schulstuben zu beschäftigen. Was halten Sie davon?

Ein anderes Problem, das die Lehrer beschäftigt, sind die langen Handlungsprozesse bei Problemen in einer Klasse.

Sie sagen, Sie haben der Volksschulleitung den Auftrag gegeben, abzuklären, ob an den Schulen eine offene Kommunikationskultur herrscht. Sind das die einzigen Veränderungen, die Sie bislang eingeleitet haben?

Die Schulen Wasgenring und Gotthelf dürften zuoberst auf Ihrer Liste stehen. Dort, wo es brodelt, ist es ja am spannendsten.

Mögen Sie kritische Lehrer?

Noch eine Frage zu der Dozentenstelle, die Sie innehaben. Sind Sie mit Ihrem Departement nicht genug ausgelastet?

Was tun Sie mit diesem Verdienst von knapp 10'000 Franken jährlich?

Basler Zeitung